Das Kiliani-Volksfest in Würzburg: Sexistische Lieder dürfen hier nicht gespielt werden.
Das Kiliani-Volksfest in Würzburg: Sexistische Lieder dürfen hier nicht gespielt werden. imago

Die Temperaturen steigen, und schon bahnt sich ein hitziger Sommer-Skandal an. Anlass ist der Ballermann-Song „Layla“: Der Bumm-bumm-Knaller von DJ Robin & Schürze steht seit inzwischen drei Wochen auf Platz 1 der Verkaufs-, Download- und Streaming-Charts. Nun ist der Song verboten worden: Und zwar hat die fränkische Stadt Würzburg das Abspielen von „Layla“ auf dem dortigen Kiliani-Volksfest verboten. „Es wird sichergestellt, dass das Lied künftig nicht mehr gespielt wird“, zitiert die Mainpost (Dienstag) einen Sprecher der Stadt. Hintergrund: In dem Song geht es um eine Prostituierte. Kritiker verstehen den Liedtext als rassistisch.

Vorgeschichte des „Layla“-Verbots: Das „Donaulied“ besang eine Vergewaltigung

Das Ballermann-Publikum und viele jüngere Besucher des Würzburger Volksfestes verstehen die Aufregung hingegen nicht, hüpfen mit Bierkrügen in der Hand zum volkstümlichen Stimmungshit. In Würzburg hatte die Debatte allerdings eine Vorgeschichte, die sich auf den alten Gassenhauer „Donaulied“ bezieht. Dieses Lied, das ursprünglich aus einem Singspiel von 1790 stammt, verklärt eine Vergewaltigung. Die Stadt hatte mit den Volksfest-Betreibern eine Vereinbarung geschlossen, dass dieses Lied nicht mehr gespielt werden darf – obwohl es auch entschärfte Versionen gibt, unter anderem vom Ballermann-Barden Mickie Krause, die auch häufiger in Schlager-Discos und auf Volksfesten zu hören ist.

Die Vereinbarung ist aber weitreichender und umfasst alle Liedtexte, die rassistische oder sexistische Inhalte haben, berichtet die Mainpost. Deshalb dürfe auch „Layla“ auf dem Fest nicht mehr gespielt werden.

Shitstorm in den sozialen Medien um „Layla“-Verbot

Wie es zu erwarten war, entbrannte ein Shitstorm in den sozialen Medien: Von Prüderie und Cancel Culture ist die Rede.

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Ein User beklagt die Doppelmoral: In Rap-Texten würde Gewalt gegen Frauen verbalisiert. „Nichts gegen Rap, aber was ist schlimmer?“

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Einige User finden das Verbot der „übelsten Schrottmusik“ völlig richtig, andere fühlen sich an einen anderen Skandal um Lied gewordene Prostitution erinnert: Der Falco-Song „Jeanny“ stand vor 37 Jahren auf dem Index und wurde durch das Verbot nur um so populärer.