Rauch steigt nach einem Beschuss in der Nähe eines Seehafens in Berdjansk auf. Die ukrainische Marine meldete, sie habe das russische Schiff "Orsk" im Asowschen Meer nahe der Hafenstadt Berdjansk versenkt. dpa

Die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass jubelte Anfang dieser Woche unter Berufung auf das Verteidigungsministerium: Als erstes Schiff der Schwarzmeerflotte sei die „Orsk“ am Montag in der von russischen Truppen eingenommenen ukrainischen Hafenstadt Berdjansk eingelaufen. „Die Ankunft dieses großen Landungsschiffes“ sei ein „wichtiges Ereignis, das logistische Möglichkeiten im Schwarzen Meer eröffnet“, wurde in dem Bericht ein russischer Flottenoffizier zitiert. Die „Orsk“ konnte demnach 1500 Tonnen Ladung transportieren und brachte gepanzerte Fahrzeuge in die Ukraine. Konnte, kann sie aber nicht mehr, denn die „Orsk“ ist offenbar zerstört.

Die ukrainische Marine bekannte sich zu dem Sabotage-Akt auf das im Hafen von Berdjansk vor Anker liegende russische Kriegsschiff. Auf Facebook veröffentlichte das Militär am Donnerstag eine Nahaufnahme des Truppentransporters „Orsk“ sowie zwei Fernaufnahmen, auf denen ein in Brand stehendes Schiff im Hafen von Berdjansk zu sehen ist.

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Ob es sich dabei um die „Orsk“ handelt, war zunächst nicht eindeutig erkennbar. Auf CNN sprach ein Militärexperte von einer unglaublichen Leistung bei Aufklärung und Durchführung der Sabotage-Aktion.

Berdjansk liegt südwestlich der seit Wochen belagerten Stadt Mariupol am Asowschen Meer. Die kleinere Hafenstadt war wie das weiter westlich gelegene Cherson kurz nach Beginn des Angriffs auf die Ukraine am 24. Februar von russischen Truppen eingenommen worden.