Nach und nach rüsten Coca-Cola und andere Hersteller ihre Produktion auf die neuen Verschlüsse um.
Nach und nach rüsten Coca-Cola und andere Hersteller ihre Produktion auf die neuen Verschlüsse um. Coca-Cola

Wer Erfrischungsgetränke in Einwegflaschen zu sich nimmt oder Frischmilch aus dem Tetra Pak in den Kaffee gießt, hat es seit einiger Zeit mit einer Neuerung zu tun, die nicht jedem schmeckt. Es geht um die Verschlüsse der PET-Flaschen und anderer Einweg-Verpackungen, die mehr und mehr Hersteller ausgetauscht haben. Nunmehr sind die Verschlüsse nicht mehr ohne Gewalt von der Flasche zu trennen.

Und das ist gewollt: „Lass mich dran“ druckt der Hersteller Coca-Cola auf die in Einwegflaschen abgefüllten Brauseprodukte des Hauses, zu dem auch Fanta und Sprite gehören. „Tethered Caps“ heißen die neuartigen Verschlüsse, die Verbraucher nunmehr auch an Milch-Tetra-Paks und anderen Verpackungen für Flüssigkeiten vorfinden.

Tethered Caps sollen Umweltverschmutzung vermeiden und Material sparen

Hintergrund ist eine EU-Vorgabe, die die Hersteller bis 2024 umsetzen müssen: Das Ziel ist, die Verschlüsse von Einwegverpackungen für Flüssigkeiten bis zu drei Litern zusammen mit den Flaschen zu recyceln. Dadurch verspricht sich die EU, Umweltverschmutzung durch weggeworfene, lose Verschlüsse zu vermeiden.

Einzelne Hersteller wie Coca-Cola haben die Vorgabe jetzt schon umgesetzt, weil sie sich als „Pioniere“ verstehen und die Neuerung als Blickfang auf die neuen Verschlüsse drucken: „Lass mich dran“ steht dort nun zu lesen. Obendrein spart der Getränkehersteller damit kostbares Material: bis zu 1,37 Gramm Kunststoff pro Flasche.

Die Umstellung erfolgt schrittweise: Bis Januar 2024 sollen die neuen Verschlüsse in allen deutschen Werken zur Anwendung kommen – bis dahin werden alte und neue Verschlüsse im Handel zu finden sein. Gleichzeitig werden auch andere europäische Werke des Konzerns umgerüstet.

So reagieren User im Netz auf die Tethered Caps: „supernervig“, „Idee gut, Umsetzung mangelhaft“

Nicht alle Kunden reagieren jedoch begeistert auf die Neuerung. „Supernervig“ findet ein Twitter-User den neuen Verschluss, der beim Trinken „immer im Weg ist“.

Ein anderer User kommentiert: „Und ich dachte, ich bin einfach zu blöd, eine Flasche zu öffnen.“ In einem anderen Tweet wird die Qualität der neuen Verschlüsse kritisiert: „Man muss nicht unbedingt große Kräfte aufwenden oder ein Grobmotoriker sein, um den neuen Verschluss einer Cola-Flasche kaputt zu biegen.“ Und weiter: „Testet das keiner vorher bei #CocaCola ? #TetheredCaps Idee gut, Umsetzung mangelhaft.“