Golden State versinkt

Tropensturm „Hilary“ setzt Kalifornien unter Wasser

Sintflutartiger Regen infolge des Pazifik-Hurrikans „Hilary“ sorgt im US-Westküstenstaat für Chaos.

Teilen
Dauerregen sorgt in Kalifornien vielerorts für überflutete Straßen.
Dauerregen sorgt in Kalifornien vielerorts für überflutete Straßen.USA TODAY Network/imago

„It Never Rains in Southern California“ (In Südkalifornien regnet es nie), sang einst Albert Hammond (79) in den 1970er-Jahren. Von wegen – werden sich viele Einwohner des US-Bundesstaates an der Pazifikküste in diesen Tagen denken – es regnet ja nur noch!

Seit der Tropensturm „Hilary“ über dem „Golden State“ tobt, sorgt sintflutartiger Regen für Chaos. Überschwemmungen führten zum Ausnahmezustand in den Metropolen San Diego und Los Angeles.

Das Zentrum des Sturms bewegte sich nach Angaben des Nationalen Hurrikanzentrums am späten Sonntagnachmittag (Ortszeit) in den Süden des US-Bundesstaats Kalifornien. Zuvor war „Hilary“ in Mexiko auf Land getroffen und hatte die Küste von Baja California erreicht. Der Sturm hatte sich im Laufe des Sonntags abgeschwächt und war vom Hurrikan zum Tropensturm herabgestuft worden – blieb aber gefährlich.

Wetterdienst warnt vor Sturm „Hilary“

Tropenstürme sind sehr ungewöhnlich in dieser Region der USA. Der Wetterdienst warnte, dass „Hilary“ Niederschlagsmengen bringen werde, die an einigen Orten die durchschnittlichen Jahresmengen übersteigen.

Bis zu den Knien im Wasser – passiert Straßenarbeitern in Südkalifornien auch eher selten.
Bis zu den Knien im Wasser – passiert Straßenarbeitern in Südkalifornien auch eher selten.Mario Tama/Getty Images/AFP

Da die heftigen Regenfälle des Sturms über das Zentrum weit hinausreichen, waren die Auswirkungen des Unwetters bereits im Laufe des Wochenendes im Süden Kaliforniens und Nevadas sowie in Arizona zu spüren. Straßen wurden überflutet, Hunderte Flüge gestrichen, Sportveranstaltungen verschoben sowie Strände und Parks geschlossen.

Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom hatte für Teile des Bundesstaates den Notstand ausgerufen. Die Bürgermeisterin von Los Angeles, Karen Bass, warnte vor umstürzenden Bäumen oder herabfallenden Stromleitungen. Besonders hart könnte es außerdem die vielen Obdachlosen in der Stadt treffen, so Bass. In der Millionenmetropole bleiben am Montag die öffentlichen Schulen geschlossen.

Umgestürzte Bäume nach Durchzug von „Hilary“ in Cathedral City, Kalifornien
Umgestürzte Bäume nach Durchzug von „Hilary“ in Cathedral City, KalifornienMario Tama/Getty Images/AFP

Der amerikanische Wetterdienst warnte für Sonntagnacht und Montag vor historischen Niederschlagsmengen, die Sturzfluten und Überschwemmungen bringen könnten. Menschen müssten sich auf Erdrutsche und Schlammlawinen einstellen. Im Süden Kaliforniens müsse mit schweren Gewittern gerechnet werden, so die Meteorologen. „Hilary“ werde dann voraussichtlich weiter nordwärts ziehen und sich am Montag über Nevada auflösen.