Desinfektionsmittel sind immer nur für die äußere Anwendung gedacht. Und das gilt auch bei der Corona-Pandemie. Foto: Gabber/ dpa

Berlin - Bill Gates hat Corona erfunden, Aluhüte schützen vor Aliens, die Erde ist eine Scheibe. Das Internet quillt über von Mythen und Falschinformationen. Gerade wenn es um das Thema Corona-Virus geht. In einer Serie klärt der KURIER darüber auf, was stimmt – und was nicht. Heute geht es um das Trinken von Desinfektionsmitteln. Klare Ansage: auf gar keinen Fall!

Entsetzen bei Experten löste Trumps Vorschlag aus, man solle ausprobieren, Menschen gegen das Corona-Virus Desinfektionsmittel zu injizieren. Diese Mittel sind explizit und ausschließlich für die äußere Anwendung vorgesehen. Dabei sind Sicherheitsvorschriften streng einzuhalten - aus gutem Grund: Viele Präparate enthalten gesundheitsschädliche, ätzende, hochgiftige oder krebserregende Substanzen wie Chloramine, Formaldehyd oder Phenole.

„„Klassische Desinfektionsmittel sind sehr aggressiv und schädigen die Körperzellen. Sie zum Beispiel zu trinken oder zu injizieren, ist absolut gefährlich“, warnt Chemikerin und Virologin Helga Rübsamen-Schaeff. Schon vorher gab es von anderer Seite die Empfehlung, das Bleichmittel Chlordioxid gegen das Coronavirus zu trinken. Auch hier warnen Experten vor gesundheitsschädlichen Wirkungen.

In jedem Fall würde Helga Rübsamen-Schaeff für die äußerliche Desinfektion die existierenden Desinfektionsmittel, die ja auch auf Verträglichkeit geprüft sind, vorziehen - und die ohnehin empfohlenen Hygienemaßnahmen wie das Händewaschen.

Die äußere Desinfektion des Körpers durch starke künstliche Lichtquellen ist ebenfalls potenziell gefährlich: „Wir desinfizieren unseren Körper oberflächlich normalerweise mit hautverträglichen Produkten. Eine UV-Behandlung könnte zu Hautschäden und so zu einer Erhöhung des Hautkrebsrisikos führen - je nachdem, in welcher Intensität und Wellenlänge sie angewendet werden muss, um Corona zu zerstören.“