links: Der Vermisste Anton Graf Schwerin von Krosigk, rechts: AfD-Politikerin von Storch
links: Der Vermisste Anton Graf Schwerin von Krosigk, rechts: AfD-Politikerin von Storch imago/Polizeidirektion Segeberg

Es ist eine von vielen Vermisstenmeldungen, die täglich von deutschen Polizeien veröffentlicht werden. Doch die Meldung der Polizeidirektion Bad Segeberg lässt aufhorchen. Seit Montag wird ein Rentner vermisst, der 97-jährige Anton K.: Von dem Herrn veröffentlichte die Polizei ein Foto, das den Mann mit hellgrauer Jacke lachend zeigt, die rechte Hand auf einen Stock gestützt.

Doch der Gesuchte ist nicht irgendwer, wer sich hinter dem abgekürzten Nachnamen verbirgt, ist Einheimischen bekannt. Es ist Anton Graf Schwerin von Krosigk, ehemaliger Landrat des Kreises Segeberg. Noch bekannter ist dessen Vater: Der Reichsminister der Finanzen Johann Ludwig Graf Schwerin von Krosigk, der bis zum Untergang des Dritten Reiches Adolf Hitler diente. Nach dem Ende der Nazi-Herrschaft wurde er zu zehn Jahren Haft verurteilt, kam jedoch 1951 durch eine Amnestie frei.

AfD-Politikerin Beatrix von Storch twittert verzweifelten Hilferuf

Ebenfalls nicht unbekannt ist die Nichte des Vermissten, die AfD-Bundestagsabgeordnete Beatrix von Storch. Am 21. Juli, dem Geburtstag ihres Onkels, veröffentlichte die für scharfe Töne bekannte Politikerin einen verzweifelten Hilferuf auf Twitter und nannte weitere Details zu dem Fall. Ungewöhnlich: Laut von Storch ermittelt die Kriminalpolizei! Davon steht in der zuvor veröffentlichten Vermisstenmeldung allerdings nichts.

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Laut Focus wollte der Vermisste am Abend seines Verschwindens in dem Auto zu einem Treffen des örtlichen Rotary Clubs fahren. Die Tochter wollte ihn eigentlich fahren, dann stellte sie fest, dass er alleine losgefahren war, allerdings ohne Geldbeutel und Ausweis. Im Rotary Club kam Anton Graf Schwerin von Krosigk nie an. Spekulationen der Bild-Zeitung, er könne entführt worden sein, bezeichnet sein Sohn Wilfried als Unsinn. „Das halte ich für ziemlich unmöglich, sonst hätte sich bei uns doch jemand gemeldet“, zitiert ihn Focus.