In Deutschland gilt ab sofort wieder Sommerzeit. dpa/Ralf Hirschberger

Die Nacht auf Sonntag war eine Stunde kürzer. Nach Zeitumstellung gilt auch in Deutschland wieder die Sommerzeit. Davon sind die einen genervt oder klagen sogar über körperliche Beschwerden, für die anderen ist die Umstellung ein ersehnter Frühlingsbote, für den sie eine „geklaute Stunde“ gern in Kauf nehmen.

Mit Ansage führt die Umstellung alle sechs Monate zu einer immer neuen alten Debatte: Ist das Vordrehen der Zeiger um eine Stunde im Frühjahr und/oder das Zurückdrehen im Herbst sinnvoll oder überflüssig? Angesichts von Krieg und Corona-Krise bleibt die die Diskussion in diesem Jahr aber tatsächlich deutlich leiser.

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Ende der Umstellung schien besiegelt

Diesen Eindruck teilt der Physiker Andreas Bauch von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig, die für die Übermittlung der gesetzlichen Zeit in Deutschland zuständig ist. Es gebe keine wahrnehmbaren Politiker-Stimmen und die sonst üblichen Anfragen an seine Behörde blieben weitestgehend aus, sagte Bauch. Ziel der 1980 wieder eingeführten Umstellung ist es, das Tageslicht besser ausnutzen zu können. Kritiker zweifeln den Energiespareffekt aber immer wieder an.

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Und sollte die Umstellung nicht längst auch wieder abgeschafft werden? Ja, das Ende schien besiegelt, als Ex-EU-Kommissionschef Jean Claude Juncker 2018 im deutschen Frühstücksfernsehen ankündigte, die Umstellung abschaffen zu wollen. Es blieb aber bei Überschriften und blumigen Worten: Seit Jahren liegt das Thema wieder auf Eis.

USA will Zeitumstellung abschaffen

„Diese Frage zur Zeitumstellung ist auch eine saisonale Frage, die wir zweimal im Jahr jeweils vor der Zeitumstellung erhalten“, sagte ein Sprecher der EU-Kommission vor sechs Monaten. Der Ball liege „im Feld der EU-Staaten“. Aktuell teilte die französische Ratspräsidentschaft mit, dass man nicht vorhabe, das Thema auf die Agenda zu setzten. Frankreich hat noch bis Ende Juni turnusgemäß den Vorsitz unter den EU-Ländern inne.

Viele Länder außerhalb Europas haben die Umstellung beriets abgeschafft oder streben dies an. In den USA zum Beispiel hat der Senat in der vergangenen Woche jedenfalls dafür gestimmt, dass die Sommerzeit dauerhaft eingeführt wird. Bei Zustimmung im Repräsentantenhaus würde dies im November 2023 in Kraft treten.

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Es ist aber unklar, ob es eine Mehrheit dafür gäbe und ob US-Präsident Joe Biden ein entsprechendes Gesetz unterzeichnen würde. Ein absehbarer Vollzug ist also – ähnlich wie in Europa – überhaupt nicht sicher.