Ein Richterhammer (Symbolfoto) Imago/Andtrey Popov

Eine Jury sprach einem Mann aus Kentucky 450.000 Dollar Schadensersatz zu. Den muss Kevin Berlings ehemalige Firma an ihn zahlen – wegen ungerechtfertigter Kündigung. Der ungewöhnliche Grund: Der Ex-Mitarbeiter war ausgerastet, weil sein Unternehmen für ihn eine Geburtstagsparty organisiert hatte.

Jubilar will keine Überraschungsparty und bekommt sie trotzdem

Berling hatte im Gravity-Diagnostics-Labor in Covington gearbeitet. Als er herausfand, dass seine Kollegen eine Überraschungsfeier für ihn planten, beschwerte er sich bei seiner Vorgesetzten. Laut Klageschrift machte Berling klar, dass er krankhaft schüchtern sei und dass öffentliche Aufmerksamkeit bei ihm Panikattacken auslösen könne. Doch im Unternehmen interessierte sich offenbar niemand für die Meinung des Geburtstagskindes.

Die Folge: Als er in der Mittagspause in die Cafeteria kam, brüllte es plötzlich „Happy Birthday“. Berling drehte auf dem Absatz um und flüchtete in sein Auto. Dort versteckte er sich bis zum Dienstschluss und fuhr dann heim.

Unternehmen feuerte Berling nach übergriffiger Überraschungsparty

Am nächsten Tag wurde er von zwei hochrangingen Unternehmensmanagern wegen seines „schlecht gelaunten Verhaltens“ zur Rede gestellt. Laut den Anwälten der Firma hat Berling seine Bosse „im Meeting angebrüllt, ruhig zu sein, ist rot angelaufen und hat seine Fäuste geballt“. Zwei Tage später wurde der Labortechniker per E-Mail gefeuert und zog vor Gericht. Dort verlangte er wegen unrechtmäßiger Entlassung und öffentlicher Bloßstellung einen Schadensersatz. Die Unternehmensanwälte konterten, dass Berling seine Vorgesetzten bedroht hätte – was laut Arbeitsvertrag ein automatischer Kündigungsgrund sei.

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Die Geschworenen glaubten Berlings Anwalt Tony Bucher, der ihnen klarmachte, dass sein Mandant mit dem Ballen seiner Fäuste keine Aggressivität oder gar Gewaltbereitschaft gezeigt habe: „Es ist Kevins Methode, mit stressigen Situationen umzugehen.“ Die Jury sprach dem Kläger 150.000 Dollar für Verdienstausfall und 300.000 Dollar als Schadensersatz für emotionalen Schmerz zu. Gravity Diagnostics hat dagegen bereits Berufung eingelegt.