Mit dem rassistisch motivierten Terror aus dem Februar (Foto) hatten die Messerangriffe offenbar nichts zu tun. dpa/Boris Rösler

Wieder wurde das südhessische Hanau zum Schauplatz einer Gewalttat. Doch anders als im Februar, als der Rechtsextremist Tobias R. (43) aus rassistischen Motiven neun Menschen erschoss, denen er absprach, deutsch zu sein, hat die Tat diesmal offenbar keinen politischen Hintergrund.

Es gebe keine Verbindungen zwischen den Gewalttaten vom Dienstagabend und dem rassistischen Terroranschlag im Februar, sagte Oberstaatsanwalt Dominik Mies. „Wir haben derzeit keine Anhaltspunkte auf eine fremdenfeindliche, politisch motivierte oder terroristische Tat“, sagte er weiter.

Zwei Verdächtige werden verhört

Bei den beiden festgenommenen Tatverdächtigen handelt es sich den Angaben zufolge um zwei 23 und 29 Jahre alte Männer aus Syrien. Sie werden verdächtigt, daran beteiligt gewesen zu sein, als am Dienstagabend an mehreren Tatorten in der Hanauer Innenstadt vier Männer zwischen 17 und 26 Jahren mit Messern verletzt wurden.

Die Opfer der Angriffe erschienen am späten Abend kurz nacheinander in der Notaufnahme des Hanauer Klinikums. Einige Männer wiesen Stichwunden auf. Alle Verletzten waren am Mittwochmorgen außer Lebensgefahr, wie Mies berichtete. Bei den Verletzten handelt es sich laut Staatsanwaltschaft um zwei Syrer, einen Iraker und einen Albaner.

Die beiden Tatverdächtigen seien in Gewahrsam und würden vernommen, berichtete die Polizei. Zum Tatgeschehen hätten sie sich aber noch nicht eingelassen, sagte Oberstaatsanwalt Mies. Die Hintergründe und das Motiv der Tat seien unklar. Ebenso ungewiss ist, ob sich Täter und Opfer kannten oder es ein zufälliges Zusammentreffen war. Ein Zeugenhinweis hatte die Ermittler auf die Spur der beiden Tatverdächtigen gebracht.