Schätzungsweise zehn Tonnen an toten Fischen haben unter anderem Helfer des Technischen Hilfswerkes (THW) und des Anglerverbandes am Kleinen und Großen Jasmunder Bodden eingesammelt.  dpa/Stefan Sauer

Die Ostsee ist das Urlaubsparadies vieler Menschen im Osten Deutschlands - doch nun wird der Jasmunder Bodden, eine Lagune auf der Insel Rügen, von einem dramatischen Phänomen heimgesucht: In dem Gewässer gibt es ein mysteriöses Fischsterben, das derzeit Anwohner, Behörden und Umweltschützer beschäftigt. Tonnenweise tote Fische mussten bereits abtransportiert werden, derweil wird nach der Ursache gesucht.

Helfer sammelten bisher etwa zehn Tonnen tote Fische ein

Schätzungsweise zehn Tonnen an toten Fischen haben unter anderem Helfer des Technischen Hilfswerkes (THW) und des Anglerverbandes am Kleinen und Großen Jasmunder Bodden eingesammelt. Er rechne damit, dass die Arbeiten noch bis Mittwoch andauern würden, sagte Matthias Wolters, Leiter des Staatlichen Amts für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) Vorpommern am Montag. Die bisher gesammelten Kadaver seien nur ein kleiner Teil der verendeten Tiere. Wolters zufolge kann man von einem Massensterben sprechen.

Jetzt lesen: Strandampeln und Apps: SO rüsten sich die beliebtesten Urlaubsorte an den deutschen Küsten >>

Mitarbeiter des Technisches Hilfswerkes (THW) und Mitglieder des Anglerverbandes sammeln Tote Fische im Kleinen Jasmunder Bodden auf der Insel Rügen ein.  dpa/Stefan Sauer

Die Todesursache sei jedoch weiter unklar, hieß es am Montag aus dem Umweltministerium. Das Stalu hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass frühestens zu Wochenbeginn mit einem Ergebnis der Analyse der toten Tiere zu rechnen sei. Diese Resultate lagen aber zunächst weiter nicht vor.

Lesen Sie dazu auch: Es hakt bei Nord Stream 2: Noch kann kein Gas nach Deutschland fließen >>

Wie Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) zuvor mitgeteilt hatte, sind in dem Gewässer keine Auffälligkeiten beim pH-Wert, bei Sauerstoff- oder Salzgehalt festgestellt worden. Die Umweltorganisation Greenpeace bestätigte zuletzt, dass auch die Werte der von ihnen genommenen Wasserproben unauffällig seien. Greenpeace will nun weitere Proben untersuchen lassen.

Das gesamte Ausmaß der Katastrophe ist bisher noch unklar

Sicher sei, dass es keinen Sauerstoffmangel in dem etwa sieben mal fünf Kilometer großen Boddengewässer im Norden der Insel Rügen bei Lietzow gebe, hieß es. Angler und Anwohner hatten in den letzten Tagen ungewöhnlich viele tote Fische am Ufer des Boddens entdeckt und die Umweltbehörden informiert. Das Ausmaß sei noch unklar, sagte der Sprecher.