Bei einem Polizeieinsatzes in der Düsseldorfer Altstadt drückt ein Beamter sein Knie auf den Kopf und Hals des 15-Jährigen. Foto: Screenshot Twitter

Ein Augenzeugen-Video eines umstrittenen Polizeieinsatzes in der Düsseldorfer Altstadt beschäftigt nun auch die Politik. Die Fraktionen von SPD und Grünen des nordrhein-westfälischen Landtages haben jeweils eine Aktuelle Viertelstunde im Innenausschuss beantragt, in der die Landesregierung einen Bericht zu dem Fall vorlegen soll. Ein Beamter hatte einen 15-Jährigen mit dem Knie am Kopf zu Boden gedrückt. Ein Video des Einsatzes hatte sich im Internet verbreitet und Vergleiche mit dem Fall George Floyd in den USA ausgelöst.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) hat eine konsequente Aufklärung angekündigt. «Auch ich habe mich erschrocken», sagte Reul über das Video.. Gegen den Polizeibeamten, der mit dem Knie am Kopf einen 15-Jährigen am Boden fixierte, wird laut Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt ermittelt. Auch gegen den Jugendlichen liege eine Anzeige vor - wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt. Am Donnerstag wird sich der Innenausschuss mit dem Vorfall beschäftigen.

„Das Video, das im Netz von dem Einsatz gegen einen Minderjährigen kursiert, zeigt mehr als verstörende Sequenzen“, teilten am Montag die SPD-Abgeordneten Sven Wolf und Hartmut Ganzke mit: „Wir hatten gehofft, dass wir solche Bilder nach dem tragischen Tod von George Floyd in Deutschland niemals zu sehen bekommen würden. Ein starker Staat muss verhältnismäßig mit seiner Macht umgehen.“

Die Innenexpertin der Grünen im Landtag, Verena Schäffer, twitterte am Montag: „Der Polizeieinsatz in Düsseldorf muss aufgeklärt werden. Dass Polizisten sich auf Kopf/Hals einer am Boden liegenden, bereits fixierten Person knien, kann nicht verhältnismäßig sein.“

Nach ersten Ermittlungen war die Polizei am Samstagabend wegen einer Gruppe von Randalierern zu einem Restaurant gerufen worden. Am Rande dieses Geschehens habe offenbar der eigentlich unbeteiligte Jugendliche die polizeilichen Maßnahmen gestört. Als seine Personalien festgestellt werden sollten, habe er die Beamten tätlich angegriffen. Er sei zur Identifizierung zur Polizeiwache gebracht und dann in die Obhut seiner Erziehungsberechtigten übergeben worden.

Die Polizei kündigte an, das Video werde nun intensiv hinsichtlich der Art und Weise des polizeilichen Einschreitens analysiert. Die Ermittlungen hat aus Neutralitätsgründen die Duisburger Polizei übernommen.