Für Karla Dominguez war Covid-19 das Todesurteil. Foto: GoFundMe

Für eine Frau aus den USA war Covid-19 das Todesurteil. Karla Dominguez in Alexandria (US-Bundesstaat Virginia) starb allerdings nicht am Coronavirus, sondern durch die Kugeln ihres Ex-Freundes. Ibrahim Bouaichi hätte eigentlich in Haft sein müssen, kam wegen der Pandemie aber aus der Untersuchungshaft frei.

Der 33-Jährige wurde im Oktober verhaftet, nachdem Dominguez ihn wegen Vergewaltigung angezeigt hatte. Im Dezember entschied der Richter, dass Bouaichi bis zum Prozess im März hinter Gittern bleiben muss. Als die Verhandlung wegen Corona auf August verschoben wurde, beantragen die Verteidiger des Angeklagten die Entlassung auf Kaution. Mit der Begründung, dass ihr Mandant im Gefängnis einem hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt war. Richter Nolan Dawkins gab dem Antrag mit Auflagen statt. Außer 25.000 Dollar Kaution durfte Bouaichi nur sein Haus verlassen, um sich mit seinen Anwälten zu treffen.

Ibrahim Bouaichi bei seiner Verhaftung. Foto: Polizei

Bouaichi nutzte seine Freiheit für seine blutige Rache an seinem Vergewaltigungsopfer. Laut Behörden lauerte er Dominguez morgens um 6 Uhr vor deren Apartment auf. Die Nachbarn hörten Schüsse und verständigten die Polizei. Die Cops fanden die Leiche der gebürtigen Venezolanerin mit mehreren Schusswunden direkt im Eingang vor ihrer Haustür.

Die Polizei löste eine Großfahndung nach Bouaichi aus und bat die Öffentlichkeit um Hilfe, um den „schwer bewaffneten, gemeingefährlichen“ Killer aufzuspüren. Zwei Tage später entdeckten ihn FBI-Agenten im Nachbarstaat Maryland und nahmen die Verfolgung auf. Bouaichi verlor die Kontrolle über seinen Wagen und krachte in einen Graben. Ein Polizeisprecher: „Als unsere Beamten zum Autowrack kamen, haben sie den Flüchtigen schwer verletzt mit einer Schusswunde hinterm Steuer vorgefunden. Er hatte versucht, Selbstmord zu begehen.“ Bouaichi überlebte, befindet sich im kritischen Zustand in der Notaufnahme. Falls er sich wieder erholt, wird ihm wegen Mordes der Prozess gemacht.