An der Einfahrt des Todeshauses in Chemnitz hängt ein Absperrband. Die Leichen der beiden Paare wurden hier späten Montagabend gefunden. dpa/Sebastian Kahnert

Vier Leichen waren am Ostermontag in Chemnitz in einem Wohnhaus gefunden worden, das Absperrband der Polizei um das große Grundstück im Ortsteil Mittelbach zeugt noch von der Bluttat, sie sich hier abgespielt haben muss. Wie standen die vier Toten zueinander?  Gab es Streit um das Wohnrecht im Haus?

Die Toten waren am Montagabend gegen 22.40 Uhr entdeckt worden, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Nach ersten Erkenntnissen seien die zwei Männer im Alter von 32 und 72 Jahren sowie die zwei Frauen im Alter von 34 und 69 Jahren gewaltsam zu Tode gekommen. Ein jüngeres und ein älteres Ehepaar, zwischen denen es zu Streitereien gekommen sein soll, wie die „Bild“ berichtet.

Lesen Sie auch: Nach Explosionen in Bergwerken: Viele Tote und Vermisste in Polen! Auch ein Retter starb. Gibt es Hoffnung auf Überlebende? >>

In diesem Haus im Chemnitzer Ortsteil Mittelbach  wurden die beiden toten Ehepaare gefunden. Auch ein Kind soll hier gelebt haben. dpa/Sebastian Kahnert

Demnach lebte das ältere Ehepaar schon länger in dem Haus, verkaufte an das jüngere Paar, behielt aber ein Wohnrecht. Doch darüber scheint es Auseinandersetzungen gegeben zu haben. Ein 68-jähriger Nachbar berichtete der „Bild“, dass es immer wieder „Stunk“ gegeben habe, die Jüngeren die Älteren wahrscheinlich aus dem Haus haben wollten. Auch ein Kind lebte in dem Haus.

Lesen Sie auch: Energiespar-Mythen auf dem Prüfstand: Der Abwasch mit der Hand verbraucht mehr Energie als die Spülmaschine – stimmt das? >>

Beide Paare sollen durch Schussverletzungen gestorben sein. Neben den Leichen sei eine Pistole gefunden worden, die mit großer Wahrscheinlichkeit auch die Tatwaffe war, sagte der Chemnitzer Oberstaatsanwalt Wolfgang Klein auf dpa-Anfrage. Unklar sei aber noch, in welcher Reihenfolge die Menschen zu Tode kamen.

Medienberichte, wonach der ältere Mann zunächst seine Frau und dann das jüngere Paar erschoss, bestätigte Klein nicht. Das müsse erst die Spurenauswertung ergeben. Es gehe jetzt darum, den Ablauf der Tat und deren Hintergründe festzustellen. Dazu werde man auch Nachbarn befragen.

Hinweise zu dem Kind des jüngeren Paares gibt die Staatsanwaltschaft bewusst nicht. „Das Kind ist der Hauptleidtragende“, sagte Klein.

Die beiden Paare sollen sehr zurückgezogen gelebt haben, das jüngere Paar kennt kaum jemand in der Nachbarschaft.  In der Tatnacht hatte sich ein Anrufer bei der Polizei gemeldet und berichtet, was passiert war. Wer der Anrufer war, gaben die Ermittler noch nicht bekannt. Noch in der Nacht war ein größeres Aufgebot von Polizei und Rettungskräften vor Ort. Der Notarzt habe jedoch nur noch den Tod der beiden Paare feststellen können.