Am Montagabend in Sitges bei Barcelona in Spanien: Strandbesucher schauen sich ein Feuerwehr-Spektakel am Meer an. imago/Matthias Oesterle

Der Herbst rückt näher und das Fernweh lockt viele Menschen noch mal in sonnige Gefilde. Aber welche Regeln muss man beim Reisen beachten, wo lässt sich mit dem Corona-Pandemiegeschehen während der Ferien noch ganz gut leben – und was erwartet Reisende bei der Rückkehr? Ein Überblick.

SPANIEN: Kein Hochrisikogebiet mehr

Ganz Spanien gilt ab Sonntag nicht mehr Corona-Hochrisikogebiet. Das teilte das Robert-Koch-Institut am Freitag mit. Vergangene Woche hatte es bereits eine Entwarnung für Teile Spaniens gegeben.

Einreisende aus Hochrisikogebieten müssen in Deutschland für zehn Tage in Quarantäne. Geimpfte und Genesene können die Quarantäne aber abwenden, wenn sie bereits vor ihrer Einreise einen Genesenen- oder Impfnachweis an die deutschen Behörden übermitteln. Bei nachträglicher Einreichung eines Genesenen- oder Impfnachweises oder eines Negativtests kann die Quarantäne verkürzt werden.

Als Hochrisikogebiete werden Länder oder Regionen eingestuft, in denen wegen hoher Infektionsraten ein besonders hohes Infektionsrisiko angenommen wird. Daneben gibt es auch noch die Kategorie des Virusvariantengebiets für Gegenden, in denen bestimmte Coronavirus-Mutanten besonders weit verbreitet sind.

Für die Einreise nach Spanien gilt: Alle Besucher aus Deutschland ab zwölf Jahren müssen mindestens bis Sonntag einen Impf- oder Genesenen-Nachweis oder aber einen negativen Test vorlegen. Die Beschränkungen werden immer mehr zurückgefahren, aber in einigen Regionen gibt es noch Sperrstunden sowie nächtliche Versammlungs- und Ausgehverbote.

FRANKREICH: „Gesundheitspass“ nötig

Die Infektionslage ist bis auf die stark betroffenen Überseegebiete stabil. Zwei Regionen und die Insel Korsika stuft Deutschland weiter als Hochrisikogebiet ein. Bei der Einreise nach Frankreich ist ein negativer Test, ein Impf- oder Genesungsnachweis erforderlich, ebenso für Fahrten mit dem Reisebus oder Fernzug. Dasselbe gilt für den Besuch von Bars, Restaurants, Museen sowie große Einkaufszentren. Als Nachweis wird dazu ein digitaler „Gesundheitspass“ – eine Handy-App – verwendet, darin lässt sich auch der deutsche Impfnachweis speichern. In einzelnen Gegenden gibt es strengere Regeln wie eine Maskenpflicht im Freien.

GRIECHENLAND: Inseln Hochrisikogebiet

In Griechenland sind die Corona-Zahlen örtlich weiterhin hoch. Seit Dienstag werden Kreta und die südliche Ägäis mit Urlaubsinseln wie Rhodos, Kos, Mykonos und Naxos deshalb von der Bundesregierung als Hochrisikogebiet einstuft. Nach der Rückkehr von dort nach Deutschland müssen Urlauber für zehn Tage in Quarantäne, sofern sie nicht nachweislich geimpft oder genesen sind. Die Quarantäne kann nach fünf Tagen mit einem negativen Test beendet werden. Vor Ort gibt es zum Teil Mini-Lockdowns, so etwa auf Kreta, wo bis auf wenige Ausnahmen ein Ausgehverbot zwischen 1.00 Uhr und 6.00 Uhr für die Regionen Chania, Rethymno und Iraklio besteht.

Vor der Einreise nach Griechenland geben Besucher auf der Website https://travel.gov.gr/#/ ihre Daten ein und erhalten einen QR-Code zur Nachverfolgung. Außerdem müssen sie einen negativen Schnelltest vorlegen oder voll geimpft sein. Das gilt auch für Kinder ab zwölf Jahren.

ITALIEN: Zahlen steigen wieder

In dem Mittelmeerland steigen die täglichen Corona-Fallzahlen leicht an. Corona-Patienten auf den Intensivstationen haben laut Gesundheitsexperten meist keine Impfung gegen Covid-19. Wer nach Italien einreist, sollte beachten, dass man einen Corona-Impfnachweis oder einen negativen Test braucht oder nachweislich von der Krankheit genesen sein muss, um innen im Restaurant essen zu dürfen oder in ein Museum zu gehen. Ab dem 1. September sollen diese als Grüner Pass bezeichneten Nachweise auch in Inter-City-Zügen, Fähren und bestimmten Langstrecken-Busverbindungen kontrolliert werden. Wer nach Italien reist, braucht ein Einreiseformular sowie den Grünen Pass – digital oder ausgedruckt. Bei der Rückreise nach Deutschland sind ein Impf- oder Genesungsnachweis oder ein negativer Corona-Test nötig.

KROATIEN: Schnelltest reicht

Das beliebte Urlaubsland verlangt von Touristen eine Bescheinigung, die belegt, dass sie geimpft, genesen oder getestet sind. Dabei reicht ein Antigen-Schnelltest, der nicht älter als 48 Stunden ist. Hotels empfangen Gäste ohne Einschränkungen. Gaststätten dürfen in ihren Innenbereichen bewirten; ausgenommen sind Cafés ohne Speisenangebot, die nur draußen bedienen dürfen. Die Teilnehmerzahl öffentlicher Versammlungen ist eingeschränkt. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist um ein Sechstel höher als in Deutschland – in Dalmatien ist sie höher, in Istrien weit niedriger.

PORTUGAL: Lage entspannt sich

Die Lage wird immer besser: Die 14-Tage-Inzidenz ging nach dem Sommer-Höchststand von knapp 438 vor vier Wochen inzwischen auf 310 zurück. Am Montag wurden viele Einschränkungen deshalb vorzeitig gelockert. Aber noch immer gibt es unter anderem eine Maskenpflicht auch im Freien. Und zum Besuch der Innenbereiche vieler Einrichtungen muss ein Impfzertifikat oder ein negativer Test vorgelegt werden. Bei der Einreise muss jeder, der nicht geimpft oder genesen ist, ab dem Alter von zwölf Jahren einen negativen Test vorlegen. Inzwischen sind nur noch die Algarve und Lissabon als Hochrisikogebiete eingestuft. Bei der Rückreise aus diesen Regionen müssen alle, die nicht geimpft oder genesen sind, in Deutschland für zehn Tage in Quarantäne. Diese kann nach fünf Tagen mit einem negativen Test beendet werden.

SCHWEIZ: Intensivstationen füllen sich

Die Zahl der Corona-Infizierten auf den Intensivstationen steigt rasant, deshalb wird überlegt, die Corona-Auflagen zu verschärfen. Anders als jetzt könnte es dann nötig sein, bei einem Besuch in Restaurants, Bars, Fitnesscentern und Kultureinrichtungen einen Nachweis über eine Genesung, eine Impfung oder ein negatives Testergebnis vorzulegen. Bislang ist dies nur in Diskotheken, Tanzlokalen und bei Großveranstaltungen nötig. Die endgültige Entscheidung steht noch aus. Das EU-Zertifikat wird anerkannt. In Innenräumen wie Geschäften, Restaurants, Theatern, Sporthallen und im öffentlichen Verkehr gilt Maskenpflicht. Flugpassagiere ohne Zertifikat brauchen zur Einreise einen negativen Corona-Test. Auf dem Landweg ist die Einreise ohne Auflagen möglich.

TÜRKEI: Zum Hochrisikogebiet erklärt

Wegen gestiegener Corona-Neuinfektionen hat die Bundesregierung die Türkei jüngst zum Hochrisikogebiet erklärt. Menschen, die nicht geimpft oder genesen sind, müssen nach der Einreise nach Deutschland in Quarantäne. Wer aus Deutschland in die Türkei reisen will, braucht einen negativen Corona-Schnelltest (nicht älter als 48 Stunden) oder einen PCR-Test (nicht älter als 72 Stunden). Geimpfte und Genesene können mit entsprechendem Nachweis einreisen. Bei der Rückreise nach Deutschland muss weiterhin entweder ein negativer PCR-Test, der Nachweis über eine Genesung oder eine vollständige Impfung vorgelegt werden. Cafés, Restaurants und andere Gast-Einrichtungen sind geöffnet, es gibt keine Ausgangsbeschränkungen mehr. Eine Maskenpflicht in der Öffentlichkeit gilt weiter. Die Zahl der Neuinfektionen liegt in dem Land mit rund 84 Millionen Einwohnern täglich bei rund 20.000 Fällen.

ÖSTERREICH: Auch hier steigen die Zahlen

Angesichts steigender Fallzahlen müssen Ungeimpfte sich in der Hauptstadt Wien ab 1. September öfter testen lassen als bisher. Antigen-Schnelltests sind nun 24 Stunden lang als Eintrittskarte für Hotels, Gastronomie und Veranstaltungen gültig; PCR-Tests nur mehr 48 Stunden. Im Rest des Landes sowie für die Einreise gelten sie für jeweils 48 und 72 Stunden. Geimpfte und Genesene dürfen auch überall hinein („3G-Regel“). Maskenpflicht herrscht in Österreich hauptsächlich nur noch in Supermärkten und im öffentlichen Verkehr; in Wien müssen in allen Geschäften Mund und Nase bedeckt werden.