Die Lifte sind aus, dennoch sind zahlreiche Menschen ins niedersächsische Braunlage im Harz gekommen. Foto: dpa/Swen Pförtner

Eigentlich dürfte man meinen, nach den Erfahrungen aus Ischgl im März 2020 wäre vielen Skifahrern die Lust auf ihr Hobby vergangen. Zumindest solang die Corona-Pandemie noch andauert. Doch dem ist offenbar nicht so – trotz zahlreicher Bitten aus der Politik und dem Gesundheitswesen. Zahlreiche Ausflügler steuerten am langen Neujahrswochenende die Ski- und Rodelgebiete in Harz und Sauerland an.

Polizei und Ordnungsbehörden schrieben am Sonnabend Anzeigen wegen zahlreicher Verstöße gegen die Corona-Schutzmaßnahmen, wie eine Sprecherin der Stadt Winterberg sagte. Die örtliche Polizei appellierte an die Menschen: „Dreht um. Kommt nicht in die Skigebiete.“ Doch bei einigen half auch das nicht.

Zahlreiche Fahrzeuge haben am Straßenrand der Bundesstraße bei Braunlage geparkt. Foto:  dpa/Swen Pförtner

In den verschneiten Ortschaften der Region bildeten sich längere Autoschlangen und Staus, die Parkplätze füllten sich. Die Polizei hatte am Morgen per Twitter angekündigt, die Stadt am Wochenende verstärkt bei der Durchsetzung der Allgemeinverfügung zur Maskenpflicht und der Corona-Schutzverordnung zu unterstützen. Dafür würden auch Kräfte der Bereitschaftspolizei hinzugezogen.

Ansturm auf Skigebiete trotz Lockdown und geschlossener Lifte

Dabei sind Lifte und Pisten, Restaurants und Hütten bis mindestens 10. Januar geschlossen. Die Betreiber der Wintersport-Arena und des Skiliftkarussells weisen auf ihren Internetseiten darauf hin, dass es keine Toiletten gibt sowie keine Möglichkeiten zum Aufwärmen – und auch keine Retter vor Ort sind. Dort heißt es: „Wir lieben unsere Berge. Sie bestimmt auch: Aber in diesen Zeiten müssen wir diese Liebe ruhen lassen, denn der Ansturm führt zu Stau und Massenaufläufen. Verstopfte Straßen, fehlende Parkplätze und viele potenzielle Kontakte. Wer will das schon?“

Wegen Überfüllung rät die Polizei im Harz weiter von Ausflügen in die winterlichen Berge ab. Der Ansturm ging aber auch dort weiter: Wanderer und Rodler steuerten die Parkplätze in den teils verschneiten Orten schon am Sonnabendmorgen an. Die Polizei Goslar twitterte am Vormittag, dass die Parkplätze weitgehend ausgelastet seien. Sie appellierte an Tagesausflügler, weiträumig auf andere Gebiete im Harz auszuweichen und die Rettungswege frei zu halten. Auch der Großraumparkplatz in Torfhaus war überfüllt, viele Autofahrer parkten am Straßenrand.

In Niedersachsen gibt es keine Beschränkung für Tagestouristen. Die Schlepplifte sind aber wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Viele Familien und auch Gruppen machten sich zu Fuß auf den Weg. Schon an den vergangenen Tagen stauten sich die Autos in Ausflugsorten kilometerlang.

Wetter in Deutschland bleibt winterlich, aber oft trist

Das Wetter in Deutschland bleibt erst einmal winterlich und trist. Am Sonntag gibt es eine dicke Wolkendecke und Schnee. Die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes rechnen damit, dass es im Laufe des Tages in vielen Regionen schneit – in einem Streifen von Baden-Württemberg über Hessen und Thüringen bis nach Sachsen und Brandenburg. Dabei dürften zwei bis fünf Zentimeter Neuschnee zusammenkommen.

Mit Glatteis müsse vor allem im Osten gerechnet werden. Mit Auflockerungen sei indes nicht zu rechnen. Höchstwerte liegen laut DWD zwischen minus 1 Grad im Bergland und 5 Grad an der See. „Sonne ist in den kommenden Tagen wirklich kein großes Thema“, teilte ein Sprecher des Wetterdienstes mit. Mindestens bis Mitte der Woche bleibt es demnach unter dicken Wolken bei nasskalter Witterung.