Romeo Cox legte für seine Großmutter über 2700 Kilometer zurück – und sammelte gleichzeitig Geld für Flüchtlinge. Foto: instagram.com/romeos_big_journey_home

Es ist eine herzerwärmende Geschichte, die zeigt, dass auch in Zeiten von Corona, die Familie das Wichtigste ist: Ein auf Sizilien lebender Junge brachte rund 2700 Kilometer hinter sich, um seine in der Nähe von London lebende Großmutter während des Lockdowns zu besuchen – und das teilweise zu Fuß. 

Der 11-jährige Romeo Cox machte sich bereits am 20. Juni mit seinem Vater Phil (46) von Palermo auf den Weg nach Großbritannien, wie die britische Boulevardzeitung „The Sun“ auf ihrer Website berichtet. Auf ihrer abenteuerlichen Reise nach London durchquerten die beiden dabei Italien, Schweiz und Frankreich –zu Fuß, mit dem Fahrrad oder auf einem Segelboot. Einige Strecken bewältigte das Vater-Sohn-Gespann sogar mithilfe eines Esels, den sie eigenen Angaben nach gezähmt hatten. Auf Bus, Bahn oder Auto und damit Benzin verzichteten die beiden bewusst.

Lesen Sie auch: Wandern für den guten Zweck: Mamas Zopf >>

Die Reise der Cox' gestaltete sich abenteuerlich. „Wir haben uns ein paar Mal verlaufen. Wir haben unter einem Wespennest geschlafen, was keine gute Idee war, haben blutige Füße bekommen, aber wir haben nie daran gedacht aufzugeben“ erzählte Romeo Cox der „Sun“. Der Gedanke, seine geliebte Großmutter Rosemary, die den Lockdown über alleine verbringen musste, zu drücken, motivierte den Elfjährigen: „Als wir näher kamen, dachte ich immer wieder darüber nach, meine Großmutter zu sehen und wie aufgeregt ich war“, erzählte er. 

Nach hunderten von Kilometern und 93 schweißtreibenden Tagen erreichten Vater und Sohn schließlich am 21. September die britische Hauptstadt, in der sie noch ein Jahr zuvor gelebt hatten. Um die geliebte 77-jährige Großmutter keiner unnötigen Gefahr auszusetzen, begaben sich die beiden allerdings zunächst für zwei Wochen in Quarantäne. 

Mehr aktuelle Nachrichten und Geschichten aus dem Ressort Panorama finden Sie hier >>

Das Wiedersehen mit Großmutter Rosemary, die in Witney, Oxfordshire, lebt, war nach der langen Zeit der Trennung für alle Beteiligten sehr emotional. Romeo Cox erinnert sich: „Wir hatten die beste Umarmung aller Zeiten. Ich habe sie wirklich vermisst.“ Und auch Rosemary war tief bewegt: „Romeo nach seiner Reise zu sehen, fühlt sich so besonders an. Kinder können uns inspirieren“, sagte sie. 

Übrigens: Während seiner Reise, die Romeo Cox via Social Media dokumentierte, besuchte der Junge Migrationszentren für Flüchtlinge, schloss Freundschaften – und sammelte via Crowdfunding stolze 11.000 Pfund – 12.144 Euro – für die Wohltätigkeitsorganisation „Refugee Education Across Conflicts Trust“.