Blutentnahmeröhrchen mit der Aufschrift Covid-19 und einer Spritze (Symbolfoto)  Foto: imago images
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Der Berliner Senat betreibt unter (030)-9028-2828 zwischen 8 und 20 Uhr eine Hotline für Bürger, die den Verdacht haben, sie könnten infiziert sein. Alternativ können Sie auch die Nummer des Patientenservice anrufen 116117. Bei beiden Nummern ist mit langen Wartezeiten zu rechnen.

Schutz gegen Corona- und andere Viren

Hände waschen: Eine wichtige Maßnahme, um Virusinfektionen zu vermeiden, ist es, die Hände regelmäßig und gründlich mit Seife zu waschen. Gründliches Händewaschen dauert 20 bis 30 Sekunden. In öffentlichen Toiletten ist es ratsam, den Wasserhahn mit einem Einweghandtuch oder dem Ellenbogen zu schließen.

Hygiene: Mit ungewaschenen Händen sollte man sich nicht an Mund, Augen oder Nase fassen. Wer krank ist, sollte Abstand zu anderen halten, sich zu Hause auskurieren und enge Körperkontakte zu seinen Mitmenschen vermeiden. Geschlossene Räume sollten mehrmals täglich für einige Minuten gelüftet werden.

Husten und Niesen: Dabei wird geraten, Abstand von anderen zu halten und sich wegzudrehen. Am besten ist es, ein Taschentuch zu benutzen oder sich die Armbeuge vor Mund und Nase halten. All diese Hygieneregeln sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts zurzeit in Anbetracht der Grippewelle ohnehin angeraten.

+++ 29. Mai +++

Trump verkündet Ende der Zusammenarbeit mit WHO

US-Präsident Donald Trump hat ein Ende der Zusammenarbeit seines Landes mit der Weltgesundheitsorganisation WHO verkündet. «Wir werden heute unsere Beziehung zur Weltgesundheitsorganisation beenden», sagte Trump am Freitag (Ortszeit) bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz im Weißen Haus. Die von den USA der WHO bisher zur Verfügung gestellten Finanzmittel würden für andere globale Gesundheitsprojekte zur Verfügung gestellt, die dies verdienten. Trump warf der WHO erneut vor, unter der Kontrolle der Regierung in Peking zu stehen, obwohl die USA ein Vielfaches der Beiträge Chinas bezahlten. Die UN-Sonderorganisation habe sich notwendigen Reformen verschlossen. Die chinesische Regierung beschuldigte der US-Präsident, die Verbreitung des Coronavirus nicht verhindert zu haben. Das habe zu der Corona-Pandemie geführt, die inzwischen mehr als 100 000 Menschen in den USA das Leben gekostet hat. (dpa)

29 neue Corona-Fälle in Berlin - Corona-Ampeln weiter auf Grün

Die Corona-Infektionszahlen in Berlin bleiben auf relativ niedrigem Niveau. Pro Bezirk wurden zwischen 0 und 7 neue Fälle gemeldet, insgesamt sind es 29 mehr als am Vortag, wie aus der am Freitag veröffentlichten Statistik der Senatsverwaltung für Gesundheit hervorgeht. Seit Beginn der Erfassung wurden damit insgesamt 6766 bestätigte Infektionen mit Sars CoV-2 nachgewiesen, davon gelten 6240 Menschen als genesen. 197 Infizierte starben. Aktuell sind noch knapp 150 Patienten im Krankenhaus. Die Berliner Corona-Ampeln zur Lagebewertung stehen alle weiter auf Grün, die Werte der drei Indikatoren liegen deutlich unter den jeweils kritischen Schwellen. Die Reproduktionszahl liegt bei 0,41, die Zahl der Neuinfektionen pro Woche und 100 000 Einwohner bei 4,7 und der Anteil der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen bei 3,2 Prozent. Wenn bei zwei dieser drei Indikatoren bestimmte Grenzwerte überschritten würden und die jeweiligen Ampeln auf Gelb oder Rot sprängen, sähe die Politik Beratungs- beziehungsweise Handlungsbedarf. (dpa)

New York plant Lockerung der Corona-Beschränkungen ab dem 8. Juni

Die US-Metropole New York will ihre Corona-Beschränkungen nach mehr als zwei Monaten ab dem 8. Juni schrittweise lockern. Die Stadt sei "auf dem Weg" zu einer Wiedereröffnung, erklärte der Gouverneur des Bundesstaats New York, Andrew Cuomo, am Freitag im Onlinedienst Twitter. Zunächst soll nur ein Teil der Wirtschaft wieder hochgefahren werden, unter anderem soll die Bauindustrie den Betrieb wieder aufnehmen dürfen. In der Stadt mit ihren acht Millionen Einwohnern sind bislang nach offiziellen Angaben rund 21.500 Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Zuletzt hatte sich der Anstieg der Todesfälle aber verlangsamt. Auf dem Höhepunkt der Corona-Krise in New York Anfang April waren in dem Bundesstaat täglich mehr als tausend Corona-Patienten gestorben. Besonders schwer betroffen war die Millionenstadt New York. (dpa)

RKI meldet rund 560 Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) rund 560 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Zwar hatte das RKI am frühen Freitagmorgen die Zahl zunächst mit 741 angegeben, allerdings seien darin wegen technischer Probleme auch ältere Fälle enthalten, wie eine RKI-Datenexpertin auf Nachfrage erläuterte. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 180.458 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt (Datenstand 29.05. 0 Uhr). Bislang starben nach RKI-Angaben 8450 nachweislich mit dem Virus Infizierte, damit stieg die Zahl der gemeldeten Toten innerhalb von 24 Stunden um 39. 164.100 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden, das sind 900 mehr als noch einen Tag zuvor. (dpa)

Wieder Häufung von Corona-Fällen nach Gottesdienst in Freikirche

Nach dem Bekanntwerden von inzwischen 200 Corona-Infektionen in einer Freikirche in Frankfurt am Main sind Dutzende Gläubige einer Pfingstgemeinde in Bremerhaven erkrankt. Bei Gottesdiensten in der freikirchlichen Gemeinde hätten sich bis Freitagmittag 44 Gläubige aus Bremerhaven und dem Umland infiziert, sagte ein Stadtsprecher. Der Krisenstab ging davon aus, dass sich die Zahl der Corona-Fälle in den nächsten Tagen weiter erhöhen werde. «Es liegen noch nicht alle Testergebnisse vor», so der Sprecher. Zwei Betroffene seien im Krankenhaus. Mehr als 100 Gemeindemitglieder aus Bremerhaven und dem Landkreis Cuxhaven befänden sich in Quarantäne. Der Krisenstab gehe davon aus, dass sich die Betroffenen bei Gottesdiensten angesteckt haben. Diese seien zuletzt mit jeweils 150 Gläubigen abgehalten worden. Die Religionsgemeinschaft habe bis zu 1000 Mitglieder. Die Verantwortlichen hatten dem Sprecher zufolge angegeben, sich an alle Hygieneregeln gehalten zu haben. Diese beinhalten für das Bundesland Bremen die Empfehlung zum Tragen von Masken und den Verzicht auf Gemeindegesang. Die Behörden untersagten zunächst für die nächsten zwei Wochen weitere Gottesdienste in der Pfingstgemeinde. (dpa)

Dänemark öffnet Grenzen für deutsche Touristen

Dänemark öffnet seine in der Corona-Krise geschlossenen Grenzen wieder für Touristen aus Deutschland, Island und Norwegen. Das gab Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Freitag in Kopenhagen bekannt. Voraussetzung sei, dass sie eine Buchung haben. «Urlauber aus den drei Ländern müssen dokumentieren, dass sie einen Aufenthalt gebucht haben, das heißt mindestens sechs Nächte in einem Hotel, Campingplatz oder ähnlichem», sagte Frederiksen. Ausgenommen von der Öffnung sind die Hauptstadt Kopenhagen und die Region Frederiksberg, wo es die meisten Covid-19-Fälle gibt. «Wir sind wie alle anderen dabei, Dänemark wieder zu öffnen. Wir machen es kontrolliert und schrittweise», so Frederiksen. Von Reisen in andere Länder rät die Regierung weiterhin ab. (dpa)

Einzelhandel leidet in der Corona-Krise - Umsatz mit Mode bricht ein

Der Einzelhandel in Deutschland hat wegen geschlossener Geschäfte in der Corona-Krise hohe Umsatzeinbußen erlitten. Während das Geschäft mit Lebensmitteln und Getränken im Shutdown anzog, erlebten Modehändler einen katastrophalen April - obwohl einige Läden zum Monatsende wieder öffnen durften. Der Handelsverband HDE fürchtet nun zahlreiche Pleiten mittelständischer Geschäfte und viel Leerstand in den Fußgängerzonen. Er forderte von der Bundesregierung Hilfen für den stationären Handel. Im April sank der Umsatz im Einzelhandel preisbereinigt um 6,5 Prozent gemessen am Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Zum Vormonat März fiel der Umsatz nach vorläufigen Daten um gut 5 Prozent. Es war der stärkste Rückgang gegenüber einem Vormonat seit dem Januar 2007.

Im April acht Prozent mehr Sterbefälle als in den Vorjahren

Der Anstieg der Sterbefälle in Deutschland wegen der Corona-Pandemie hat sich im Laufe des Aprils weiter abgeschwächt. Insgesamt starben im April mindestens 82.246 Menschen, das waren acht Prozent beziehungsweise 5942 mehr als im Durchschnitt der vier Vorjahre, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Mehr als 80.000 Sterbefälle in einem April gab es in Deutschland zuletzt im Jahr 1977.

Die erhöhten Sterbefallzahlen zeigen sich den Statistikern zufolge seit der Woche vom 23. bis zum 29. März. Die bislang höchste Abweichung wurde demnach zwei Wochen später, in der Woche vom 6. bis zum 12. April mit 13 Prozent registriert. In der letzten Aprilwoche lagen die Sterbefallzahlen noch zwei Prozent über dem Durchschnitt der Vorjahre.

Insgesamt starben seit Ende März 7486 Menschen mehr beziehungsweise sieben Prozent mehr als im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019. Betroffen waren vor allem Bayern (plus 18 Prozent), Baden-Württemberg (plus 16 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (plus fünf Prozent).

Da die Grippewelle in diesem Jahr bereits seit Mitte März als beendet gilt, sehen die Statistiker die aktuell beobachtete Übersterblichkeit in einem Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Sie betonten aber, dies bedeute nicht, dass alle zusätzlich gezählten Fälle in der Statistik auf Covid-19 zurückzuführen seien, auch andere Todesursachen könnten einen Effekt haben. Im europäischen Vergleich sei das Ausmaß der Übersterblichkeit in Deutschland zudem eher gering. (AFP)

Russland meldet 232 Corona-Todesfälle binnen 24 Stunden

Russland hat einen Höchststand an neuen Corona-Todesfällen verzeichnet: Binnen 24 Stunden seien 232 Menschen an den Folgen einer Ansteckung mit dem Coronavirus gestorben, meldeten die Gesundheitsbehörden am Freitag. Die Zahl der Todesfälle insgesamt stieg demnach auf 4374. Mit 8572 lag die Zahl der Neuinfektionen demnach wie schon seit sechs Tagen stabil unter der Marke von 9000 - davon wurden allein rund 2300 aus Moskau gemeldet. Die Gesamtzahl der Infektionen stieg auf 387.623 Fälle. (AFP)

Ein Jahr lang Corona-Tests an 24 Berliner Schulen geplant

In 24 Berliner Schulen sollen zwölf Monate lang Corona-Tests durchgeführt werden. Geplant sei, Schüler aus 48 Klassen zu untersuchen, sagte Bildungsstaatssekretärin Beate Stoffers am Donnerstag im Bildungsausschuss des Abgeordnetenhauses. Details der mit der Charité geplanten Langzeitstudie müssten aber noch geklärt werden, sagte ein Pressesprecher der Senatsverwaltung. Es gebe zudem Überlegungen, alle Lehrer an 24 Schulen vor und nach den Sommerferien zu testen. Zuvor hatte der rbb berichtet.

Mitte Mai hatte der Berliner Senat eine Ausweitung der Corona-Tests mit einem Schwerpunkt auf Stichproben beschlossen. Flächendeckende Tests werde es nicht geben, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD). Test-Stichproben solle es nach einem Konzept von Charité und Vivantes zum Beispiel in Schulen, Kitas, Pflegeheimen, Krankenhäusern sowie bei Polizei und Feuerwehr geben. Berlin will sich außerdem an einer geplanten bundesweiten Studie zum Corona-Infektionsrisiko von Kita-Kindern beteiligen, hieß es vor zwei Wochen. (dpa)

+++ 28. Mai +++

Coronavirus: 6737 bestätigte Fälle in Berlin - 196 Tote

In Berlin gibt es derzeit 6737 bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus. Die Kontaktpersonen werden weiterhin im Rahmen der Containmentstrategie ermittelt, kontaktiert und isoliert. 3319 Personen sind männlich, 3413 weiblich. Bei fünf Personen wurde das Geschlecht nicht übermittelt. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 146 Personen, davon werden 47 intensivmedizinisch behandelt. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert. 196 an dem neuartigen Coronavirus erkrankte Patient*innen sind bislang verstorben. Die verstorbenen Patient*innen staffeln sich nach Altersgruppen wie folgt: drei der Verstorbenen waren 40 bis 49 Jahre alt, elf 50 bis 59 Jahre alt, 20 verstorbene Patient*innen waren 60 bis 69 Jahre alt, 51 der Verstorbenen waren 70 bis 79 Jahre alt, 77 waren 80 bis 89 Jahre alt und 34 verstorbene Patient*innen waren 90 Jahre und älter. Der Altersmedian der Verstorbenen liegt bei 81 Jahren. (BK)

Boston-Marathon endgültig wegen Coronavirus abgesagt

Erstmals in seiner Geschichte muss der Boston-Marathon abgesagt werden. Nach Angaben der Organisatoren vom Donnerstag soll stattdessen eine «virtuelle Veranstaltung» stattfinden. Alle Teilnehmer, die nachweislich 42,195 Kilometer alleine gelaufen sind, sollen eine Finisher-Medaille erhalten. Ursprünglich sollte die 124. Auflage des Traditionsrennen am 20. April gestartet werden, wurde aber wegen der Corona-Pandemie zunächst auf den 14. September verlegt. Der erste Lauf in Boston fand 1897 erstmals statt. Das Rennen ist eines von sechs World Marathon Majors und zog in den vergangenen Jahren jeweils mehr als 30.000 Teilnehmer und 500.000 Zuschauer an. Die USA sind von der Pandemie weltweit am stärksten betroffen. Der Boston-Marathon 2021 ist nun für den 19. April geplant. (dpa)

Türkei lockert viele Corona-Restriktionen ab 1. Juni

Die türkische Regierung will ab 1. Juni ihre Corona-Beschränkungen erheblich lockern. Für bisher nach außen abgeschottete Großstädte wie Istanbul gibt es wieder Reisefreiheit, sagte Präsident Recep Tayyip Erdogan am Donnerstagabend. Cafés und Restaurants sowie Schwimmbäder, Sportstudios oder Kindergärten dürfen demnach wieder öffnen. Auch Strände, Parks und Museen sind dann wieder zugänglich. Freiluft-Konzerte sind bis Mitternacht erlaubt. Einige Restriktionen bleiben jedoch. Senioren ab 65 Jahren dürfen weiter bis auf festgelegte Stunden in der Woche nicht vor die Tür. Das Ausgehverbot für Unter-20-Jährige wurde leicht verändert und gilt nun noch für Menschen unter 18. Shisha-Lokale und andere «Vergnügungsorte» bleiben geschlossen. Erdogan betonte, dass jeder weiterhin auf die Abstandsregeln achten und eine Maske tragen müsse. (dpa)

Weiterhin abnehmender Trend: RKI meldet 353 Neuinfektionen

Der abnehmende Trend bei der Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland hält an. Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut 353 neue Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 179.717 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am Donnerstag meldete (Datenstand 28.05. 0 Uhr). Am 2. April war die Zahl der Neu-Infektionen mit rund 6500 auf ihrem bisherigen Höhepunkt gewesen. Seitdem sind die Zahlen - mit tagesabhängigen Schwankungen - kontinuierlich gesunken. Bislang starben dem RKI zufolge 8411 nachweislich mit dem Virus Infizierte, damit stieg die Zahl der gemeldeten Toten innerhalb von 24 Stunden um 62. 163.200 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden, das sind 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

Wegen Corona: Brandenburg plant alternatives Konzept für Einheitsfeier

Als diesjähriger Gastgeber der Einheitsfeierlichkeiten plant das Land Brandenburg wegen der Corona-Pandemie ein alternatives Konzept. Ein großes Bürgerfest mit mehreren Hunderttausend Gästen und ein traditioneller Festakt seien leider nicht möglich, teilte die Staatskanzlei am Donnerstag mit. Deshalb habe die Landesregierung ein zeitlich und räumlich flexibles Konzept entwickelt. «Es ist und bleibt für Brandenburg eine große Ehre, 30 Jahre Einheit zu begehen. Dieser Verantwortung und Verpflichtung stellen wir uns gerne», erklärte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Vorgesehen ist demnach, dass sich alle Bundesländer und die fünf Verfassungsorgane sowie die Stadt Potsdam über mehrere Tage mit Installationen in der brandenburgischen Landeshauptstadt präsentieren. Dadurch könne eine weiträumige Ausstellung in der Stadtkulisse entstehen, so die Staatskanzlei. Mit der zeitlichen und räumlichen Entzerrung ohne Bühnen und Zelte werde es möglich sein, den Besucherstrom so zu steuern, dass Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden können. Die Abstimmung mit allen Beteiligten in Bund und Ländern sei durch die Staatskanzlei eingeleitet worden. (dpa)

Frankreich lockert ab Dienstag Corona-Auflagen

Ab Dienstag treten in Frankreich weitere Lockerungen der Corona-Auflagen in Kraft. Dazu gehört die Öffnung vieler Restaurants und Cafés, wie Premierminister Edouard Philippe am Donnerstag in Paris ankündigte. Im Pariser Großraum und im Grenzgebiet zu Deutschland können zudem Parks wieder öffnen. Das neuartige Coronavirus sei immer noch im ganzen Land präsent, sagte Philippe. Seine Ausbreitung sei aber "unter Kontrolle". Für die Bürger bedeute dies: "Die Freiheit wird die Regel, die Einschränkung zur Ausnahme." Vor allem im Pariser Großraum sei in den kommenden Wochen noch größere Vorsicht geboten. (AFP)

Mehr als 40 Millionen Arbeitslose in der Corona-Krise in den USA

Die Corona-Krise sorgt weiter für massive Verwerfungen auf dem US-Arbeitsmarkt. Binnen einer Woche meldeten sich weitere 2,12 Millionen Menschen arbeitslos, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Damit durchbrach die Zahl der Arbeitslosmeldungen seit Beginn der Pandemie die 40-Millionen-Marke. Allerdings schwächte sich die wöchentliche Zunahme erneut ab. So hatten sich etwa Anfang April binnen einer Woche 6,65 Millionen Menschen zusätzlich arbeitslos gemeldet, im Mai betrug die wöchentliche Zunahme zuletzt 2,43 Millionen. (AFP)

Lockerungen: Mehr Menschen dürfen sich in Brandenburg treffen, Baden mit Auflagen

Die Brandenburger können in der Corona-Krise wieder in etwas größeren Gruppen in der Öffentlichkeit unterwegs sein. Seit Donnerstag gelten gelockerte Regeln. Dazu zählt, dass der Aufenthalt mit bis zu zehn Personen oder maximal zwei Haushalten erlaubt ist. Das gilt ebenso für Treffen in Wohnungen.

Auch das Trainieren im Fitnessstudio und in der Sporthalle und der Besuch von Tanzschulen, Freizeitparks und Spielhallen sind wieder möglich. Demonstrationen sind im Freien mit bis zu 150 statt 50 Menschen erlaubt - und große private Feste wie Hochzeiten können mit maximal 50 Menschen drinnen oder draußen gefeiert werden.

Badespaß in Freibädern und an Badegewässern ist ebenfalls seit Donnerstag möglich. Beim Baden und Schwimmen sowie an Land müssten die Abstands- und Hygieneregeln zum Schutz vor der Ausbreitung des Coronavirus beachtet werden, erklärte das Gesundheitsministerium. Die Öffnung kommunaler Bäder sei mit Aufwand verbunden, weil etwa Abstandsregeln auf Liege- und Wasserflächen geregelt werden müssten, teilte der Verband kommunaler Unternehmen Brandenburg mit.

Nicht alle Freibäder können gleich aufmachen - Vorlaufzeit und Umsetzung eines solchen Konzeptes brauchten meist zwei bis vier Wochen. Die Öffnung sei mit finanziellen Einbußen verbunden, denn nur ein Bruchteil der normalen Besucherzahl werde erwartet und erheblich mehr Personal sei nötig. (dpa)

Demonstrationen am Pfingst-Wochenende: Mehr als 60 angemeldet

Die Polizei in Berlin stellt sich auf eine Vielzahl von Demonstrationen am Pfingstwochenende ein. Für Samstag und Sonntag seien mehr als 60 Versammlungen unter freiem Himmel angemeldet, sagte eine Polizeisprecherin am Donnerstag. Gerechnet werde zudem mit nicht angemeldeten Demonstrationen.

Derzeit sind wegen des Coronavirus Demonstrationen mit jeweils bis zu 100 Teilnehmern erlaubt, am vergangenen Wochenende waren nur je 50 Menschen zugelassen. Rund 1000 Polizisten waren im Einsatz. Die Einsatzkräfte bereiteten sich nun auf verschiedene Szenarien vor, sagte die Sprecherin. Die angemeldeten Demonstrationen sollten unter Einhaltung der Corona-Regeln ermöglicht werden. „Wir sind gut aufgestellt.“

Versammlungen sind am Samstag laut Polizei am Rosa-Luxemburg-Platz, am Alexanderplatz, am Großen Stern und vor dem Reichstag angemeldet. Zum einem geht es demnach um die Forderung, Einschränkungen der Grundrechte durch die Corona-Pandemie zu beenden. Hinzu kämen Aufzüge, die sich gegen reche Hetze und Verschwörungsmythen wendeten. (dpa9

Wegen Corona eine halbe Million Führerscheinprüfungen ins Wasser gefallen

Wegen der Corona-Epidemie sind in Deutschland rund 500.000 praktische und theoretische Fahrschulprüfungen ins Wasser gefallen. Das ergaben Berechnungen des TÜV-Verbands, wie dieser am Donnerstag in Berlin mitteilte. Auch nach dem Neustart der Fahrschulen müsse wegen der Abstandsregeln teilweise mit längeren Wartezeiten gerechnet werden, weil deutlich weniger Fahrschüler als üblich gleichzeitig die Theorieprüfungen absolvieren können. Zudem müssten Räume zwischen den Prüfungen desinfiziert und gründlich gelüftet werden. (AFP)

Mehr Lohnersatz für Eltern und weniger Steuern für Restaurants

Berufstätige Eltern, die ihre Kinder wegen der Corona-Krise zuhause betreuen müssen, sollen mehr Hilfen vom Staat bekommen. Der Lohnersatz wegen eingeschränkten Kita- und Schulbetriebs soll künftig nicht mehr nur 6, sondern bis zu 20 Wochen lang gezahlt werden. Das beschloss der Bundestag am Donnerstag. Im gleichen Gesetz wurde die Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie vorübergehend von 19 auf 7 Prozent gesenkt. So sollen Restaurants unterstützt werden, die wegen der Pandemie große Umsatzeinbrüche haben. Die Opposition kritisierte, dass Bars und Kneipen, die ausschließlich Getränke verkaufen, dabei unberücksichtigt bleiben. Beschlossen wurde auch, dass Zuschüsse des Arbeitgebers zum Kurzarbeitergeld größtenteils steuerfrei bleiben. Das Gesetz bedarf noch der Zustimmung des Bundesrats. (dpa)

Berliner Senat berät Corona-Lockerungen - Kneipen können hoffen

Der Berliner Senat berät am Donnerstag auf einer Sondersitzung über weitere Lockerungen der Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie. Geplant ist unter anderem, die Versammlungsfreiheit wieder in ihrer ursprünglichen Form zu gewährleisten und die Obergrenze von derzeit 100 Teilnehmern bei Demonstrationen zu streichen. Das soll voraussichtlich ab 4. Juni greifen, wobei weiterhin Abstandsgebote gelten sollen. Zudem will sich der Senat nach dpa-Informationen mit Regelungen für religiöse, kulturelle und andere Versammlungen und Veranstaltungen befassen. Geregelt werden sollen Möglichkeiten für Kinos und Freiluftkinos. Hoffen auf Lockerungen können auch erstmals Bars und Kneipen, bei denen es um eine als «Tischzwang» bezeichnete Regelung gehen soll. Für die Lockerungen sind drei Schritte geplant im Abstand von jeweils zwei Wochen, beginnend in der kommenden Woche. In einer ersten Phase könnten private, kulturelle oder gewerbliche Veranstaltungen bis zu 100 Personen (innen) und 200 Personen (außen) ermöglicht werden. Für die nächsten Schritte sind Begrenzungen auf 200/500 und 500/1000 Personen angedacht. Für alle Maßnahmen sollen jeweils Hygiene- und Abstandsregelungen gelten. Bei Innenräumen sind zudem zehn Quadratmeter Fläche pro Person notwendig, außerdem sollen Anwesenheitslisten geführt werden. Spezifische Konzepte werden verlangt für Theater, Konzerte, Opern, Musikunterricht sowie den Sport, der Fitnessstudios, Tanz-, Ballett- und Sportschulen einschließt. (dpa)

Arzneimittelkommision warnt vor schneller Zulassung von Remdesivir

Der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft, Wolf Dieter Ludwig, hat vor einer schnellen Zulassung des Arzneimittels Remdesivir gegen Covid-19 gewarnt. „Wir wissen noch viel zu wenig über die Nebenwirkungen“, sagte Ludwig nach Angaben vom Donnerstag dem Norddeutschen Rundfunk (NDR).

Remdesivir habe bisher lediglich gezeigt, dass es die Krankheitsdauer um vier Tage verkürzt. „Aber das Mindeste müsste doch sein, dass die Patienten, die es rechtzeitig bekommen, weniger schwer krank werden“, sagte Ludwig.

Eine US-Studie bestätigte unlängst eine verkürzte Behandlungsdauer von Covid-Patienten durch das antivirale Mittel Remdesivir. Weniger eindeutig war der Einfluss auf die Sterblichkeit. Remdesivir dringt in Viren ein und verhindert deren Vermehrung. In den USA und in Japan erhielt das Medikament eine Sonderzulassung. (AFP)

Fahrgäste sind wieder mit Flixbus unterwegs Berlin

Mit Mundschutz an Bord: Erstmals seit März sind auf innerdeutschen Verbindungen wieder Fahrgäste mit Flixbus unterwegs. Der deutsche Fernbus-Marktführer nahm am Donnerstag den Betrieb wieder auf. Zunächst werden knapp 50 Halte angesteuert - vor der Coronakrise waren es zehn mal so viele. Für Fahrgäste gilt: Abstand halten an der Haltestelle und beim Einsteigen, Zutritt nur durch die hintere Tür und Mundschutz tragen während der ganzen Fahrt. Bei entsprechender Nachfrage werden die Busse voll besetzt. Flixbus appellierte an die Kunden, nur zu reisen, wenn sie beschwerdefrei sind. (dpa)

Spahn warnt vor gesellschaftlicher Polarisierung in Corona-Krise

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat vor einer ähnlichen gesellschaftlichen Polarisierung in Deutschland in der Corona-Krise wie durch die Flüchtlingskrise der Jahre 2015-16 gewarnt. Zu Beginn der Corona-Krise habe Deutschland „ein Wir-Gefühl erlebt“, jetzt aber müsse hinsichtlich des gesellschaftlichen Klimas aufgepasst werden, sagte Spahn der „Augsburger Allgemeinen“ (Donnerstagsausgabe).

Alle Bürger müssten darauf achten, dass die Debatte über die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus „nicht wieder so polarisierend wird wie teilweise in der Diskussion über die Migration“, mahnte der CDU-Politiker. Spahn rief dazu auf, sich die abweichenden Meinungen von Mitbürgern anzuhören und zu „verstehen, warum jemand eine andere Position hat als man selbst“.

In deutschen Städten gibt es seit Wochen regelmäßig Demonstrationen gegen die Auflagen zur Eindämmung der Pandemie, obwohl die Restriktionen schrittweise gelockert werden. Nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes versammeln sich auf solchen Kundgebungen zunehmend Extremisten vor allem aus dem rechtsextremen Spektrum. (AFP)

Lehrerpräsident warnt vor schneller Rückkehr zum vollen Präsenzunterricht

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, lehnt eine schnelle Rückkehr zum Präsenzunterricht für alle Schüler ab. „Die Ankündigung in Thüringen und Sachsen, an den Schulen bald auf Abstandsregeln zu verzichten und wieder alle Schüler in den Präsenzunterricht zu holen, kommt mir zu schnell und zu unvorbereitet“, sagte er der "Passauer Neuen Presse" vom Donnerstag.

Ein solches Vorgehen setze „ein völlig neues Hygiene- und Gesundheitsschutzkonzept voraus, das man nicht so einfach aus dem Hut zaubern kann“, sagte Meidinger. So würden etwa Atemschutzmasken im Unterricht, umfassende Testungen, kleine Lerngruppen während des gesamten Schultags und regelmäßige Lüftungen notwendig. „Das derzeit geltende Hygienekonzept der Kultusministerkonferenz müsste komplett überarbeitet werden.“

Gleichzeitig bleibe ein schlechtes Gefühl, "ob wir mit einer kompletten Schulöffnung nicht doch in ein riskantes Experiment mit der Gesundheit unserer Kinder und Lehrer gehen, dessen Ausgang niemand kennt". Je mehr Jahrgangsstufen zurückkehrten, desto schwieriger werde die Umsetzung der Hygienemaßnahmen. (AFP)

Corona-Todesfälle: Mexiko überholt Deutschland

In Mexiko sind inzwischen mehr Menschen nach einer Infektion mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben als in Deutschland. Die Zahl der Todesopfer stieg in dem nordamerikanischen Land nach offiziellen Angaben vom Mittwochabend (Ortszeit) auf 8597. Mexiko, das rund 130 Millionen Einwohner hat, ist damit das Land mit den achtmeisten Toten infolge des Coronavirus. Zuletzt kamen innerhalb von 24 Stunden 463 neue Todesfälle hinzu. In Deutschland starben nach den jüngsten Angaben des Robert Koch-Instituts innerhalb von 24 Stunden 47 nachweislich mit dem Virus Infizierte, wodurch sich die Gesamtzahl auf 8349 erhöhte.

Vermutlich sind in Mexiko in Wirklichkeit deutlich mehr Menschen infolge einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben als offiziell registriert. (dpa)

Zahl der Corona-Toten in den USA steigt auf mehr als 100.000

Die Zahl der verzeichneten Todesopfer durch die Coronavirus-Pandemie in den USA hat die Marke von 100.000 überschritten. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore stieg die Zahl der Corona-Toten bis zum Mittwochabend (Ortszeit) auf rund 100.400. Die Zahl der registrierten Infektionsfälle betrug fast 1,7 Millionen. (AFP)

+++ 27. Mai +++

RKI meldet 362 Neuinfektionen - mehrere Flüchtlingsheime betroffen

Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 362 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise mehr als 179.300 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am Mittwoch meldete (Datenstand 27.05, 0 Uhr). Ein Großteil davon ist bereits wieder genesen. Die Zahl der Neuinfektionen bleibt weiter auf niedrigem Niveau, das Infektionsgeschehen wird von vereinzelten kleineren Ausbrüchen dominiert. Die Stadt Regensburg reißt wegen eines Corona-Ausbruchs in einem Ankerzentrum für Flüchtlinge die kritische Grenze für Corona-Neuinfektionen. Dort waren bei einer Reihen-Untersuchung viele Fälle festgestellt worden. Nach Angaben des Landesamts für Gesundheit müssen die Regensburger erst einmal keine Konsequenzen befürchten, das Infektionsgeschehen sei lokal und klar eingrenzbar. (dpa)

Coronavirus: 6702 bestätigte Fälle in Berlin - 195 Tote

In Berlin gibt es derzeit 6702 bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus. Die Kontaktpersonen werden weiterhin im Rahmen der Containmentstrategie ermittelt, kontaktiert und isoliert. 3302 Personen sind männlich, 3394 weiblich. Bei sechs Personen wurde das Geschlecht nicht übermittelt. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 171 Personen, davon werden 56 intensivmedizinisch behandelt. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert. 195 an dem neuartigen Coronavirus erkrankte Patient*innen sind bislang verstorben. Die verstorbenen Patient*innen staffeln sich nach Altersgruppen wie folgt: drei der Verstorbenen waren 40 bis 49 Jahre alt, elf 50 bis 59 Jahre alt, 20 verstorbene Patient*innen waren 60 bis 69 Jahre alt, 51 der Verstorbenen waren 70 bis 79 Jahre alt, 76 waren 80 bis 89 Jahre alt und 34 verstorbene Patient*innen waren 90 Jahre und älter. Der Altersmedian der Verstorbenen liegt bei 81 Jahren. (BK)

Brandenburg belässt neue Corona-Regeln zunächst bis 15. Juni

Die rot-schwarz-grüne Brandenburger Landesregierung bleibt auch nach der Vereinbarung von Bund und Ländern zu längeren Corona-Kontaktbeschränkungen vorerst bei ihrem neuen Zeitplan. «Wir haben uns vorgenommen, dass wir Ende der ersten Juni-Woche uns wiederum mit der Situation auseinandersetzen und dann werden wir auch darüber reden, wie die neue Eindämmungsverordnung aussehen kann», sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Die Menschen müssten sich aber darauf einstellen, «dass die Kontaktbeschränkungen in erweiterter Form noch bis Ende Juni gelten». Die Corona-Regeln in Brandenburg gelten zunächst bis zum 15. Juni, hatte Woidke am Dienstag angekündigt. Bund und Länder hatten sich danach darauf verständigt, dass die Kontaktvorgaben bis zum 29. Juni verlängert werden. Ab 6. Juni können die Länder weitere Lockerungen gestatten. Brandenburg lässt ab diesem Donnerstag (28. Mai) mehr Freiheiten zu. Dann können unter anderem nicht nur Menschen aus zwei Haushalten in der Öffentlichkeit zusammen unterwegs sein, wenn sie den Abstand von eineinhalb Metern einhalten, sondern auch bis zu zehn Menschen - ob drinnen oder draußen. (dpa)

Merkel mahnt: «Wir leben immer noch am Anfang der Pandemie»

Angesichts immer neuer Lockerungsdebatten mahnt Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ein gemeinsames Vorgehen von Bund und Ländern in der Corona-Krise an. «Ich bin sehr einverstanden, das jeder im Rahmen seiner Zuständigkeiten arbeitet», sagte sie am Mittwoch nach einer Videokonferenz mit den Ost-Regierungschefs. «Das heißt aber auch, dass mir als Bundeskanzlerin und der ganzen Bundesregierung schon wichtig ist, dass wir in grundsätzlichen Fragen eine Übereinstimmung haben.» Nötig sei ein gemeinsamer Schutzrahmen, auf den sich Bund und Länder auch verständigt hätten: «Das heißt 1,5 Meter Mindestabstand, das heißt Mund-Nasen-Schutz im öffentlichen Personennahverkehr und da, wo die 1,5 Meter Abstand nicht eingehalten werden können», so Merkel. Wichtig sei auch die Grenze von 50 oder in manchen Ländern 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche, ab der ein Notmechanismus greifen soll. (dpa)

Lufthansa dreht Warteschleife - Keine Entscheidung zu Rettungspaket

Die Lufthansa dreht vorerst eine Warteschleife: Der Aufsichtsrat der Fluggesellschaft hat am Mittwoch die Entscheidung zur Annahme des staatlichen Rettungspakets über neun Milliarden Euro vertagt. Als Grund nannte das Unternehmen in Frankfurt mögliche Auflagen der EU-Kommission, die bei einer Staatshilfe die Start- und Landerechte an verschiedenen Flughäfen überprüfen könnte. Damit würde die Drehkreuzfunktion an den Heimatflughäfen Frankfurt und München geschwächt, argumentieren die Aufsichtsräte und wollen die möglichen Folgen sowie Alternativszenarien prüfen. Hierfür ist bislang allein eine Insolvenz in Eigenverwaltung als so genanntes Schutzschirmverfahren genannt worden. Der Aufsichtsrat nannte aber das Rettungspaket über den staatlichen Wirtschaftsstabilisierungsfonds WSF die «einzig gangbare Alternative» zur Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit. (dpa)

Gesundheitsministerium: Corona-Tests in Schule, Kita, Pflegeheim

Schüler, Lehrer, Kitakinder und ihre Erzieherinnen könnten künftig verstärkt auf Corona getestet werden. Die geplante Ausweitung von Tests auch auf Menschen ohne Symptome soll sich nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums unter anderem auf diese Bereiche erstrecken. Wie aus einem Verordnungsentwurf des Ministeriums für erweiterte Tests hervorgeht, könnten demnach künftig «alle Personen in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Lebensmittelfirmen (z.B. Schlachthöfen), gastronomischen Einrichtungen sowie Gemeinschaftseinrichtungen (z.B. Kitas und Schulen)» getestet werden, wenn dort Fälle mit Covid-19 aufgetreten sind. Der Entwurf sei an diesem Mittwoch innerhalb der Bundesregierung in die Abstimmung gegeben worden, teilte ein Sprecher mit. Die Verordnung solle rückwirkend zum 14. Mai in Kraft treten. (dpa)

Italien und Spanien sollen größten Teil der Corona-Hilfen der EU bekommen

Die besonders hart von der Corona-Krise getroffenen Länder Italien und Spanien sollen den größten Teil der von der EU-Kommission vorgeschlagenen Wiederaufbauhilfen erhalten. Für Italien sind nach AFP-Informationen vom Mittwoch von insgesamt 750 Milliarden Euro fast 173 Milliarden Euro vorgesehen, bei Spanien sind es gut 140 Milliarden Euro. Für Deutschland sind knapp 29 Milliarden Euro reserviert. (AFP)

Autofahrer fahren wegen Corona weniger, wollen aber auch keinen ÖPNV

Im April haben Autofahrer in Deutschland rund 25 Prozent weniger Kilometer zurückgelegt als sonst im Monatsdurchschnitt. Allerdings stiegen sie auch nicht auf den öffentlichen Nahverkehr um, wie eine Untersuchung der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) ergab, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Stattdessen erwägen 12 Prozent aller Befragten, wegen Corona ein weiteres Fahrzeug anzuschaffen, damit möglichst viele Personen im Haushalt «kontaktlos mobil» sind.

Die geringere Fahrleistung hing laut DAT direkt mit der bundesweit stark gestiegenen Kurz- und Home-Office-Arbeit in Zeiten von Corona zusammen. Auch seien die Menschen seltener aus Freizeitgründen ins Auto gestiegen. Allerdings nutzten wegen Corona auch noch weniger Autofahrer den ÖPNV und wollen ihn auch in Zukunft nicht stärker nutzen - dieser Aussage stimmten 77 Prozent der Befragten zu.

Stattdessen erwägt vor allem die Gruppe der 30- bis 39-Jährigen, sich wegen der Ansteckungsgefahr durch Corona ein weiteres Auto zuzulegen. In dieser Altersgruppe lag die Zustimmung für diese Überlegung bei 29 Prozent, altersübergreifend bei 12 Prozent. (dpa)

Bund und Länder verlängern Kontaktbeschränkungen bis Ende Juni 

Wegen der Coronavirus-Pandemie müssen sich alle Menschen in Deutschland bei Treffen im Freien mindestens bis zur Jahresmitte weiter stark zurückhalten. Die Kontaktbeschränkungen werden bis zum 29. Juni verlängert, wie Bund und Länder am Dienstagabend vereinbart haben. Schon ab dem 6. Juni können allerdings die Länder weitere Lockerungen gestatten - etwa, dass sich künftig maximal zehn Menschen oder Angehörige zweier Haushalte in der Öffentlichkeit treffen dürfen.

Mitten in der Debatte über Lockerungen der Corona-Beschränkungen berät Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch mit den sechs ostdeutschen Regierungschefs. Bei der Videokonferenz soll es unter anderem um die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie und um die Stärkung der Wissenschafts- und Forschungslandschaft im Osten gehen. (dpa)

+++ 26. Mai +++

Alle Berliner Corona-Ampeln wieder grün - R-Wert sinkt auf 0,9

Alle drei sogenannten Corona-Ampeln zur Bewertung der Infektionslage in Berlin stehen wieder auf Grün. Die Reproduktionszahl (R), die in den vergangenen drei Tagen über dem kritischen Wert von 1,2 gelegen hatte, sank auf 0,9, wie die Senatsgesundheitsverwaltung am Dienstagabend mitteilte. Damit stecken statistisch gesehen 10 Infizierte in Berlin nur noch 9 Menschen an. Am Montag hatte der R-Wert noch bei 1,37 gelegen und die Ampel in den roten Bereich gebracht. Die Zahl der bekannten Infektionen stieg zu Dienstag um 21 neue Fälle, zwei neue Todesfälle wurden bekannt.

Dem neuen Ampelsystem mit drei Werten zufolge besteht bei zwei roten Ampeln Handlungsbedarf, es könnten dann zum Beispiel wieder mehr Maßnahmen zur Eindämmung verhängt werden. Die beiden anderen Werte sanken weiter etwas: Mit einem aktuellen Wert von etwa 4,7 Corona-Fällen pro 100 000 Einwohner liegt die Neuinfektions-Ampel momentan deutlich unter der Schwelle für Gelb (20 oder mehr) oder Rot (30 oder mehr). Die Auslastung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten lag am Dienstag bei 4,5 Prozent - für Gelb müssten es mindestens 15 Prozent sein, für Rot mindestens 25 Prozent. (dpa)

Berlin: Derzeit 6672 bestätigte Fälle, 549 aktiv Erkrankte

In Berlin gibt es derzeit 6672 bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus, 3284 Personen sind männlich, 3384 weiblich. Bei vier Personen wurde das Geschlecht nicht übermittelt. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 164 Personen, davon werden 58 intensivmedizinisch behandelt. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert. Insgesamt gibt es aktuell 549 aktive Fälle von Corona-Erkrankten,

193 an dem neuartigen Coronavirus erkrankte Patienten sind bislang verstorben. Die verstorbenen Patienten staffeln sich nach Altersgruppen wie folgt: drei der Verstorbenen waren 40 bis 49 Jahre alt, elf 50 bis 59 Jahre alt, 20 Verstorbene waren 60 bis 69 Jahre alt, 50 der Verstorbenen waren 70 bis 79 Jahre alt, 75 waren 80 bis 89 Jahre alt und 34 verstorbene Patienten waren 90 Jahre und älter. Der Altersmedian der Verstorbenen liegt bei 81 Jahren. (BK)

Keine Corona-Infizierten mehr in Flüchtlings-Gemeinschaftsunterkunft Hennigsdorf

Nach der Coronavirus-Infektion von 68 Bewohnern in einer Flüchtlingsunterkunft in Hennigsdorf (Kreis Oberhavel) ist die Lage vorerst unter Kontrolle. Im Landkreis gebe es aktuell keine Menschen in Gemeinschaftsunterkünften mehr, die mit dem Virus infiziert seien, teilte der Kreis am Dienstag mit - dazu gehört auch die Unterkunft in Hennigsdorf. „Alle vormals infizierten Menschen sind bereits genesen“, sagte Sprecherin Ivonne Pelz. Eines der fünf Häuser der Einrichtung stehe aber vorerst noch bis Anfang Juni unter Quarantäne. Im Kreis gibt es neun Gemeinschaftsunterkünfte.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Potsdam gab es mit Stand vergangenen Mittwoch (20. Mai) 260 Bewohner von Flüchtlingseinrichtungen, die positiv auf das Virus getestet worden waren. In der Potsdamer Gemeinschaftsunterkunft in der Zeppelinstraße, in dem sich 24 Bewohner mit dem Virus infiziert hatten, gab es am Dienstag ebenfalls keine positiven Fälle mehr, wie die Stadt mitteilte. (dpa)

WHO-Regionalbüro besorgt über rasanten Anstieg der Corona-Fälle in Brasilien

Die Panamerikanische Gesundheitsorganisation (Paho) hat sich besorgt über die Entwicklung der Corona-Pandemie in Teilen Südamerikas geäußert. Die Verbreitung des Virus scheine sich in Brasilien, Peru und Chile "weiter zu beschleunigen", teilte die Paho, die als Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fungiert, am Dienstag mit. Insbesondere die Lage in Brasilien sei alarmierend, da die wöchentliche Zunahme der Corona-Infektionen in der vergangenen Woche den höchsten Stand seit Beginn der Pandemie erreicht habe.

Insgesamt wurden in Lateinamerika bislang fast 800.000 Corona-Fälle verzeichnet. 143.000 Menschen starben. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen liegt höher als in Europa oder den USA. Lateinamerika habe sich "ohne Zweifel" zu einem Epizentrum der Corona-Pandemie entwickelt, erklärte die Paho. (AFP)

USA sichern Schutz von Politikern vor Coronavirus bei G7-Gipfel zu

Das Weiße Haus hat Schutzmaßnahmen für Staats- und Regierungschefs gegen das Coronavirus zugesichert, sollte der G7-Gipfel im kommenden Monat doch in Washington zusammenkommen. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, sagte am Dienstag, dafür aus dem Ausland anreisende Politiker würden genauso geschützt „wie die Menschen im Weißen Haus“. In der US-Regierungszentrale hat es in der Pandemie mindestens zwei bestätigte Infektionen gegeben.

McEnany sagte, US-Präsident Donald Trump wolle, dass der Gipfel der führenden Industrienationen „im Zuge der Wiedereröffnung Amerikas“ tage. Ausländische Staats- und Regierungschefs stimmten der Idee zu. Noch ist allerdings unklar, ob die Staats- und Regierungschefs der anderen G7-Staaten trotz der derzeit geltenden Reisebeschränkungen tatsächlich anreisen würden. Einen Termin gibt es noch nicht. Nach McEnanys Worten ist Ende Juni angepeilt, Tagungsort des Gipfels ist demnach das Weiße Haus. (dpa)

Berlin stellt Corona-Ampel anderen Hauptstädten vor

Die Berliner Corona-Ampel könnte ein Beispiel für andere Weltstädte werden - Regierungschef Michael Müller (SPD) stellte das Modell am Dienstag in einer Videokonferenz den Bürgermeistern und Beamten von Berlins Partnerstädten in aller Welt vor. Auch Charité-Virologe Christian Drosten nahm an der Schalte teil, in der auch die Teststrategie der Charité erläutert wurde, wie die Senatskanzlei mitteilte. Aus London, Buenos Aires, Los Angeles, Istanbul, Budapest, Jakarta, Paris, Mexiko-Stadt und Moskau waren zumeist die jeweiligen Bürgermeister, teils auch Beamte oder Gesundheitsexperten zugeschaltet.

„In der Corona-Krise können die Metropolen im Umgang mit der Pandemie viel voneinander lernen. Daher ist mir dieser regelmäßige Austausch mit meinen internationalen Amtskollegen in dieser Zeit besonders wichtig“, erklärte Müller laut Mitteilung. Es war den Angaben nach die zweite solche Runde seit Beginn der Pandemie. Diesmal sei es um die Frage gegangen, wie Risikogruppen auch bei lockereren Kontaktbeschränkungen geschützt werden könnten. (dpa)

Spahn: Wer krank ist, soll zum Arzt gehen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Menschen mit Beschwerden aufgefordert, sich trotz Corona-Krise behandeln zu lassen. Er könne „alle Kranken, chronisch wie akut Kranke, nur auffordern, ermuntern, tatsächlich auch zum Arzt zu gehen, wenn es nötig ist“, sagte Spahn in einem ARD-Interview am Dienstag. „Das ist wichtig für die Gesundheit.“ Bei Unsicherheiten riet Spahn, den Arzt anzurufen und über die Situation zu sprechen. „Im Zweifel jedenfalls ist es immer besser, zum Arzt zu gehen, insbesondere wenn es eine Beschwerde gibt oder wenn es auch um eine Kontrolluntersuchung für einen chronisch Kranken geht.“

In der Hochphase der Corona-Pandemie zwischen Mitte März und Anfang Mai waren in Deutschland deutlich weniger Menschen als sonst zu Fachärzten gegangen. Das geht aus einer bundesweiten Umfrage des NDR bei Vertretern von Berufsverbänden, Kassenärztlichen und Kassenzahnärztlichen Vereinigungen hervor. Alle Vereinigungen äußerten die Sorge, der Ausfall von Terminen könne zu teils lebensbedrohlichen Verschlechterungen der Gesundheit der Patienten geführt haben.

Zu Beginn der Krise hätten sich Praxen und Krankenhäuser zunächst auf Corona-Infizierte einstellen und Abläufe neu organisieren müssen, sagte Spahn. Dies sei mittlerweile gut gelungen und damit das Infektionsrisiko minimiert. Er zeigte sich zuversichtlich, dass es nun nicht zu Terminstaus oder Engpässen in den Praxen kommt. (dpa)

Brandenburg lockert Corona-Regeln - Theater und Kinos öffnen wieder

Die Corona-Regeln werden in Brandenburg für Demonstrationen, Kinos und Theater weiter gelockert. Beschränkungen wie Maskenpflicht und Abstand bleiben aber noch mindestens bis zum 15. Juni bestehen. Ab Donnerstag (28. Mai) sind genehmigte Demonstrationen und Gottesdienste im Freien mit bis zu 150 Teilnehmern erlaubt, wie Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Dienstag in Potsdam nach einer Kabinettssitzung ankündigte. Drinnen und draußen können ab Donnerstag bis zu zehn Menschen oder zwei Haushalte zusammen sein. Private Feiern sind mit bis zu 50 Personen möglich. Ein Besuch im Kino oder Theater kann ab 6. Juni eingeplant werden. (dpa)

Bund und Länder einig: Kontaktbeschränkungen bis 29. Juni

Bund und Länder haben sich grundsätzlich darauf verständigt, dass die Kontaktbeschränkungen wegen der Coronavirus-Pandemie bis zum 29. Juni verlängert werden. Dazu gehört, dass sich maximal zehn Menschen oder Angehörige zweier Haushalte in der Öffentlichkeit treffen dürfen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen in Berlin und Thüringen erfuhr. Thüringen hält sich bei neuen Kontaktbeschränkungen aber einen Sonderweg offen, ebenso andere Länder. (dpa)

Mehr als 179.200 Corona-Nachweise in Deutschland - über 8343 Tote

Bundesweit sind bis Dienstagvormittag mehr als 179.200 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden. 24 Stunden zuvor lag die gemeldete Zahl bei mehr als 178.800 Fällen. Mindestens 8343 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Stand Montagnachmittag: 8281). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach aktuellsten Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montag bei 0,70 (Datenstand 26.5. 0 Uhr). Das bedeutet, dass jeder Infizierte im Mittel sieben weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Nach weiteren Schätzungen des RKI haben in Deutschland rund 162.000 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle. (dpa)

Verstoß gegen Mindestabstand darf in Berlin nicht mehr mit Bußgeld geahndet werden

In Berlin dürfen Verstöße gegen den Mindestabstand und die Reduzierung von Kontakten auf ein Minimum nicht mehr mit Bußgeldern geahndet werden. Das Berliner Verfassungsgericht setzte die entsprechenden Bußgeldvorschriften des Senats mit einem am Dienstag veröffentlichten Beschluss vorläufig außer Kraft. Das Gericht gab damit einem Eilantrag teilweise statt.

Es darf demzufolge konkret kein Bußgeld mehr verhängt werden, wenn jemand gegen den Mindestabstand von anderthalb Metern verstößt sowie gegen das Gebot, „physisch soziale Kontakte auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren“. Im Übrigen wurde der Eilantrag abgelehnt. Zu den weiteren Inhalten des Antrags und der Begründung wurde zunächst nichts bekannt.  (AFP)

Drosten: Explosive Übertragungsereignisse sind Treiber der Epidemie

Zunächst auch ohne Impfung, aber mit gezielten Maßnahmen könnten laut dem Berliner Virologen Christian Drosten große Erfolge in der Corona-Pandemie erreicht werden. Es gelte, sich insbesondere auf massenhafte Übertragungsereignisse und die Virenübertragung über sogenannte Aerosole, also feinste Schwebeteilchen in der Luft, zu konzentrieren, schilderte der Charité-Wissenschaftler am Dienstag im NDR-Podcast.

Inzwischen gebe es die Erkenntnis, dass ganz wenige Leute ganz viele andere Menschen infizierten, während die meisten Infizierten niemanden oder nur wenige Menschen ansteckten, sagte der Experte. «Wir haben explosive Übertragungsereignisse, die diese ganze Epidemie eigentlich treiben.» Als Beispiele nannte er auch aktuelle Fälle wie die Infektionen, die nach einem Baptisten-Gottesdienst in Frankfurt und nach einer Veranstaltung in geschlossener Gesellschaft in einem Lokal in Niedersachsen bekannt wurden. (dpa)

Macron greift Autobranche mit Milliarden unter die Arme

Frankreich will seine Autobranche mit einem Hilfspaket von mehr als acht Milliarden Euro stützen. Davon werde über eine Milliarde Euro fließen, um die wegen der Corona-Krise eingebrochene Nachfrage wieder in Schwung zu bringen. Das kündigte Staatschef Emmanuel Macron am Dienstag nach einem Besuch des Zulieferers Valéo im nordfranzösischen Ort Étaples an.

„Die weltweite Automobilbranche ist in einer tiefen Krise“, resümierte der 42-Jährige. Im Gegenzug für die Unterstützung will er die Branche für eine ökologische Wende in die Pflicht nehmen. Frankreich solle innerhalb von fünf Jahren bei sauberen Fahrzeugen die „führende Herstellernation“ in Europa werden, kündigte er mit Blick auf E-Autos und Hybridfahrzeuge an, die mit Strom und Benzin fahren.

Staatliche Anreize für den Kauf von Neuwagen werden erhöht. So solle die Hilfe für den Kauf eines E-Autos auf 7000 Euro steigen - bisher sind es 6000 Euro. Auch das Umsteigen von Alt- auf Neufahrzeuge soll belohnt werden. „Es gibt 400.000 unverkaufte Fahrzeuge“, sagte der Staatschef, der zuvor in Paris mit Branchen- und Gewerkschaftsvertretern zusammengekommen war. Auch in Deutschland wird über zusätzliche Kaufprämien für Autos debattiert. (dpa)

Daten zur Corona-Ampel sollen täglich veröffentlicht werden

Der aktuelle Stand der sogenannten Berliner Corona-Ampel soll künftig täglich nachzuvollziehen sein. Zunächst sei vereinbart gewesen, über den jeweiligen Stand bei der Entwicklung der Corona-Pandemie einmal in der Woche im Senat zu diskutieren, sagte Finanzsenator Matthias Kollatz am Dienstag. „Die Gesundheitssenatorin hat heute vorgetragen, wenn es Interesse gibt, wird sie das in Zukunft täglich publizieren“, so der SPD-Politiker. Die Daten würden auf der Internetseite des Gesundheitsressorts veröffentlicht.

Das Ampelsystem berücksichtigt die Zahl der Neuinfektionen, den Anteil der freien Intensivbetten und den R-Wert, der anzeigt, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt. Weil die sogenannte Reproduktionszahl zuletzt bei 1,37 und damit zum dritten Mal in Folge über dem kritischen Wert von 1,2 lag, ist die Ampel an dieser Stelle auf Rot gesprungen. (dpa)

Brandenburg hält an Planungen für Einheitsfeier fest

Trotz der unklaren Entwicklung in der Corona-Krise hält Brandenburg an seinen Plänen für eine zentrale Einheitsfeier Anfang Oktober in Potsdam fest. „Wir haben entsprechend der Situation die Planungen für den Tag der Deutschen Einheit angepasst“, sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Dienstag in Potsdam. Wegen des ungewissen Verlaufs der Pandemie müssten die Planungen aber sehr flexibel gestaltet werden. Zum 30. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung ist am Wochenende des 3. und 4. Oktober ein großes Fest in der brandenburgischen Landeshauptstadt geplant.

„Wir müssen auch relativ kurzfristig eventuell in bessere oder, was keiner hofft, schlechtere Situationen umschalten können“, betonte der amtierende Bundesratspräsident Woidke. „Das macht das Ganze zu einem doch sehr schwierigen Planungsunterfangen.“ Das Konzept wolle die Staatskanzlei demnächst vorstellen. (dpa)

Corona-Lockerungen und Impfstoff-Suche befeuern Dax

Lockerungsmaßnahmen in der Corona-Krise und die damit einhergehende Hoffnung auf eine Wirtschaftsbelebung haben den Dax am Dienstag weiter angeschoben. Nach dem starken Wochenstart stieg der Leitindex zeitweise über die Marke von 11 500 Punkten und schloss damit im Chart die große Lücke, die er im Zuge des Corona-Crashs Anfang März durch den schwersten Tagesverlust seit dem 9. September 2001 aufgerissen hatte.

Am Nachmittag stand der Dax 0,88 Prozent höher bei 11.491,96 Punkten. Die Experten von Index Radar sehen bei 11.500 Punkten Verkaufsdruck durch eher mittelfristig agierende Marktteilnehmer.

Der MDax der mittelgroßen deutschen Werte rückte um 1,41 Prozent auf 25.438,69 Zähler vor. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone gewann 0,8 Prozent. (dpa)

Spaniens Regierung ordnet zehntägige Staatstrauer um Corona-Tote an

Die spanische Regierung hat eine zehntägige Staatstrauer um die Opfer der Corona-Pandemie angeordnet. Diese solle am Mittwoch beginnen, erklärte Regierungschef Pedro Sánchez am Dienstag im Internet-Dienst Twitter. Er wies darauf hin, dass dies die längste offizielle Trauerperiode in Spanien seit dem Sturz von Diktator Francisco Franco und der Wiederherstellung der Demokratie 1977 ist.

Die Regierung hatte mit der Ausrufung der Staatstrauer gewartet, bis auch in den besonders betroffenen Metropolen Madrid und Barcelona die strikten Ausgangsbeschränkungen aufgehoben wurden. Unter anderem sollen ab Mittwoch nun an allen öffentlichen Gebäuden die Fahnen auf Halbmast wehen.

Spanien ist eines der am schlimmsten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder Europas. Die Zahl der Infizierten liegt bei gut 235.000, es starben mehr als 26.000 Menschen. (AFP)

Brandenburg unterstützt Wildparks in Corona-Krise

Das Land Brandenburg öffnet seinen Corona-Rettungsschirm nun auch für Wild- und Tierparks im Land. Deren Existenzen seien oft bedroht, auch wenn viele Parks nach den coronabedingen Schließungen wieder geöffnet seien, teilte das Landesamt für Umwelt am Dienstag mit. Eine neu aufgelegte Förderrichtlinie soll deshalb ab sofort auch Wildgehege und Tierparks sowie Bildungseinrichtungen im waldpädagogischen, Umwelt- und Agrarbereich umfassen. Demnach stehen zunächst 1,5 Millionen Euro aus dem Corona-Rettungsschirm des Landes bereit. Der Antrag kann per Post oder E-Mail beim Landesamt gestellt werden.

Den Angaben nach stehen einige der entsprechenden Bildungseinrichtungen und Tierparks kurz vor der Schließung, weil die Haupteinnahmequelle aus Eintrittsgeldern oder Teilnahmebeiträgen wegfiel. (dpa)

Bayern lässt ab 1. September wieder Messeveranstaltungen zu

In Bayern soll es ab 1. September trotz der Corona-Pandemie auch wieder Messeveranstaltungen geben. Darauf haben sich nach Angaben des Wirtschaftsministeriums Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) verständigt. Das dafür notwendige Hygiene-Konzept werde nun mit dem Gesundheitsministerium und den Messeunternehmen ausgearbeitet, sagte ein Ministeriumssprecher.

„Jede Entscheidung über einen so langen Zeitraum steht natürlich jedoch verstärkt unter dem Vorbehalt, wie sich die Corona-Infektionszahlen entwickeln“, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) der Deutschen Presse-Agentur. Mit dem 1. September wolle die Staatsregierung „eine mögliche Perspektive aufzeigen. Bayern geht seinen Weg weiterhin mit Umsicht und Vorsicht.“

Wegen der Pandemie finden in Bayern seit März keine Messeveranstaltungen mehr statt. Bis Ende August gilt in ganz Deutschland noch ein Verbot für Großveranstaltungen - die Staatsregierung hatte bisher Lockerungspläne über so lange Zeiträume wegen der unsicheren Planungsmöglichkeit in der Krise abgelehnt. (dpa)

Betreiber und Prostituierte fordern Öffnung von Bordellen

Prostitution ist auf Grund des Coronavirus untersagt - und während in anderen Bereichen gelockert wird, haben Sexarbeiterinnen, Sexarbeiter und Bordellbesitzer das Nachsehen.

Dagegen wehrt sich die Branche: Der Bundesverband Sexuelle Dienstleistungen verlangt in einem offenen Brief vom Dienstag, die in der Corona-Krise verfügten Schließungen aller Prostitutionsstätten wieder aufzuheben. Eine weitere Schließung der Bordelle und ein Verbot der Prostitution seien durch nichts gerechtfertigt.

Bei der Debatte um mögliche Lockerungen im Bereich Prostitution spielen auch politische Forderungen jenseits von Corona eine Rolle. Angesichts der derzeitigen Beschränkungen hatte eine Gruppe von Bundestagsabgeordneten von Union und SPD vergangene Woche gefordert, Bordelle nicht wieder zu öffnen und ein Sexkaufverbot einzuführen. (dpa)

Corona-Prämie für Firmen bei Übernahme von Azubis

Bund, Länder, Wirtschaft und Gewerkschaften wollen einen Einbruch auf dem Lehrstellenmarkt in der Corona-Krise verhindern. Dazu haben sie am Dienstag in der sogenannten Allianz für Aus- und Weiterbildung gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit verschiedene Maßnahmen vereinbart. So sollen Betriebe, die Azubis von insolventen Firmen übernehmen, eine staatliche Prämie bekommen. Zudem soll die Beratung von Jugendlichen und Betrieben noch gezielter werden - auch mit mehr digitalen Formaten.

Die Übernahmeprämie soll es zunächst befristet bis zum Ende des Jahres geben. Wie hoch sie ausfällt, ist noch unklar. Die Details dazu würden derzeit innerhalb der Bundesregierung abgestimmt, hieß es am Dienstag aus dem Bundeswirtschaftsministerium. Die Wirtschaft hielt sich mit konkreten Forderungen zur Höhe zurück. (dpa)

EZB warnt wegen Corona-Schulden vor Gefahren für Einheit der Euro-Zone

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat angesichts der massiven Staatsverschuldung in der Corona-Krise vor wachsenden Gefahren für die gemeinsame Zukunft der Euro-Zone gewarnt. Sollten die milliardenschweren Maßnahmen auf nationaler oder europäischer Ebene dazu führen, dass die Tragfähigkeit der Schulden infrage gestellt wird, könnten die Märkte die Einheit der Euro-Zone als gefährdet ansehen, heißt es im am Dienstag veröffentlichten Finanzstabilitätsbericht der EZB. Die Märkte könnten dann von einem höheren Risiko für den Austritt einzelner Staaten aus der Währungsunion ausgehen.

Nach Angaben der EZB dürfte der Schuldenstand in den Euro-Ländern in diesem Jahr um bis zu 22 Prozentpunkte anwachsen. Die Staatsschuldenquote dürfte auf knapp 103 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen. Im vergangenen Jahr hatte diese noch 86 Prozent gelegen. Laut dem europäischen Stabilitätspakt liegt die Grenze für die Staatsschuldenquote bei 60 Prozent. Diese Regel wurde in der Corona-Krise jedoch ausgesetzt. (AFP)

Brandenburg beschließt neue Lockerungen der Corona-Regeln

Die Corona-Beschränkungen werden in Brandenburg weiter gelockert. Ab Donnerstag (28. Mai) sind Demonstrationen und Gottesdienste im Freien mit bis zu 150 Teilnehmern erlaubt, wie Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Dienstag ankündigte. Außerdem dürfen sich draußen wieder bis zu zehn Menschen treffen.

Außerdem können die coronabedingt geschlossenen Theater, Kinos und Konzerthäuser in Brandenburg ab 6. Juni unter Auflagen wieder öffnen. Die Theater und Kinos hatten seit Mitte März geschlossen.(dpa)

BVG schickt mehr Busse in den Schulverkehr - und weniger nach TXL

Wegen des wiederanlaufenden Schulbetriebs in der Hauptstadt wollen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ihren Frühverkehr verstärken. Das teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Demnach wird ab dem 2. Juni bis zunächst zum Beginn der Sommerferien das Platzangebot im Schülerverkehr auf insgesamt 16 BVG-Linien erhöht. Verstärkung gibt es im Frühverkehr unter anderem auf den Linien M11, M37, M76 und M77. Im Gegenzug soll allerdings das Angebot auf den Buslinien zum Flughafen Tegel reduziert werden, da die Nachfrage sehr gering sei, hieß es weiter. Der Flughafen bleibe aber weiterhin mit 15 Fahrten pro Stunde gut angebunden.

Mit der Verstärkung des Schülerverkehrs sind nach Angaben der BVG dann mehr Busse als vor der Corona-Krise auf den Straßen Berlins unterwegs. Zudem verkürze sich auf den betroffenen Linien der Minutentakt. (dpa)

Lebensmittel durch Corona-Krise deutlich teurer

Die Preise für Lebensmittel sind durch die Corona-Krise in Berlin und Brandenburg gestiegen. Im April waren Nahrungsmittel in Berlin im Schnitt 4,3 Prozent teurer als im Vorjahresmonat, im Brandenburg sogar 6,1 Prozent, wie aus Zahlen des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg vom Dienstag hervorgeht. Körperpflegeprodukte verteuerten sich demnach im Vergleich zum Vorjahresmonat in Berlin um 2,5 Prozent und in Brandenburg um 2,2 Prozent.

Den Angaben nach waren vor allem Fleisch sowie frisches Obst und Gemüse deutlich teurer, wobei der Preisanstieg in Brandenburg oftmals größer war als in Berlin. Fleisch kostete demnach in Berlin im Schnitt 9 Prozent mehr, in Brandenburg rund 12 Prozent. Beim Gemüse war der Anstieg in Brandenburg beim Blumenkohl am größten - er kostete fast 74 Prozent mehr als im April 2019. Lediglich Spargel und Gurken waren in Brandenburg günstiger als im Vorjahresmonat. Auch Haarfarbe und -tönungen wurden in beiden Ländern teurer. (dpa)

Frankreichs Datenschutzbehörde billigt Corona-Warn-App

Frankreichs Datenschutzbehörde hat die geplante Corona-Warn-App „StopCovid“ gebilligt. Die Commission Nationale Informatique et Libertés (Cnil) erklärte am Dienstag, die Anwendung werde den Datenschutzvorschriften weitgehend gerecht. Die App soll ab der kommenden Woche nutzbar sein. Sie warnt Nutzer, wenn sie sich in der Nähe von Corona-Infizierten aufgehalten haben.

Die Cnil regte Nachbesserungen an, etwa bei der Löschung der anonymisierten Daten, sowie gezielte Informationen für minderjährige Nutzer. Ab Mittwoch diskutiert das französische Parlament über die App. Eine gesetzliche Grundlage gibt es nicht, da die Nutzung der Anwendung freiwillig ist. Als offizieller Starttermin gilt der Dienstag nach Pfingsten.

Anders als Deutschland hat sich Frankreich für eine zentrale Software-Lösung entschieden. Das bedeutet, dass die Daten auf zentralen Servern gespeichert werden und nicht nur auf den jeweiligen Nutzerhandys. Damit sind die Systeme vorerst nicht kompatibel. Ursprünglich hatte die Bundesregierung eine europäische Lösung angestrebt. (AFP)

Coronavirus breitet sich rasant in Lateinamerika aus

In Lateinamerika breitet sich das neuartige Coronavirus weiter rasant aus. In Chile wurden innerhalb von 24 Stunden fast 5000 neue Infektionsfälle verzeichnet, ein neuer Höchststand, wie die Gesundheitsbehörden am Montag (Ortszeit) mitteilten. In Brasilien, dem Land mit der zweithöchsten Zahl an gemeldeten Infektionen weltweit nach den USA, blieb die Lage angespannt.

Brasilien meldete zuletzt 23.473 Tote, gefolgt von Mexiko mit 7.633 und Peru mit 3.629 Toten. Experten gehen aber davon aus, dass die Dunkelziffer mitunter weitaus höher liegt, weil etwa in Brasilien vergleichsweise wenig getestet wird. Insgesamt sind in Lateinamerika und der Karibik bisher mehr als 41.000 Menschen an COVID-19 gestorben, die Zahl der Infizierten wird mit 766.000 angegeben. (AFP)

Corona: Thailand verlängert Notstand bis Ende Juni

Die thailändische Regierung hat den Corona-Notstand bis Ende Juni verlängert. Damit verbunden sind ein öffentliches Versammlungsverbot, eine nächtliche Ausgangssperre und zeitweise die Schließung der meisten Geschäfte. Inzwischen sind aber etliche Geschäfte sowie Restaurants, Parks, Museen und Schwimmbäder sowie Tiersalons wieder offen. Am Dienstag stimmten die thailändischen Minister der Verlängerung des Notstands zu, der seit Ende März gilt.

Die Opposition warf der Militärregierung vor, ihre Macht zu missbrauchen. Dem widersprach eine Regierungssprecherin. Sie sagte, dass es lediglich um die Gesundheit der Bevölkerung gehe. In Thailand gibt es rund 3000 bestätigte Infektionen, 57 mit dem Erreger Sars-CoV-2 infizierte Menschen sind gestorben. (dpa)

Deutsche Post bietet Tausenden Mitarbeitern Coronavirus-Test an

Die Deutsche Post will mehreren Tausend Angestellten die Möglichkeit geben, sich auf das Coronavirus testen zu lassen. „Wir werden deutlich mehr als 10 000 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen anbieten, sich vorsorglich auf Covid-19 testen zu lassen, dies vor allem in größeren Betriebsstätten“, sagte Vorstand Tobias Meyer der „Rheinischen Post“ (Dienstag). Die Tests sollten systematisch von Betriebsärzten in ausgewählten Betriebsstätten - darunter Paketzentren und Briefverteilzentren - gemäß einer Risikoeinstufung durchgeführt werden.

Meyer zufolge wurden schon in der Vergangenheit Mitarbeiter auf die Krankheit Covid-19 getestet. „Das Auffällige war, dass wir bei den breiten Tests ohne zwingenden Grund eine unerwartet hohe Anzahl an Infizierten gefunden haben, die aber bisher keinerlei Symptome der Krankheit haben“, sagte er. Daher müsse die Post davon ausgehen, dass sie mehr infizierte Menschen im Umkreis ihrer Betriebsstätten habe als bisher vermutet. (dpa)

179.002 Infiz - ein Plus von 432 seit dem Vortag

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Dienstag mit 179.002 angegeben - ein Plus von 432 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 180.600 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 8302 Todesfälle und damit 45 mehr als am Vortag, die JHU 8309 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug laut RKI etwa 162.000. (AFP)

Riesige Nachfrage: Corona sorgt für Welpen-Boom

Homeoffice, Kurzarbeit - Zeit für einen kleinen Hund? Viele Menschen nutzen offenbar die Corona-Krise, um sich einen Welpen anzuschaffen. „Es gibt Nachfrage ohne Ende“, sagt Udo Kopernik vom Verband für das Deutsche Hundewesen, dem Dachverband der Hundezüchter. Einige Züchter berichteten ihm von Wartelisten im dreistelligen Bereich für einzelne Würfe. Insbesondere Labradore oder Golden Retriever stünden hoch im Kurs. Aber auch bei Rassen, die sonst nicht so stark nachgefragt sind, seien viele Welpen schon vermittelt bevor sie überhaupt auf der Welt seien.

„Welpen müssen andauernd bekaspert werden. Die ersten sechs Wochen in der Aufzucht sind die anspruchsvollsten“, erklärt Kopernik. Da sei es nachvollziehbar, dass sich viele gerade in Zeiten des Homeoffice oder mobilen Arbeitens für einen Hund entschieden. „Wenn der mir in den ersten Wochen ins Homeoffice pinkelt, dann ist das nicht so schlimm, wie wenn er das im Büro tun würde.“ Und gerade in Zeiten der sozialen Isolation sei ein Hund ein guter Partner im Alltag.

Die verstärkte Nachfrage bei Züchtern erklärt sich Kopernik aber auch durch einen weiteren Effekt: Durch die Schließung der Grenzen in Richtung Osteuropa sei der teils illegale Welpenhandel weggefallen. Außerdem könnten Tierheime derzeit nur eingeschränkt Hunde vermitteln. (dpa)

+++ 25. Mai +++

Erste Berliner Freibäder wieder offen - Tickets mit Zeitfenster

Nach der Corona-Zwangspause haben seit Montag die ersten Berliner Freibäder wieder geöffnet. Bei eher kühlen Temperaturen gingen nach Angaben der Bäder-Betriebe die Sommerbäder Wilmersdorf, Olympiastadion und Spandau-Süd sowie das Strandbad Wannsee an den Start. Für die Nutzung der Anlagen sind Tickets mit Zeitfenster nötig, die Badefrösche müssen die Hygiene- und Abstandsregeln beachten. Um Infektionen nachverfolgen zu können, wurden die Besucher um Name und Telefonnummer gebeten.

Ein Sprecher der Bäder-Betriebe schätzte die Zahl der Gäste in den vier Bädern auf rund 1200 Besucher. Im Freibad Wilmersdorf herrschte reger Betrieb, im Becken selber waren bis zu 72 Schwimmerinnen und Schwimmer zugelassen.

Die Zahl der erlaubten Stunden im Schwimmbad ist ebenfalls begrenzt und von dessen Größe abhängig. Nach dem Ende des gebuchten Zeitfensters müssen die Besucher die Anlage wieder verlassen. Von einigen Ausnahmen wie zum Beispiel in Wilmersdorf abgesehen, bleiben Innenduschen und Umkleiden erst einmal geschlossen. Das gilt oft auch für Spielplätze, Rutschen und Sprungtürme. Die Toilettenanlagen sind aber offen - alle Besucher werden um Händewaschen sowie Abstandhalten und Rücksichtnahme gebeten. (dpa)

15.000 Rohingya in Flüchtlingslagern in Bangladesch unter Corona-Quarantäne

Nach dem Auftreten weiterer Corona-Fälle in den überfüllten Flüchtlingslagern von Bangladesch sind rund 15.000 Bewohner unter Quarantäne gestellt worden. Bislang seien 29 Rohingya-Flüchtlinge in den Lagern des Bezirks Cox's Bazar positiv getestet worden, sagte der Bezirksvertreter Toha Bhuiyan am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Sie seien in eigens eingerichteten Behandlungszentren isoliert worden, ihre Familien und Kontakte dürften ihr Zuhause nicht mehr verlassen.

Nach Angaben Bhuiyans ist keiner der Infizierten in kritischem Zustand. Die Mehrheit zeige kaum Symptome. Die meisten der Infizierten leben demnach in Kutupalong, dem mit 600.000 Bewohnern größten Camp. In Cox's Bazar gibt es insgesamt 34 Camps, die zusammen als das größte Flüchtlingslager der Welt gelten. In ihnen leben verfolgte Muslime aus dem benachbarten Myanmar seit 2017 unter verheerenden Bedingungen in Zelten oder Bambusbaracken.

Die Sorge vor einer raschen Ausbreitung des Coronavirus in den überfüllten Lagern ist groß. Die Gesundheitsbehörden wollen deshalb unter anderem die Testkapazität deutlich erhöhen. (AFP)

Ramelow: Wir müssen aus dem Corona-Krisenstatus raus

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat sein umstrittenes Vorpreschen bei der weiteren Lockerung von Corona-Beschränkungen verteidigt. Aus der geringen Zahl von Infizierten und Neuinfektionen in Thüringen müssten die Konsequenzen gezogen werden, sagte Ramelow der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. „Wir müssen aus dem Krisenstatus raus.“ Menschen könnten nicht weiter gezwungen werden, die Aufhebung von Verboten vor Gerichten zu erstreiten - wie zuletzt die Öffnung von Fitnessstudios.

Wer Grundrechte einschränke, müsse das gut begründen können, sagte Ramelow am Montagabend in der ARD. In Thüringen gebe es derzeit nur noch rund 250 Menschen mit einer aktiven Corona-Infektion. Risikogruppen gelte es weiter zu schützen. Die Frage sei jedoch, ob das im jetzigen Modus geschehen müsse.

Nicht infrage stelle er den Infektionsschutz an sich, betonte Ramelow. „Das ist kein Aufruf zur Leichtfertigkeit“, sagte er der dpa. Weiterhin gelte, Abstand zu halten und dort einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, wo sich Menschen nahe kommen - wie in öffentlichen Verkehrsmitteln. „Ich haben niemanden gesagt: Reißt euch den Mundschutz runter.“ Denkbar seien Mundschutz-Regelungen, die auf einzelne Bereiche zugeschnitten seien. (dpa)

Berlins Regierender kritisiert Thüringen: „Ein gefährlicher Weg“

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat den Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow für seine Corona-Lockerungs-Entscheidung kritisiert. „Es gab ja eine Verabredung der Ministerpräsidenten, jetzt mindestens zu warten, bis die nächsten Beschlüsse bundesweit auch mit dem Kanzleramt gefasst werden. Er ist da jetzt ausgebrochen, und ich glaube, das ist ein gefährlicher und falscher Weg, den er geht“, sagte Müller am Montagabend in der RBB-„Spezial“-Sendung zur Corona-Pandemie. Ramelow (Linke) hatte für ein Ende der allgemeinen Corona-Beschränkungen in Thüringen plädiert und dies mit den geringen Infektionszahlen des Landes begründet.

Müller wies darauf hin, dass die bisherigen Absprachen zwischen Bund und Ländern zum Erfolg bei der Eindämmung des Corona-Virus beigetragen hätten. „Wir haben gemeinsam in unserem föderalen System diese Krise gut bewältigt“, sagte der SPD-Politiker. „Auch zwischen Berlin und Brandenburg ist es so, dass mal der eine mit dem Kabinettsbeschluss ein bisschen schneller ist als der andere, aber der grundsätzliche Weg, wie wichtig Abstand, Hygiene, Masken sind, der war doch immer verabredet.“ Und das sei auch richtig gewesen.

„Wir sind ja auch immer ein bisschen abhängig davon, was in einer Koalition entschieden wird“, räumte Müller ein. „Wichtig ist aber, dass der grundsätzliche Weg - wollen wir öffnen, wollen wir lockern oder doch wieder einen Schritt zurückgehen - dass so etwas miteinander verabredet wird. Und da muss man sagen, hat Thüringen jetzt doch eine neue Qualität in die Diskussion gebracht.“ (dpa)

Britische Regierung lockert Pandemie-Maßnahmen in England

In England dürfen zahlreiche Geschäfte im Juni wieder öffnen. Das kündigte Premierminister Boris Johnson am Montag in London an. So dürfen dann unter anderem Bekleidungsgeschäfte, Möbelläden, Fachgeschäfte für Elektronik oder Bücher, Auktionshäuser und Schneidereien ihre Dienste anbieten. Bereits vom 1. Juni an können Märkte im Freien wieder ihre Waren verkaufen. Johnson hatte am 23. März alle Läden, die nicht wie Supermärkte und Pharmazien der Grundversorgung dienen, zur Pandemie-Eindämmung schließen lassen.

Bereits am Sonntag hatte der Premier angekündigt, ab Juni die Schulen für einzelne Jahrgangsstufen zu öffnen. Die Landesteile Schottland, Wales und Nordirland gehen im Kampf gegen das Coronavirus ihren eigenen Weg. Großbritannien ist das Land mit den meisten Opfern in Europa. Bislang wurden 36.914 Todesfälle registriert, teilte Johnson am Montagabend mit. Es wird mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet. (dpa)

Geisel: Senat will Demonstrationen ohne Teilnehmerbegrenzung

Demonstrationen sollen in Berlin voraussichtlich ab dem 4. Juni wieder ohne Begrenzung der Teilnehmerzahl möglich sein. Das kündigte Innensenator Andreas Geisel am Montagabend in der RBB-„Abendschau“ an. „Wir werden morgen im Senat darüber beraten, zum 4. Juni Demonstrationen im öffentlichen Raum wieder vollständig freizugeben mit dem entsprechenden Abstandsgebot“, sagte der SPD-Politiker. „Die Menschen werden ungeduldig, was ich auch verstehe, die Infektionszahlen sind niedrig. Trotzdem ist Vorsicht immer noch ein guter Ratgeber“, sagte Geisel. „Aber ganz klar, die Einschränkung der Grundrechte muss beendet werden, das ist nächste Woche dann der Fall.“ (dpa)

WHO setzt klinische Tests mit Hydroxychloroquin wegen Sicherheitsbedenken aus

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat klinische Tests des Malariamittels Hydroxychloroquin zur Behandlung von Covid-19 wegen Sicherheitsbedenken ausgesetzt. Die Tests in mehreren Ländern seien „vorübergehend“ eingestellt worden, während die Sicherheit des Medikaments überprüft werde, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus auf einer Pressekonferenz am Montag. Die Entscheidung sei nach der Veröffentlichung einer Studie gefallen, wonach eine Behandlung mit Hydroxychloroquin möglicherweise die Sterblichkeitsrate erhöht.

Ein Forschungsteam der Harvard Medical School in Boston und des Universitätsspitals Zürich hatte für die in der Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlichte Studie die Daten von 96.000 Patienten in hunderten Krankenhäusern weltweit ausgewertet. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass Hydroxychloroquin und Chloroquin keinen Nutzen bei Covid-19-Patienten zeigen. Vielmehr wiesen die erhobenen Daten den Forschern zufolge auf ein erhöhtes Sterberisiko hin. Zudem erhöhten die Medikamente das Risiko für Herzrhythmusstörungen. (AFP)

Berlin: 374 aktive Fälle, kein weiterer Covid-19-Toter

In Berlin sind bis Montagmittag zehn neue Corona-Infektionen registriert worden. Damit gibt es 6651 bestätigte Fälle, wie aus der Statistik der Senatsverwaltung für Gesundheit hervorgeht. Im Krankenhaus werden derzeit 177 Corona-Patienten behandelt, 60 von ihnen intensivmedizinisch. Den Angaben zufolge ist kein weiterer Infizierter gestorben, die Todeszahl liegt weiter bei 191. 6086 Erkrankte gelten mittlerweile als genesen. Diese Zahl wird geschätzt, da keine Meldepflicht besteht. Damit gibt es in Berlin aktuell 374 aktive Corona-Fälle.

Die Reproduktionszahl liegt bei 1,37, wie die Senatsgesundheitsverwaltung mitteilte. Sie zeigt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt, und bezieht sich auf Infektionen vor 8 bis 13 Tagen. Bleibt der Wert länger stabil über 1, besteht die Gefahr eines wieder exponentiellen Anstiegs der Fallzahlen. (dpa/BK)

Kanzleramt will Kontaktbeschränkungen bis zum 5. Juli verlängern

Das Bundeskanzleramt will die Corona-Kontaktbeschränkungen bis zum 5. Juli verlängern, dabei aber auch weitere Lockerungen ermöglichen. „Bei privaten Zusammenkünften zu Hause in geschlossenen Räumen“ und beim „Aufenthalt im öffentlichen Raum“ sollen sich bis zu zehn Menschen - oder die Angehörigen zweier Hausstände - treffen dürfen, wie aus einer AFP vorliegenden Beschlussvorlage von Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) für Beratungen mit den Staatskanzleien der Länder am Montag hervorgeht.

Über 178.560 Corona-Nachweise in Deutschland - mindestens 8250 Tote

Bundesweit sind bis zum Montagnachmittag mehr als 178.560 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden. 24 Stunden zuvor lag die gemeldete Zahl bei gut 178.500 Fällen. Mindestens 8252 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Stand Sonntagnachmittag: 8251). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach aktuellsten Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntag bei 0,94 (Datenstand 24.5. 0 Uhr). Das bedeutet, dass jeder Infizierte im Mittel etwas weniger als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert (Datenstand 24.5. 0.00 Uhr) bei 0,93. Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen.

Nach weiteren Schätzungen des RKI haben in Deutschland rund 161.200 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle. (dpa)

Schweden registriert mehr als 4000 Corona-Todesfälle

In Schweden sind bislang 4029 Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Das teilten die Gesundheitsbehörden am Montag in Stockholm mit. Die Rate der registrierten Sterbefälle ist in Schweden um ein Vielfaches höher als etwa in Norwegen oder Deutschland. Anders als in vielen anderen Ländern hat die Regierung in Schweden beispielsweise nicht die Schulen geschlossen, sondern die Bürger lediglich gebeten, Abstand zu halten und die Hände zu waschen.

In Schweden kamen bislang 40 Todesfälle auf 100.000 Einwohner. In Norwegen sind es 4,4, in Deutschland rund 10 von 100.000. Die schwedische Strategie ist deshalb heftig umstritten.

Staatsepidemiologe Anders Tegnell sieht die Entwicklung dennoch positiv. Die Zahl der Ansteckungen und der Todesfälle in den Altersheimen sei rückläufig. Rund 34.000 Infektionen wurden bislang registriert. (dpa)

Bundesregierung und Lufthansa-Vorstand stimmen Rettungspaket zu

Die schwer angeschlagene Lufthansa soll zur Rettung milliardenschwere Staatshilfen bekommen. Darauf verständigten sich die Bundesregierung sowie der Lufthansa-Vorstand, wie beide Seiten am Montag mitteilen. Allerdings muss die EU-Kommission noch zustimmen, ebenso der Aufsichtsrat der Lufthansa und die Hauptversammlung. Das Paket sieht verschiedene Hilfen und Eigenkapitalmaßnahmen in Höhe von neun Milliarden Euro vor.

Die Bundesregierung teilte mit, die Lufthansa sei vor der Corona-Pandemie operativ gesund und profitabel gewesen und habe eine gute Perspektive gehabt - sei aber durch die aktuelle Corona-Krise in eine existenzielle Notlage geraten. Das Stabilisierungspaket trage den Bedürfnissen des Unternehmens ebenso Rechnung wie den Bedürfnissen der Steuerzahler und der Beschäftigten der Lufthansa Gruppe, die auf den Erhalt eines starken Unternehmens angewiesen seien.

Bundesregierung und Lufthansa hatten lange verhandelt. Die Lufthansa war in der Corona-Krise schwer unter Druck geraten. Der Fluggesellschaft droht binnen Monaten das Geld auszugehen. Das Virus mit den folgenden Reisebeschränkungen hatte den globalen Flugverkehr mit Ausnahme der Fracht nahezu zum Erliegen gebracht. Im Lufthansa-Konzern mit rund 138.000 Beschäftigten stehen Zehntausende Arbeitsplätze auf der Kippe. (dpa)

Merkel mahnt zur Wachsamkeit - Kritik an Lockerungsplan in Thüringen

Die Länder sollten bei weiteren Lockerungen der Corona-Regeln nach Ansicht von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) „mutig und wachsam“ vorgehen. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Montag in Berlin, die Kanzlerin halte aber bloße Empfehlungen und Gebote für nicht ausreichend. Sie plädiere vielmehr dafür, dass es weiter „verbindliche Anordnungen“ geben soll zur 1,5-Meter-Abstandsregel sowie zu Kontaktbeschränkungen und den Hygienevorschriften. Denn wenn diese Grundregeln außer Acht gelassen würden, drohten die bei der Eindämmung der Pandemie erzielten Erfolge verloren zu gehen. (dpa)

EU-Staaten einig bei Corona-Hilfen der Europäischen Investitionsbank

Die EU-Staaten haben sich auf die Details eines milliardenschweren Kreditprogramms der Europäischen Investitionsbank für Unternehmen in der Corona-Krise geeinigt. Damit steht das letzte Element des Anfang April vereinbarten 540-Milliarden-Euro-Pakets mit Corona-Hilfen, wie Eurogruppenchef Mario Centeno am Montag bestätigte. Das EIB-Programm selbst soll 200 Milliarden Euro an Investitionen mobilisieren.

„Wir haben in Rekordzeit einen Kompromiss zu den Details der drei Notfall-Instrumente ausgearbeitet, die Arbeiter, Unternehmen und Staaten schützen sollen“, erklärte Centeno. Damit würden nationale Hilfen in der Corona-Krise aufgestockt und der EU-Binnenmarkt geschützt. „Das ist eine Investition, die sich für alle lohnen wird.“

Die EU-Finanzminister hatten Anfang April drei sogenannte Sicherheitsnetze vereinbart: Neben dem EIB-Programm sind dies spezielle Kredite aus dem Eurorettungsschirm ESM im Umfang von bis zu 240 Milliarden Euro und das EU-Programm „Sure“ mit Kredithilfen für Kurzarbeit im Umfang von bis zu 100 Milliarden Euro.

Die EIB soll mit dem Milliardenprogramm vor allem kleine und mittlere Unternehmen unterstützen. Dafür wird eine Garantie der EU-Staaten nötig. Die Details waren bis zuletzt umstritten. Nach der Einigung vom Montag soll die EIB-Spitze am Dienstag das Programm formal absegnen. (dpa)

Senat diskutiert am Dienstag über weitere Lockerungen

Der Berliner Senat berät in seiner Sitzung am Dienstag (10.00 Uhr) über weitere Lockerungen der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie. So weitreichende allgemeine Lockerungen - wie sie in Thüringen diskutiert werden- sind nicht zu erwarten. Doch der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat bereits angedeutet, dass beispielsweise die Beschränkungen beim Demonstrationsrecht wegfallen könnten. Denkbar ist auch, dass Fitnessstudios und Open-Air-Kinos bald wieder öffnen dürfen. Voraussichtlich verständigt sich der Senat am Dienstag bereits auf grundsätzliche Entscheidungen, Beschlüsse könnten dann auch noch am Donnerstag getroffen werden, wenn er schon wieder zusammenkommt. (dpa/bb)

AfD-Fraktion will mit Verfassungsklage gegen Corona-Vorgaben vorgehen

Die AfD-Fraktion im Brandenburger Landtag hat vor dem Verfassungsgericht eine Klage gegen die Corona-Beschränkungen eingereicht. Das Gericht solle vor allem prüfen, ob die Einschränkung der persönlichen Kontakte und der Versammlungsfreiheit sowie der Zwang zum Mund-Nasen-Schutz mit der Verfassung des Landes vereinbar seien, teilte die AfD am Montag auf der Internetseite „AfD Kompakt“ mit. Das Verfassungsgericht war zunächst nicht zu erreichen. (dpa/bb)

Bahn will Kunden online vor vollen Zügen warnen

Kunden der Deutschen Bahn werden ab dieser Woche online frühzeitig vor vollen Zügen gewarnt. Die Bahn kündigte am Montag die Aktualisierung der Auslastungsanzeige auf bahn.de und in der DB-Navigator-App an. Kunden sehen dort, sobald ein Zug über die Vorabbuchungen zu mehr als 50 Prozent besetzt ist. Eine Maximalbelegung verkündete die Bahn nicht, auch Reservierungen oder freie Sitzplätze macht sie nicht zur Pflicht.

Fahrgäste sollen durch die genauere Anzeige der Belegung bei der Buchung unterstützt und ermutigt werden, frühzeitig auf weniger ausgelastete Züge ausweichen, wie die Bahn mitteilte. Sie behielt sich außerdem vor, den Ticketverkauf bei Zügen mit voraussichtlich sehr hoher Auslastung komplett auszusetzen. In welchen Fällen genau diese Regelung greifen soll, erklärte der Konzern nicht. (AFP)

Besuchern von Restaurant in Leer (Niedersachsen) droht Geldstrafe

Wegen etlicher Corona-Infektionen nach dem Eröffnungsabend eines Restaurants in Niedersachsen drohen nicht nur dem Betreiber, sondern auch den Besuchern Strafen. Das kündigte Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) am Montag in Hannover an. „Sollte sich der begründete Verdacht bestätigen, dass mit dieser Veranstaltung gegen die Corona-Auflagen verstoßen wurde, werden die Behörden vor Ort nicht nur gegen die Organisatoren, sondern auch gegen die Besucherinnen und Besucher Ordnungswidrigkeiten einleiten mit empfindlichen Geldstrafen als Folge.“

Im Restaurant im Landkreis Leer sei es offenbar zu mehreren Verstößen gegen die Auflagen gekommen, unter anderem habe es Händeschütteln und Umarmungen gegeben, sagte die Ministerin. Die Kontaktnachverfolgung habe inzwischen ergeben, dass der Teilnehmerkreis an der geschlossenen Gesellschaft größer war als zunächst angenommen. „Das, was wir da gesehen haben, war eine Veranstaltung.“ Diese seien nach der Corona-Verordnung nicht erlaubt, es habe sich nicht um einen gewöhnlichen Restaurantbetrieb gehandelt. Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen, die am 15. Mai im Lokal in Moormerland waren, war bis Sonntag auf 14 gestiegen. Hinzu kamen vier weitere Personen, die sich in der Folge angesteckt hatten. Für 133 Menschen wurde häusliche Quarantäne angeordnet. (dpa)

Spanien hebt zum 1. Juli Quarantäne-Vorschrift für ausländische Touristen auf

Spanien will die derzeit noch geltende Quarantäne-Vorschrift für ausländische Touristen zum 1. Juli abschaffen. Dies teilte die Regierung am Montag in Madrid mit. Wegen des Coronavirus gilt derzeit für alle nach Spanien Einreisenden - Ausländer und Spanier - die Vorschrift, dass sie 14 Tage in Quarantäne müssen.

„Die Regierung wird die Quarantäne für ausländische Touristen am 1. Juli aufheben“, erklärte die Regierung. Bereits am Samstag hatte Ministerpräsident Pedro Sánchez verkündet, dass ab Juli wieder Touristen ins Land kommen dürften - unklar war da noch, unter welchen Bedingungen. Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftssektor in Spanien und hat unter den Mitte März verhängten Corona-Auflagen stark gelitten. (AFP)

Hochzeitsfeiern sind in Berlin weiter nur im kleinen Kreis erlaubt

Hochzeitsfeiern sind in Berlin wegen der Corona-Pandemie weiter vorerst nur in kleinem Kreis von maximal 20 Personen möglich. Das hat das Verwaltungsgericht Berlin in einem Eilbeschluss entschieden (VG 14 L 144.20). Es hat damit den Eilantrag einer Antragstellerin abgelehnt, die ihre Hochzeit Ende Mai mit 80 Gästen feiern wollte, wie das Gericht am Montag mitteilte.

Nach Auffassung des Gerichts verletzt das Verbot das Grundrecht der allgemeinen Handlungsfreiheit der Antragstellerin nicht. Bei der Beschränkung handele es sich um eine im überwiegenden Interesse der Allgemeinheit getroffene Maßnahme, die den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit wahre. Sie diene dem legitimen Zweck, Neuinfektionen mit dem Coronavirus soweit wie möglich vorzubeugen. (dpa)

Giffey: Komplette Schul- und Kita-Öffnung nur ohne 1,50-Meter-Regel

Eine komplette Öffnung von Schulen und Kitas wird nach Ansicht von Familienministerin Franziska Giffey erst möglich sein, wenn die 1,50-Meter-Abstandsregel nicht mehr gilt. „Das ist eine ganz klare Geschichte. Weil sie ansonsten einfach nicht 100 Prozent der Kinder in 100 Prozent der Zeit von Kita und Schule zurückholen können“, sagte die SPD-Politikerin am Montag in Berlin.

Die Entscheidung, ob man sich von der 1,5-Meter-Abstandsregelung verabschiede, sei eine „sehr, sehr schwere Entscheidung“. Das könne nicht für das gesamte Bundesgebiet am Tag X festgelegt werden, sondern müsse anhand der Lage vor Ort entschieden werden. „Wenn die Lage vor Ort so ist, dass das Risiko als äußerst gering eingeschätzt werden kann, dann kann man diese Schritte gehen in Richtung verantwortbarer Öffnung hin zu 100 Prozent Regelbetrieb.“ Eine genaue Festlegung auf den Tag in allen Bundesländern könne es nicht geben. (dpa)

Virologe Drosten sieht Ramelow-Pläne skeptisch

Der Virologe Christian Drosten steht dem Ansatz von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow, in der Corona-Pandemie künftig mehr auf Eigenverantwortung der Menschen zu setzen, skeptisch gegenüber. „Die Eigenverantwortung ist ja so das schwedische Modell und wir sehen in diesen Tagen und werden es in den nächsten Monaten noch stärker sehen, dass dort eine sehr hohe Übersterblichkeit entstanden ist“, sagte der Charité-Wissenschaftler am Montag im Deutschlandfunk. „Also ich bin mir nicht ganz sicher, ob das alles über Eigenverantwortung laufen kann.“ Drosten sprach sich für bessere Richtlinien für bestimmte gesellschaftliche Bereiche wie Schulen und Kindergärten aus.

Ramelow hatte angekündigt, künftig auf «lokale Ermächtigungen» sowie die Eigenverantwortung der Menschen zu setzen. Es mache keinen Sinn, dass sieben Tage rund um die Uhr Krisenstäbe arbeiteten, wenn es in der Hälfte der Landkreise seit drei Wochen keine neuen Infektionen gebe, erklärte er. „Wir wollen das Management umstellen.“ Statt bei den Krisenstäben solle die Verantwortung nun lokal bei den Gesundheitsämtern liegen. Sollten sich neue Infektionsherde bilden, solle lokal reagiert werden. (dpa)

Spanien, Italien und Griechenland lockern Corona-Maßnahmen weiter

Spanien, Italien und Griechenland haben ihre Corona-Maßnahmen weiter gelockert. In vielen Küstenregionen Spaniens dürfen die Menschen seit Montag wieder am Strand liegen und im Meer baden. In Madrid und Barcelona sind die Parks und die Terrassen von Bars und Restaurants wieder geöffnet. In Italien öffneten Schwimmbäder und Fitnessstudios, in Griechenland die Tavernen. Während Europa damit immer weiter zur Normalität zurückkehrt, breitet sich das neuartige Coronavirus in Südamerika weiter rasant aus. (AFP)

Tagesaktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland: 178.570 Infizierte

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Montag mit 178.570 angegeben - ein Plus von 289 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 180.328 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 8257 Todesfälle und damit zehn mehr als am Vortag, die JHU 8283 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug laut RKI etwa 161.200. (AFP)

Japan hebt Ausnahmezustand auf

Japans Regierungschef Shinzo Abe hat den wegen der Corona-Pandemie ausgerufenen Ausnahmezustand angesichts stark gesunkener Infektionszahlen wieder aufgehoben. „Wir hatten sehr klare Kriterien für eine Aufhebung des Ausnahmezustands. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir diese Kriterien erfüllt haben“, sagte Abe am Montag vor Journalisten in Tokio.

Vergangene Woche hatte der Regierungschef den Ausnahmezustand bereits in vielen Teilen des Landes aufgehoben. Ausgenommen blieben zunächst aber noch die Hauptstadt Tokio, die Wirtschaftsmetropole Osaka sowie die nördliche Insel Hokkaido, weil dort weiter neue Infektionsfälle gemeldet wurden.

Zuletzt verzeichneten die japanischen Behörden landesweit aber nur noch einige Dutzend Neuansteckungen am Tag - auf dem Höhepunkt der Infektionswelle waren es rund 700. Insgesamt wurden in Japan mehr als 16.000 Infektionsfälle registriert, 830 Infizierte starben. Damit ist Japan im Vergleich zu Europa, den USA und anderen stark betroffenen Ländern glimpflich davongekommen. (AFP)

Deutschland rutscht in eine Rezession - Wirtschaftsleistung schrumpft

Die Corona-Krise trifft die deutsche Wirtschaft mit Wucht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im ersten Vierteljahr gegenüber dem Vorquartal um 2,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Der Einbruch zum Jahresanfang war der stärkste Rückgang im Quartalsvergleich seit der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 und der zweitstärkste seit der deutschen Wiedervereinigung.

Die privaten Konsumausgaben und der Export brachen im ersten Vierteljahr ein. Unternehmen investierten deutlich weniger in Maschinen, Geräte, Fahrzeuge und andere Ausrüstungen. Gestiegene Bauinvestitionen und Konsumausgaben des Staates verhinderten den Angaben zufolge einen noch stärkeren Absturz.

Im März hatte sich die Pandemie in Europa ausgebreitet. Ausgangsbeschränkungen, geschlossene Grenzen und Geschäfte brachten das Wirtschaftsleben in großen Teilen zum Erliegen. Bereits im Schlussquartal 2019 war die Wirtschaftsleistung nach jüngster Berechnung der Statistiker gegenüber dem Vorquartal um 0,1 Prozent zurückgegangen. (dpa)

Griechenland öffnet Gastronomie - Tourismus soll wieder starten

Athen hat am Montag seinen Tourismus weiter geöffnet: Erstmals seit mehr als zwei Monaten konnten alle Reisende vom Festland zu allen Inseln der Ägäis und des Ionischen Meeres sowohl per Fähre als auch per Flugzeug gelangen. Zudem wurden landesweit die Tavernen, Bars und Cafes wieder geöffnet, wie griechische Medien berichteten.

Auf den griechischen Inseln hat es bislang wenige Corona-Infektionsfälle gegeben. Die Fähren nehmen nur höchstens 50 Prozent der bislang erlaubten Passagierzahl mit. In den Tavernen dürfen nur die Hälfte der vor der Epidemie erlaubten Tische genutzt werden. An einem Tisch dürfen höchstens sechs Menschen sitzen.

Athen hat bereits angekündigt auch den Tourismus aus dem Ausland neu starten zu wollen. Ende Mai werde der griechische Pandemie-Krisenstab die Liste der Länder bekanntgeben, aus denen Touristen nach Griechenland werden reisen können, ohne in eine zweiwöchige Quarantäne gehen zu müssen. Zunächst werde es am 15. Juni Flüge aus dem Ausland nur nach Athen geben. Ab dem 1. Juli sollen auch alle Regionalflughäfen für Flüge aus dem Ausland geöffnet werden.

USA verbieten Einreisen aus Brasilien

Angesichts des dramatisch gestiegenen Ausmaßes der Corona-Pandemie in Brasilien verbieten die USA Einreisen aus dem südamerikanischen Land. US-Präsident Donald Trump wolle auf diese Weise verhindern, dass Menschen nach ihrem Aufenthalt in Brasilien zum Auslöser weiterer Infektionen in den Vereinigten Staaten würden, erklärte das Weiße Haus am Sonntag.

Das Einreiseverbot gilt für ausländische Staatsbürger, die sich in den zwei Wochen vor ihrer geplanten Einreise in die USA in Brasilien aufgehalten haben. Der Handel ist nach Angaben des Weißen Hauses nicht von der Maßnahme betroffen. Trumps Sicherheitsberater Robert O'Brien sagte dem Sender CBS: „Angesichts der Situation in Brasilien werden wir jede nötige Maßnahme ergreifen, um das amerikanische Volk zu schützen.“ (AFP)

Ärztepräsident: Abhängigkeit von Fernost bei Medikamenten reduzieren

Ärztepräsident Klaus Reinhardt fordert als eine Lehre aus der Corona-Krise mehr europäische Eigenständigkeit bei der Herstellung von medizinischer Schutzausrüstung und Arzneimitteln. „Deutschland und Europa müssen bei Schutzausrüstung und Medikamenten die Abhängig von Fernost deutlich reduzieren und eigene Produktionsstätten fördern“, sagte Reinhardt der „Passauer Neuen Presse“.

Der Präsident der Bundesärztekammer sagte zugleich, das deutsche Gesundheitssystem sei „mit dieser Pandemie im internationalen Vergleich mit am besten fertig geworden“ - einen Komplettumbau halte er deshalb für unnötig und sogar schädlich.

Reinhardt hält es für „sehr wahrscheinlich, dass wir eine zweite Welle der Corona-Pandemie erleben werden, weil wir keine ausreichende Immunität in der Bevölkerung haben“. „Wir sollten jetzt diese Phase nutzen, um uns so gut wie möglich darauf vorzubereiten.“ (dpa)

USA verbieten Einreisen aus Brasilien

Angesichts der rasant steigenden Zahl von Corona-Infektionen in Brasilien hat die US-Regierung weitgehende Einreisebeschränkungen für Menschen aus dem südamerikanischen Land erlassen. Foto: dpa/Elaine Thompson

Angesichts des Ausmaßes der Corona-Pandemie in Brasilien verbieten die USA Einreisen aus dem südamerikanischen Land. US-Präsident Donald Trump wolle verhindern, dass Menschen nach ihrem Aufenthalt in Brasilien zum Auslöser von weiteren Infektionen in den Vereinigten Staaten würden, erklärte das Weiße Haus am Sonntag.

Das Einreiseverbot gilt für ausländische Staatsbürger, die sich in den zwei Wochen vor ihrer geplanten Einreise in die USA in Brasilien aufgehalten haben. Der Handel ist nach Angaben des Weißen Hauses nicht von der Maßnahme betroffen.

US-Sicherheitsberater Robert O'Brien hatte das Einreiseverbot zuvor bereits im Fernsehsender CBS angekündigt. "Angesichts der Situation in Brasilien werden wir jede nötige Maßnahme ergreifen, um das amerikanische Volk zu schützen", sagte O'Brien.

Die USA hatten wegen der Corona-Pandemie bereits Einreisen unter anderem aus China, der Europäischen Union und Großbritannien verboten. In den USA starben bislang mehr als 97.000 mit dem neuartigen Coronavirus infizierte Menschen, so viele wie in keinem anderen Land.

Brasilien entwickelte sich in den vergangenen Wochen zum zentralen Krisenherd der Pandemie in Südamerika. Mit fast 350.000 registrierten Corona-Fällen weist das Land nach den USA weltweit die zweitmeisten Infektionen auf. Mehr als 22.000 Todesopfer der Pandemie wurden verzeichnet. Experten gehen davon aus, dass die Dunkelziffer weitaus höher liegt, weil in Brasilien vergleichsweise wenig getestet wird. (AFP)

+++ 24. Mai +++

Coronavirus in Berlin: 6641 bestätigte Fälle - 191 Tote

In Berlin gibt es derzeit 6641 bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus. Die Kontaktpersonen werden weiterhin im Rahmen der Containmentstrategie ermittelt, kontaktiert und isoliert. 3270 Personen sind männlich, 3367 weiblich. Bei vier Personen wurde das Geschlecht nicht übermittelt. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 177 Personen, davon werden 60 intensivmedizinisch behandelt. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert. 191 an dem neuartigen Coronavirus erkrankte Patient*innen sind bislang verstorben. Die verstorbenen Patient*innen staffeln sich nach Altersgruppen wie folgt: drei der Verstorbenen waren 40 bis 49 Jahre alt, elf 50 bis 59 Jahre alt, 20 verstorbene Patient*innen waren 60 bis 69 Jahre alt, 49 der Verstorbenen waren 70 bis 79 Jahre alt, 74 waren 80 bis 89 Jahre alt und 34 verstorbene Patient*innen waren 90 Jahre und älter. Der Altersmedian der Verstorbenen liegt bei 81 Jahren. (BK)

Mehr als 178.500 Corona-Nachweise in Deutschland - Über 8250 Tote

Bundesweit sind bis Sonntagnachmittag mehr als 178.500 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 16.15 Uhr: über 178.000 Infektionen). Mindestens 8251 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 16.15 Uhr: 8222). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach aktuellsten Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstag bei 0,83 (Datenstand 23.5. 0.00 Uhr). Das bedeutet, dass jeder Infizierte im Mittel etwas weniger als eine weitere Person ansteckt. (dpa)

Auch bei guter Corona-Tendenz bleibt Infektions-Gefahr bestehen

Mehrere Bundesländer haben seit Mitte März schon einzelne Tage ohne Neuinfektionen mit dem Corona-Virus gemeldet. So waren es etwa in Mecklenburg-Vorpommern fünf Tage, vier davon seit Donnerstag. In Sachsen Anhalt gab es drei Tage ohne gemeldete Neuinfektion, in Schleswig-Holstein zwei und in und Hamburg einen. Oft lagen solche Tage jedoch an Wochenenden, an denen stets vergleichsweise wenige Infektionen gemeldet werden. Bundesweit geht die Zahl der neuen registrierten Corona-Infizierten seit Wochen tendenziell zurück. Dennoch gibt es weiterhin viele bestehende Krankheitsfälle und Experten gehen auch weiterhin von einer hohen Dunkelziffer aus. (dpa)

Österreichs Bundespräsident nach Corona-Sperrstunde in Wien erwischt

Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen und seine Frau Doris Schmidauer sind nach der Corona-Sperrstunde in einem Lokal in Wien von der Polizei erwischt worden. Van der Bellen bestätigte der «Kronen Zeitung» den Vorfall am Sonntag und entschuldigte sich. Er habe sich «verplaudert und leider die Zeit übersehen». Auch die Polizei bestätigte, dass der Bundespräsident bei einer Kontrolle in der Wiener Innenstadt in einem Gastgarten angetroffen wurde. Laut der «Kronen Zeitung» hatten Van der Bellen und seine Frau noch Getränke auf dem Tisch, als das Lokal gegen 0.20 Uhr kontrolliert wurde. In Österreich dürfen Restaurants, Lokale und Bars aufgrund der Corona-Pandemie derzeit nur bis 23 Uhr öffnen. Für den Wirt könnte der Vorfall daher teure Folgen haben. Das Covid-19-Maßnahmengesetz sieht für den Betrieb nach 23 Uhr Strafen von bis zu 30 000 Euro vor. Offiziell war das Lokal aber wohl bereits geschlossen. Bundespräsident Van der Bellen selbst zeigte sich am Sonntag reumütig. «Das tut mir aufrichtig leid. Es war ein Fehler», sagte er der «Kronen Zeitung». (dpa)

China warnt USA im Streit um Corona-Virus vor "neuem Kalten Krieg"

Angesichts zunehmender Spannungen zwischen den USA und China hat die Regierung in Peking vor einem "neuen Kalten Krieg" gewarnt. Washington bringe mit seinen "Lügen" über das Coranavirus die Beziehungen zwischen beiden Ländern "an den Rand eines neuen Kalten Krieges", sagte Außenminister Wang Yi am Sonntag vor Journalisten. Neben dem Streit über die Verantwortung für die Corona-Pandemie wird das Verhältnis zwischen den USA und China durch ein von Peking geplantes neues Sicherheitsgesetz für Hongkong belastet. "Uns ist aufgefallen, dass einige politische Kräfte in den USA die US-chinesischen Beziehungen in Geiselhaft nehmen und unsere beiden Länder an den Rand eines neuen Kalten Krieges bringen", sagte Wang bei einer Online-Pressekonferenz am Rande des Nationalen Volkskongresses in Peking. Der Außenminister führte nicht aus, welche "politischen Kräfte" er meint - es war aber offensichtlich, dass seine Vorwürfe in Richtung von US-Präsident Donald Trump gehen, der China für den Corona-Ausbruch und die großen Opferzahlen durch die Pandemie verantwortlich macht. (AFP)

Corona-Fälle in Postverteilerzentrum in Stahnsdorf

In einem Postverteilerzentrum in Stahnsdorf (Landkreis Potsdam-Mittelmark) haben sich vier Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Eine Person stammt aus Potsdam-Mittelmark, eine aus Potsdam und zwei aus Berlin, wie der Landkreis am Samstag mitteilte. Der Kreis kündigte an, die Beschäftigten auf das Virus zu testen: «Beginnend mit der Nachtschicht von Sonntag auf Montag werden alle Mitarbeiter/innen abgestrichen.» Pro Schicht arbeiteten rund 100 Menschen in dem Postverteilerzentrum. Zuvor hatte die «Märkische Allgemeine» (online) berichtet. (dpa)

Italien testet ab Montag 150.000 Menschen auf Corona-Antikörper

In Italien startet am Montag eine Antikörpertest-Studie mit rund 150.000 Teilnehmern, um die Dunkelziffer der Corona-Infizierten zu ermitteln. Das Gesundheitsministerium und die Statistikbehörde wollen mit dem nationalen Roten Kreuz Bluttests von Menschen aus 2000 Orten nehmen. Das teilte das Ministerium in Rom am Wochenende mit. Die repräsentativ ausgewählten Teilnehmer würden telefonisch um ihre Mithilfe gebeten. Die Teilnahme sei aber freiwillig, die Daten würden für die Forscher anonymisiert. Nach Angaben eines italienischen Experten gibt es zudem Hinweise darauf, dass es erste Corona-Fälle in Italien bereits im Dezember gab. (dpa)

Labor in Wuhan weist Verantwortung für Coronavirus-Ausbruch zurück

Das Hochsicherheitslabor in Wuhan, das von den USA als Ausgangspunkt für die Corona-Pandemie bezeichnet wurde, hat entsprechende Vorwürfe entschieden zurückgewiesen. Solche Anschuldigungen unter anderem von US-Präsident Donald Trump seien eine "reine Erfindung", sagte Labor-Leiterin Wang Yanyi in einem am Samstagabend vom staatlichen Fernsehsender CGTN ausgestrahlten Interview. Das Wuhan-Institut für Virologie beherbergt die größte Virusbank Asiens. Es liegt wenige Kilometer von einem Fisch- und Wildmarkt entfernt, von dem aus sich das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 chinesischen Angaben zufolge im Dezember ausgebreitet hatte. Das hatte Spekulationen ausgelöst, das Virus könnte aus dem Labor gekommen oder sogar absichtlich geschaffen worden sein. (AFP)

Verein „Mehr Demokratie“ will komplette Rückkehr zur Versammlungsfreiheit

Nach wochenlangen Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie fordert die Organisation „Mehr Demokratie“ eine rasche Rückkehr zur kompletten Versammlungsfreiheit in Berlin. „Es handelt sich um ein besonders wichtiges Grundrecht und eine der wenigen Möglichkeiten für Bürger, Kontrolle über Politiker beziehungsweise Regierungen auszuüben“, sagte Landesvorstandssprecher Oliver Wiedmann der Deutschen Presse-Agentur. „Das muss auch in Corona-Zeiten möglich sein. Wir fordern, die bestehende Obergrenze für Versammlungen komplett zu streichen.“ Etliche Veranstalter hätten zuletzt bewiesen, dass sie auf Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln achten.

Der Berliner Senat will am Dienstag und Donnerstag über weitere Lockerungen der Corona-Beschränkungen beraten. Zuletzt hatte er beschlossen, dass ab Montag (25. Mai) an Versammlungen unter freiem Himmel bis zu 100 Menschen teilnehmen dürfen. Bisher sind es 50. (dpa)

Berliner Zoo und Tierpark trotz Einschränkungen gut besucht

Rund 160.000 Besucher haben seit der Wiedereröffnung des Berliner Zoos und des Tierparks Ende April Giraffe, Elefant und Geier einen Besuch abgestattet. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum liegen die Besucherzahlen damit fast auf gleichen Niveau, wie der Zoo mitteilte. Das sei eine Erleichterung, zumal den Einrichtungen durch die sechswöchige Schließzeit wegen der Corona-Krise knapp sechs Millionen Euro an Eintrittserlösen entgangen seien. An Wochenenden und bei schönem Wetter stoßen die Anlagen den Angaben zufolge an die Kapazitätsgrenzen, unter der Woche sei weniger los.

Zoo und Tierpark Berlin sind seit dem 28. April wieder täglich geöffnet. Wer jedoch hofft, die Panda-Zwillinge Pit und Paule zu sehen, muss werktags in den Zoo gehen. „Da wir die Erfahrung gemacht haben, dass beim Anblick der putzigen Bärenbrüder bei vielen die aktuellen Abstandsregeln in den Hintergrund geraten, können wir die Tiere derzeit nur an vergleichsweise schwächer besuchten Tagen zeigen“, hieß es. Bei zu hohem Besucherandrang werde auch unter der Woche der Bereich gesperrt. (dpa)

+++ 23. Mai +++

Mehr als 178.000 Corona-Nachweise in Deutschland - Über 8220 Tote

Bundesweit sind bis Samstagnachmittag über 178 000 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 16.15 Uhr: mehr als 177 500 Infektionen). Mindestens 8222 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 16.15 Uhr: 8187). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. (dpa)

Spanien kündigt Grenzöffnung für Touristen erst für Juli an

Der Corona-Hotspot Spanien will erst im Juli seine Grenzen für ausländische Touristen öffnen. «Ab Juli wird der Empfang ausländischer Touristen unter sicheren Bedingungen wiederaufgenommen werden», sagte Ministerpräsident Pedro Sánchez am Samstag in einer Rede an die Nation. «Wir werden garantieren, dass die Touristen keine Risiken eingehen werden und auch, dass sie keine Risiken für uns verursachen», erklärte der sozialistische Politiker. Mit seiner Ankündigung machte Sánchez Hoffnungen auf eine frühere Wiederaufnahme des Tourismus zunichte. Diese waren jüngst gewachsen, nachdem ein anderer Corona-Brennpunkt, Italien, die Grenzöffnung für Touristen ab dem 3. Juni angekündigt hatte. (dpa)

Mehr als zwei Millionen Coronavirus-Infektionen in Europa

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Europa ist auf mehr als zwei Millionen gestiegen. Zwei Drittel der insgesamt 2.001.995 Corona-Fälle wurden in Russland, Großbritannien, Spanien, Italien und Frankreich verzeichnet, wie eine Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage von Behördenangaben vom Samstag ergab. 173.133 Infizierte starben demnach. Europa ist der am stärksten von der Pandemie betroffene Kontinent. Weltweit wurden mittlerweile 5,2 Millionen Infektionsfälle und rund 339.000 Todesfälle registriert. (AFP)

Gesundheitsamt: Mehr als 40 Corona-Infizierte nach Gottesdienst

Nach einem Gottesdienst in einer Kirchengemeinde der Baptisten in Frankfurt haben sich mehr als 40 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte der Leiter des Gesundheitsamtes der Stadt Frankfurt, René Gottschalk, am Samstag mit. «Die weitaus meisten sind nicht sonderlich krank. Nach unserem Kenntnisstand ist auch nur eine Person in einem Krankenhaus.» Der stellvertretende Vereinsvorsitzende der Gemeinde der Evangeliums-Christen-Baptisten, Wladimir Pritzkau, war davon ausgegangen, dass sechs Betroffene in Krankenhäusern sind. Die Stadt Hanau teilte mit, dass nach Informationen des Main-Kinzig-Kreises sich im Zusammenhang mit dem Gottesdienst «mindestens 16 Personen aus Hanau mit dem Corona-Virus infiziert haben». Deshalb hätten der Landkreis und die Stadt ein für Sonntag geplantes Fastengebet von Muslimen im Hanauer Herbert-Dröse-Stadion abgesagt. Die Veranstaltung wäre mit Blick auf die Geschehnisse in Frankfurt unverantwortlich. (dpa)

Mundschutz ade - Thüringen will Corona-Beschränkungen beenden

Das Land Thüringen will Anfang Juni die allgemeinen Corona-Beschränkungen beenden. Damit würden landesweite Vorschriften zu Mindestabständen, dem Tragen von Mund-Nasen-Schutz sowie Kontaktbeschränkungen der Vergangenheit angehören. «Ab 6. Juni möchte ich den allgemeinen Lockdown aufheben und durch ein Maßnahmenpaket ersetzen, bei dem die lokalen Ermächtigungen im Vordergrund stehen», sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) den Zeitungen der Mediengruppe Thüringen (Samstag). Die Details sollen nach Angaben einer Regierungssprecherin in der Kabinettssitzung am Dienstag beraten werden. (dpa)

Erstmals zeigt an Menschen getesteter Corona-Impfstoff kleine Erfolge

Erstmals hat sich ein möglicher Impfstoff gegen das Coronavirus bei Tests an Menschen zumindest teilweise als wirkungsvoll gezeigt. Der Wirkstoff Ad5-nCoV habe sich im sogenannten Phase-1-Versuch als sicher und gut verträglich herausgestellt, hieß es in einer am Freitag im Fachjournal „The Lancet“ veröffentlichten Studie des Beijing Institute of Biotechnology. Vor allem aber habe er eine Immunabwehr-Reaktion auf das Virus Sars-CoV-2 im menschlichen Körper erzeugt. Weitere Versuche seien jedoch notwendig, um herauszufinden, ob diese Reaktion auch eine Infektion mit dem Virus verhindere. „Diese Ergebnisse stellen einen wichtigen Meilenstein dar“, erklärte Institutsprofessor Wei Chen als Studien-Verantwortlicher in Peking. Eine einzelne Dosis von Ad5-nCoV reiche demnach aus, um in 14 Tagen bei den Probanden virus-spezifische, neutralisierende Antikörper und eine entsprechende Reaktion spezieller Abwehrzellen (T-Zellen) zu erzeugen. Er riet dazu, die Ergebnisse dennoch „vorsichtig“ zu interpretieren. „Es zeigt sich eine vielversprechende Vision für eine Entwicklung von Covid-19-Impfstoffen, aber wir sind immer noch weit entfernt von einem Impfstoff, der allen zugänglich ist“, sagte er. Ad5-nCoV wurde 108 gesunden Freiwilligen im chinesischen Wuhan verabreicht und die Wirkung bis 28 Tage danach ausgewertet. Eine finale Auswertung soll es nach sechs Monaten geben. Eine Doppelblind-Studie mit Kontrollgruppe wurde als Phase 2-Versuch mit dem Wirkstoff ebenfalls in Wuhan bereits gestartet. (dpa)

Merkel: Einschränkungen der Grundrechte in Corona-Krise waren notwendig

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zum Verfassungstag die Einschränkungen der Grundrechte in der Corona-Krise verteidigt. "Dieses Virus ist eine Zumutung für unsere Demokratie. Deshalb machen wir es uns natürlich mit den Beschränkungen von Grundrechten nicht einfach und deshalb sollen sie so kurz wie möglich sein. Aber sie waren notwendig", sagte Merkel am Samstag. Es sei gerade jetzt essenziell, die Prinzipien des Grundgesetzes zu achten, führte Merkel in ihrem wöchentlichen Video-Podcast aus. "Ganz besonders ist dabei der Artikel 1 wichtig: Die Würde des Menschen ist unantastbar." Dazu gehöre auch, eine Überforderung unseres Gesundheitssystems zu verhindern, was bislang gelungen sei. (AFP)

Berlins Regierender Bürgermeister Müller hält unter Vorbehalt weitere Lockerungen für möglich

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat weitere Lockerungen der Beschränkungen in der Corona-Krise in Aussicht gestellt - wenn der Pandemieverlauf das zulasse. «Natürlich ist uns ein uneingeschränktes Demonstrationsrecht besonders wichtig, sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. Infrage kämen auch Freizeitbereiche wie Open-Air-Kinos oder Fitnessstudios. Allerdings gibt es Müller zufolge hier keinen Automatismus. „Weitere mögliche Lockerungen sind vom Infektionsgeschehen in der Stadt abhängig“, betonte er. „Der Senat beobachtet den Verlauf hier sehr genau und ordnet die Entwicklung der Pandemie auch mit Hilfe des Ampelsystems ein, das der Senat beschlossen hat und das bundesweit einmalig ist“, sagte Müller. „Aber in der kommenden Woche werden wir uns in zwei Senatssitzungen darüber verständigen, wann die nächsten Lockerungen umgesetzt werden können.“ Dennoch müsse allen klar sein, dass die Corona-Pandemie längst nicht vorüber sei, so der Regierende Bürgermeister. „Die positiven Entwicklungen der Infektionszahlen sind das Ergebnis unserer Maßnahmen und des besonnenen Verhaltens der Berlinerinnen und Berliner. Diesen Vorsprung dürfen wir nicht verspielen.“ Die Hygiene- und Abstandsregeln blieben weiterhin oberste Prämisse, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. „Ich hoffe sehr, dass sich alle auch am Wochenende an diese Regeln halten, auch wenn es schwerfällt.“ (dpa)

NBA-Legende Patrick Ewing mit Coronavirus infiziert

NBA-Legende Patrick Ewing ist an Covid-19 erkrankt. Wie der frühere Basketball-Profi am Freitagabend (Ortszeit) mitteilte, habe er sich mit dem Coronavirus infiziert. „Dieses Virus ist schwerwiegend und sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden“, schrieb der 57-Jährige auf Twitter. Der langjährige Center der New York Knicks, der auch noch für die Seattle Supersonics und Orlando Magic spielte, befindet sich derzeit in einem Krankenhaus bei Washington in Isolation, wie die Georgetown Universität mitteilte. Dort coacht der zweimalige Olympiasieger das College-Team Georgetown Hoyas. Ewing sei der Einzige im Basketballprogramm, der bisher positiv getestet wurde, teilte die Universität mit. „Mit geht es gut und wir werden das alle überstehen“, sagte Ewing. „Ich möchte alle ermutigen, in Sicherheit zu bleiben und auf sich und seine Lieben aufzupassen.“ (dpa)

+++ 22. Mai +++

AfD-Vize Brandner vergleicht Corona-Politik indirekt mit Geiselnahme

Der stellvertretende AfD-Chef Stephan Brandner hat der Bundesregierung zahlreiche Verfassungsbrüche vorgeworfen und sie indirekt mit Geiselnehmern verglichen. Die Corona-Beschränkungen würden unter anderem gegen das Recht auf freie Entfaltung und das Demonstrationsrecht verstoßen, sagte Brandner am Freitagabend auf einer AfD-Veranstaltung in Dessau-Roßlau. Die Runde der Ministerpräsidenten und der Kanzlerin, in der Bund und Länder ihr Vorgehen in der Krise koordinieren, bezeichnete er als «Seuchen-Politbüro». Die Reaktionen der Menschen auf die Corona-Politik verglich Brandner mit dem sogenannten Stockholm-Syndrom, einem psychologischen Phänomen, bei dem Geiseln im Verlauf einer Geiselnahme Sympathie für die Geiselnehmer entwickeln. «Dieses Syndrom scheint in Deutschland vorzuherrschen», sagte der Bundestagsabgeordnete mit Blick auf die hohen Zustimmungswerte zur Corona-Politik. Die Deutschen würden der Kanzlerin die Einschränkung der Grundrechte mit steigenden Umfragewerten danken. (dpa)

Erneut Proteste gegen Corona-Maßnahmen in vielen Städten geplant

In zahlreichen deutschen Städten sind am Samstag wieder Demonstrationen gegen die staatlichen Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie geplant. Geplant sind Kundgebungen unter anderem in Stuttgart, Berlin, Köln, München, Frankfurt und Hannover. In Stuttgart rechnet die Polizei mit kleineren Demonstrationen als am Wochenende zuvor. Am vergangenen Samstag waren in der Stadt rund 5000 Menschen gegen Beschränkungen in der Corona-Krise auf die Straße gegangen. In Köln wollen bis zu 500 Teilnehmer eine Menschenkette über die Deutzer Brücke bilden. Bei der größten Veranstaltung in München dürfen maximal 1000 Menschen teilnehmen. Insgesamt wurden in Bayern 60 Kundgebungen am Samstag angemeldet. (dpa)

Nach Corona-Zwangspause: In Berlin öffnen die ersten Schwimmbäder wieder

Nach der Corona-Zwangspause öffnen am Montag acht Berliner Bäder. Darunter sind die Sommerbäder in Wilmersdorf, im Olympiastadion und in Spandau-Süd sowie die Strandbäder Wannsee, Jungfernheide, Lübars und Friedrichshagen. Alle Bäder brauchten dafür eine besondere Genehmigung, teilten die Berliner Bäder-Betriebe am Freitag mit. Den gewohnten Badespaß wird es allerdings noch nicht geben. Für die Anlagen der Bäder-Betriebe ist es nur möglich, vorher Online-Tickets für ein bestimmtes Zeitfenster zu buchen, sagte Sprecher Matthias Oloew. Die Karten kosten einheitlich 3,80 pro Besuch. Um Infektionen nachverfolgen zu können, werden Besucher um Name und Telefonnummer gebeten. (dpa)

Coronavirus: Derzeit 6611 bestätigte Fälle in Berlin - 190 Tote

In Berlin gibt es derzeit 6611 bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus. Die Kontaktpersonen werden weiterhin im Rahmen der Containmentstrategie ermittelt, kontaktiert und isoliert. 3257 Personen sind männlich, 3350 weiblich. Bei vier Personen wurde das Geschlecht nicht übermittelt. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 167 Personen, davon werden 59 intensivmedizinisch behandelt. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert. 190 an dem neuartigen Coronavirus erkrankte Patient*innen sind bislang verstorben. Die verstorbenen Patient*innen staffeln sich nach Altersgruppen wie folgt: drei der Verstorbenen waren 40 bis 49 Jahre alt, elf 50 bis 59 Jahre alt, 20 verstorbene Patient*innen waren 60 bis 69 Jahre alt, 49 der Verstorbenen waren 70 bis 79 Jahre alt, 73 waren 80 bis 89 Jahre alt und 34 verstorbene Patient*innen waren 90 Jahre und älter. Der Altersmedian der Verstorbenen liegt bei 81 Jahren. (BK)

Forscher weisen erstmals Coronavirus in Muttermilch nach

Virologen aus Ulm haben das neue Coronavirus erstmals in der Muttermilch einer an Covid-19 erkrankten Frau nachgewiesen. Auch ihr Säugling sei an dem Virus erkrankt, teilten die Wissenschaftler um Jan Münch und Rüdiger Groß von der Universität Ulm am Freitag mit. Es sei aber noch nicht klar, ob das Kind sich wirklich über die Muttermilch angesteckt habe. Die Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse im Fachjournal «The Lancet». Die Virologen hatten die Muttermilch von zwei Frauen auf Erbgut (RNA) des neuen Coronavirus untersucht, die sich nach der Entbindung im Krankenhaus zusammen mit ihren Neugeborenen ein Zimmer teilten. Als eine der Frauen Krankheitssymptome entwickelte, wurde sie mit ihrem Neugeborenen isoliert und beide positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Die Zimmernachbarin bemerkte erst später Symptome, wurde dann aber - ebenso wie ihr Kind - auch positiv getestet. (dpa)

Berliner Fernsehturm wieder offen nach Corona-Pause

Nach der zweimonatigen Schließung wegen der Corona-Pandemie haben am Freitag die ersten Besucher die Aussicht vom Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz genossen. «Die Gäste waren äußerst gut auf die Corona-Bedingungen eingestellt», sagte ein Sprecher des Betreibers am Nachmittag. Das Hygienekonzept, das unter anderem das Tragen von Masken auf der Aussichtsplattform vorschreibt, werde vorbildlich umsetzt. Seit Freitag dürfen jeweils 50 Besucher gleichzeitig auf die Plattform oder ins Restaurant. Ein spontaner Besuch des höchsten Bauwerks in Deutschland ist vorerst nicht möglich: Damit sich keine Schlangen bilden, müssen Besucher vorab online Tickets reservieren, dabei werden Zeiten vergeben. Der Turm war am 3. Oktober 1969 zum 20. Jahrestag der DDR (7. Oktober) eröffnet worden. Er misst 368 Meter bis zur Antennenspitze. (dpa)

Vier neue Corona-Fälle in Brandenburg: Infektionszahl bleibt gering

In Brandenburg bewegt sich die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen weiterhin auf niedrigem Niveau. Das Gesundheitsministerium in Potsdam meldete am Freitag mit Stand 10.00 Uhr einen Anstieg um vier Fälle auf 3.228. Rund 2.900 Menschen im Land gelten als genesen von der Krankheit Covid-19 – das waren 20 mehr als am Tag zuvor. Bisher starben landesweit 168 Menschen im Zusammenhang mit dem Erreger Sars-CoV-2.

Die meisten Infizierten wurden mit 631 weiterhin in Potsdam gezählt, gefolgt vom Kreis Potsdam Mittelmark mit 519 gemeldeten Fällen und dem Landkreis Barnim mit 406. In der Prignitz waren es bisher nur 25 Infektionen, in Frankfurt (Oder) wurden 29 Fälle registriert. (dpa)

Mehr als 20.000 Corona-Tote in Brasilien: Bolsonaro dringt trotzdem erneut auf Lockerung der Beschränkungen

In Brasilien hat die Zahl der Corona-Toten die Schwelle von 20.000 überschritten. Mit einem neuen Rekord von 1188 gemeldeten Todesfällen binnen 24 Stunden wuchs die Zahl der Todesopfer auf 20.047, wie das brasilianische Gesundheitsministerium am Donnerstag (Ortszeit) mitteilte.

Im bevölkerungsreichsten Land Südamerikas wurden mittlerweile 310.000 Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen. Brasilien ist damit nach den USA und Russland das am stärksten von der Pandemie betroffene Land weltweit. Nach Schätzungen von Experten könnten die Infektionszahlen in Brasilien sogar um das 15-fache höher sein als offiziell erfasst, da vergleichsweise wenig getestet wird. Experten erwarten zudem, dass der Höhepunkt der Ausbreitung des neuartigen Virus in Brasilien erst im Juni erreicht wird. In den vergangenen elf Tagen hat sich die offizielle Zahl der Corona-Toten in Brasilien bereits verdoppelt.

Der ultrarechte Präsident Jair Bolsonaro erneuerte dennoch am Donnerstag seinen Ruf nach Lockerungen der von den Bundesstaaten angeordneten Corona-Beschränkungen, um die Wirtschaft des Landes wiederzubeleben. In der Vergangenheit hatte Bolsonaro die durch das Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 als „kleine Grippe“ bezeichnet. (AFP)

Spahn will bald präventive Corona-Tests in Pflegeheimen ermöglichen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will bald die Grundlage für mehr Tests auf das Coronavirus in Krankenhäusern und Pflegeheimen schaffen. „Mein Ziel ist es, noch im Mai eine Verordnung vorzulegen, die präventive Reihen-Tests in Krankenhäusern und Pflegeheimen ermöglicht“, sagte der CDU-Politiker der Zeitung „Die Welt“ (Freitag). „Wenn Patienten und Bewohner aufgenommen oder verlegt werden, sollten Sars-CoV-19-Tests die Regel sein.“

Dem Bericht zufolge soll im Fall einer Infektion in einer Einrichtung zudem beim gesamten Personal sowie bei allen Bewohnern und Patienten vorsorglich ein Test gemacht werden. Auch symptomfreie Kontaktpersonen von Infizierten sollten erstmals Anspruch auf Testung haben. (dpa)

Wirtschaftsweise lehnen Autoprämie ab

Weniger Steuerlast, mehr Investitionen und Prämien, weniger Bürokratie und mehr Digitalisierung: Die CSU will Deutschland mit einem großen Konjunkturpaket aus der Corona-Krise herausführen. Dies geht aus dem siebenseitigen Leitantrag des Parteivorstandes mit dem Titel „Deutschland stark machen - Aus Corona lernen und wachsen“ hervor, der der Deutschen Presse-Agentur in München vorliegt und der am Freitag auf dem Online-Parteitag der CSU beschlossen werden soll. Wie viel Geld die zehn genannten Maßnahmenpakete kosten sollen oder wie es finanziert werden kann, lässt der Antrag offen. (dpa)

Wirtschaftsweise lehnen Autoprämie ab

Um der deutschen Wirtschaft in der Corona-Krise wieder auf die Beine zu helfen, setzen die fünf Wirtschaftsweisen auf eine Energiepreisreform und eine stärkere Digitalisierung. Die derzeit diskutierte Kaufprämie für Autos lehnt der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung indes ab. Die Regierung dürfe dem Druck einzelner Branchen nicht nachgeben, schreiben die Experten in einem Beitrag für die «Süddeutsche Zeitung» (Freitag). Solche Projekte würden die tendenziell bestehenden Strukturen verfestigen, ohne eine durchschlagende konjunkturelle Wirkung zu erzielen. (dpa)

+++ 21. Mai +++

Mindestens 16 Corona-Fälle in Flüchtlingsheim in Berlin-Buch

In einer Flüchtlingsunterkunft in Berlin-Buch haben sich mindestens 16 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Insgesamt stehen 82 der 407 Bewohner der Unterkunft derzeit unter Quarantäne, wie ein Sprecher der Senatsverwaltung für Integration am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur sagte. Das zuständige Gesundheitsamt Pankow veranlasste den Angaben nach am Mittwoch weitere Abstriche unter den Kontaktpersonen der Infizierten. Die Ergebnisse lagen am Donnerstag noch nicht vor. Außerdem sollen weitere Kontakte identifiziert werden. (dpa)

Coronavirus: Derzeit 6582 bestätigte Fälle in Berlin - 190 Tote

In Berlin gibt es derzeit 6582 bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus. Die Kontaktpersonen werden weiterhin im Rahmen der Containmentstrategie ermittelt, kontaktiert und isoliert. 3243 Personen sind männlich, 3335 weiblich. Bei vier Personen wurde das Geschlecht nicht übermittelt. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 172 Personen, davon werden 62 intensivmedizinisch behandelt. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert. 190 an dem neuartigen Coronavirus erkrankte Patient*innen sind bislang verstorben. Die verstorbenen Patient*innen staffeln sich nach Altersgruppen wie folgt: drei der Verstorbenen waren 40 bis 49 Jahre alt, elf 50 bis 59 Jahre alt, 20 verstorbene Patient*innen waren 60 bis 69 Jahre alt, 49 der Verstorbenen waren 70 bis 79 Jahre alt, 73 waren 80 bis 89 Jahre alt und 34 verstorbene Patient*innen waren 90 Jahre und älter. Der Altersmedian der Verstorbenen liegt bei 81 Jahren. (BK)

Hopkins-Uni: Mehr als fünf Millionen Corona-Infektionen weltweit

Seit Beginn der Corona-Pandemie haben sich US-Wissenschaftlern zufolge weltweit mehr als fünf Millionen Menschen nachweislich mit dem neuartigen Virus infiziert. Das ging am Donnerstag aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Demnach starben bereits rund 328.000 Menschen nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Knapp jede dritte Infektion wurde in den USA nachgewiesen. Deutschland hatte nach diesen Daten rund 178.900 registrierte Infizierte und etwa 8200 Todesfälle.

Lettland beschließt weitere Corona-Lockerungen

In Lettland können die Menschen in der Corona-Krise bald weitere Freiheiten genießen. Die Regierung des baltischen EU-Landes beschloss, zum 1. Juni die Beschränkungen für verschiedene Bildungs- und Sportaktivitäten sowie Volks- und Laienkunstgruppen zu lockern. Dies teilte Ministerpräsident Krisjanis Karins am Donnerstag nach der Kabinettssitzung in Riga mit. (dpa)

Fast 39 Millionen Arbeitslose in der Corona-Krise in den USA

Fast 39 Millionen Menschen haben in den USA während der Corona-Krise seit Mitte März ihren Job verloren. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit schwächte sich in der vergangenen Woche zwar ab, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Demnach meldeten sich aber zwischen dem 10. und 16. Mai 2,43 Millionen weitere Menschen arbeitslos. Seit Mitte März verloren damit in den USA 38,6 Millionen Menschen ihren Job. (AFP)

Behörden untersagen AfD-Demo gegen Corona-Auflagen

Eine für Sonntag (24. Mai) von der AfD geplante Demonstration gegen Corona-Beschränkungen im Stuttgarter Stadtzentrum darf nach Angaben Stadt Stuttgart nicht stattfinden. Die Versammlung wurde aus Infektionsschutzgründen verboten, wie ein Sprecher am Donnerstag mitteilte. Bei einer «Versammlungslage, bei der mit Provokationen, Störungen und gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Teilnehmern und Gegendemonstranten zu rechnen» sei, könne die Einhaltung der Mindestabstände zwischen Personen nicht gewährleistet werden. Man berufe sich dabei auch auf eine entsprechende Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts. (dpa)

Bundesratspräsident Woidke warnt vor Corona-Verschwörungstheorien

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat davor gewarnt, dass das Grundgesetz bei Protesten gegen Corona-Auflagen für Verschwörungstheorien vereinnahmt wird. «Mit kruden Weltbildern wird versucht, Staat und Demokratie in unserem Land zu diskreditieren», erklärte der amtierende Bundesratspräsident am Donnerstag anlässlich des Tages des Grundgesetzes am kommenden Samstag (23. Mai). «Lassen wir nicht zu, dass die Sorgen von Menschen missbraucht werden.» Einzelne Artikel des Grundgesetzes dürften nicht herausgehoben werden, «um sie einseitig über andere zu stellen». Woidke sagte, die Einschränkungen müssten klar begrenzt und verhältnismäßig sein. «Das ist jederzeit überprüfbar.» Außenminister Heiko Maas hatte die Bürger zuvor gewarnt, sich von Extremisten vereinnahmen zu lassen. In zahlreichen deutschen Städten demonstrieren Menschen seit Wochen gegen die staatlichen Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Bei den bisherigen Protesten wurden häufig die Abstandsregeln missachtet, oft keine Schutzmasken getragen. Nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden versuchen Rechtsextremisten vielerorts, die Proteste für sich zu nutzen. An diesem Wochenende sind erneut Demos in mehreren Städten geplant. (dpa)

Wieder mehr neue Corona-Infektionsfälle in Brandenburg

In Brandenburg ist die Zahl der offiziell bestätigten Corona-Infektionen wieder etwas stärker gestiegen. Das Gesundheitsministerium zählte am Donnerstag um 8.00 Uhr insgesamt 3224 bestätigte Fälle, das seien 13 mehr als am Vortag. In den vergangenen beiden Tagen waren nur jeweils drei Covid-19-Fälle neu hinzugekommen. Die Zahl der Erkrankten liegt weiter bei rund 180, während etwa 2880 Patienten als genesen gelten, das sind 10 mehr als am Vortag. Bisher starben 167 Corona-Patienten, das ist ein Todesfall mehr als am Mittwoch. Der Hotspot ist weiter Potsdam mit 631 Fällen, in der Prignitz sind es nur 25. (dpa)

CDU-Abgeordnete dringt auf baldiges Ende der Corona-Regeln

Die Potsdamer CDU-Bundestags- und Landtagsabgeordnete Saskia Ludwig fordert ein zügiges Ende aller Beschränkungen in der Corona-Krise. «Wir müssen zur Normalität zurückgehen. Auch nach sämtlichen Lockerungsmaßnahmen ist die Zahl der Infizierten nicht deutlich gestiegen», sagte die CDU- Wirtschaftspolitikerin der Deutschen Presse-Agentur. «Ich erwarte, dass wir überall so schnell wie möglich zum Regelbetrieb zurückkehren.» Derzeit gelten weitreichende Regeln und Beschränkungen etwa für Abstände und Hygiene. Die rot-schwarz-grüne Brandenburger Landesregierung hatte am Dienstag weitere Lockerungen angekündigt, Fitnessstudios und Freibäder sollen am 28. Mai öffnen. Auch die Schulen müssen nach Ansicht der CDU-Politikerin wieder in den Regelbetrieb kommen. «Die Eltern müssen wissen, ob ihre Kinder nach den Sommerferien wieder normal zur Schule gehen können», forderte Ludwig. «Gleichzeitig muss die Landesregierung die Betreuung im Ferienhort und in den Kitas während der gesamten Sommerferien ohne Schließzeiten sicherstellen.» Viele Familien hätten in diesem Jahr entweder keinen Urlaub mehr oder keine finanziellen Möglichkeiten zum Verreisen und seien auf Kinderbetreuung angewiesen. Schulen und Kitas öffnen schrittweise, bis zu den Sommerferien Ende Juni sollen alle Kinder zum Unterricht oder in die Betreuung - zumindest tageweise. (dpa)

Merkel fordert Stärkung der internationalen Zusammenarbeit in Corona-Krise

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in der Corona-Krise für eine Stärkung der internationalen Zusammenarbeit geworben. "Gemeinsames, abgestimmtes Handeln" sei die "richtige Antwort" auf die Krise, sagte Merkel nach einer Videokonferenz mit den Vorsitzenden von fünf internationalen Wirtschafts- und Finanzorganisationen am Mittwoch in Berlin. Die Vereinten Nationen und die Weltbank warnten derweil vor einem Anstieg der extremen Armut als Folge der Corona-Pandemie. (AFP)

Ungarn schließt Transitzone für Migranten nach EU-Kritik

Ungarn hat die Schließung seiner umstrittenen Transitzone zur Unterbringung von Asylbewerbern angekündigt. Damit folge die Regierung einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), sagte Regierungsmitglied Gergely Gulyas am Donnerstag in Budapest. Der EuGH hatte die Unterbringung von Asylbewerbern in einem abgeschotteten Containerlager an der ungarisch-serbischen Grenze in der vergangenen Woche als "Haft" eingestuft. Die Transitzone sei "eine Lösung gewesen, die Ungarns Grenzen geschützt hat", sagte Gulyas. Das Urteil des EuGH sei "bedauerlich", doch da Ungarn es befolgen müsse, sei die Schließung der Transitzone unvermeidlich. 280 Insassen würden in Asylbewerber-Unterkünfte verlegt. (AFP)