Begegnungen mit einem Wolf können gefährlich sein (Symbolbild).  Foto: dpa/Patrick Pleul

„Geh weg, geh!“, hört man eine verängstigte Frau rufen. Zunächst bliebt ihre Stimme dabei noch relativ klar, doch weil sie ihre Wirkung verfehlt, schreit die Frau immer hysterischer. Die Stimme überschlägt sich: „Hau endlich ab, verdammt noch mal!“ Man kann die Angst spüren.

Aufgenommen wurde die Szene auf einem Acker unweit von Hamburg. Bei Wietzendorf (Heidekreis) war die Frau während eines Spaziergangs mit ihrem Hund auf einen Wolf getroffen. Und das Raubtier ließ sich nicht durch das Gebrüll der Filmerin verscheuchen. Im Gegenteil: Minutenlang rannte das Tier bedrohlich um die Frau herum. Auch das Bellen des Hundes schien den Wolf nicht zu irrititieren. 

Ob der Wolf die Frau und ihr Haustier angreifen wollte, bleibt unklar. Normalerweise halten sich die Raubtiere von Menschen fern. Gerade bei Jungtieren ist die Neugier aber manchmal stärker als der Fluchtreflex.

In Panik brüllt die Frau den Wolf an

Es dauerte Minuten, bis die Frau mit ihren lauten Schreien Erfolg hatte und das Raubtier sich wieder in den Wald verdrückte. Sicher ist: Die Angst wird der Spaziergängerin wohl noch Tage in den Knochen stecken. 

Mit der Zahl der Wölfe in unseren Gefilden steigt auch die Gefahr, einem der Raubtiere zu begegnen. Wie aber verhält man sich dann am besten. Das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) fragte den Wolfsforscher Matthias Vogelsang: „Begegnet man einem Wolf, gilt zuerst: Ruhe bewahren bis der Wolf seines Weges geht.“ Komme der Wolf, der eigentlich menschenscheu ist, doch auf einen zu, solle man sich groß machen und Lärm machen, etwa durch Singen, Klatschen oder Rufe. Hundehalter sollten ihre Hunde dicht an die Leine nehmen, denn während Wölfe Menschen in der Regel nicht angreifen, sieht das bei Hunden anders aus, erklärt Vogelsang.

Immer mehr Wolfsattacken auch rund um Berlin

Wolfsattacken nehmen auch nahe Berlin immer mehr zu. Raubtiere haben zuletzt im Landkreis Potsdam-Mittelmark innerhalb von knapp fünf Wochen 18 Schafe und zwei Alpakas getötet. Acht weitere Tiere wurden verletzt. Die Vorfälle ereigneten sich zwischen dem 20. Januar und den 21. Februar nahe der A10. In Michendorf, Seddiner See und in Beelitz – gerade mal 20 Kilometer außerhalb von Berlin.