Olli Dittrich hielt eine bewegende Rede für Uwe Seeler.
Olli Dittrich hielt eine bewegende Rede für Uwe Seeler. dpa/Axel Heimken, IMAGO/Thomas Metelmann

„In Hamburg sagt man Tschüss“... Mit einer bewegenden Trauerfeier hat Hamburg und Fußball-Deutschland Abschied genommen von Uwe Seeler. 5000 Menschen sind zu seinen Ehren gekommen. Am Ende gibt es lange Sprechchöre. „Uwe Seeler, du bist der beste Mann.“ Selbst ARD-Mann Alexander Bommes (46) hat Tränen in den Augen.

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Bundeskanzler Olaf Scholz ist gekommen, Bundestrainer Hansi Flick, alle HSV-Größen von Felix Magath bis Horst Hrubesch. Die bewegendste Rede hält Schauspieler und Seeler-Freund Olli Dittrich - auf Wunsch von Ehefrau Ilka Seeler. „Als ich von seinem Tod erfuhr, hatte ich für einen kurzen Moment wieder dieses Gefühl wie 2014, als meine Eltern kurz nacheinander verstorben waren“, so Dittrich. „Es war dieser Gedanke: Jetzt bist Du allein.“

Hier die ganze Rede von Oli Dittrich im Video:

An einem seiner liebsten Orte wurde die Legende Uwe Seeler gewürdigt - im Volksparkstadion. „Uwe Seeler brauchte keinen Titel, um zu einem Idol zu werden“, sagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf in seiner Trauerrede über den Ehrenspielführer der Nationalmannschaft und einstigen Weltklasse-Stürmer des Hamburger SV. „Uwe Seeler ist dennoch einer der Größten, er hätte jede Trophäe verdient gehabt.“

„Er ist einer von uns – nur besser“

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher hob vor allem Seelers Heimatverbundenheit, Bodenständigkeit und karitatives Engagement hervor. „Uwe Seeler trug die Raute und seine Heimat im Herzen“, sagte er. „Sein Name steht für Fairness und Teamgeist. Er verkörpert die besten menschlichen Werte, als Sportler und als Mensch.“ Hamburg verliere in „Uwe Seeler ein Stück von sich selbst“. HSV-Sportvorstand Jonas Boldt meinte: „Er ist einer von uns – nur besser. Ein Vorbild, generationsübergreifend.“

Auch Bundeskanzler Olaf Scholz zeigte sich vom Menschen Seeler beeindruckt. „Für mich ist das Tollste an Uwe Seeler, dass er so normal geblieben ist und so geerdet. Das ‚Uns Uwe‘, das kommt nicht von ungefähr. Das ist tief aus ihm heraus gewachsen“, sagte er im NDR-Fernsehen.

Unter den Trauergästen: Bundeskanzler Olaf Scholz und Ehefrau Britta Ernst.
Unter den Trauergästen: Bundeskanzler Olaf Scholz und Ehefrau Britta Ernst. dpa/Christian Charisius

Seeler war am 21. Juli im Alter von 85 Jahren gestorben. Er war am vergangenen Donnerstag auf dem Ohlsdorfer Friedhof im engsten Familienkreis beigesetzt worden. Noch einmal stand das Volksparkstadion ganz im Zeichen des „größten HSVer aller Zeiten“ (Boldt). Neben zwei riesigen gesprühten Bildnissen Seelers auf dem Rasen des Volksparkstadions, die ihn als Torjäger in Aktion mit der Unterschrift „Uns Uwe“ zeigten, war ein Podium für die Redner aufgebaut.

Max Lorenz, ehemaliger Fußballspieler bei Werder Bremen, begrüßt Ilka Seeler, die Witwe von Uwe Seeler.
Max Lorenz, ehemaliger Fußballspieler bei Werder Bremen, begrüßt Ilka Seeler, die Witwe von Uwe Seeler. dpa/Christian Charisius

Beckenbauer verabschiedet einen Freund

Unterbrochen wurden die Trauerreden von Musikstücken, die zu Seelers Lieblingsmelodien gehörten und von der Familie ausgesucht worden waren, darunter „La Paloma“ von Hans Albers gesungen und „An de Eck steiht'n Jung mit Tüddelband“ von Heidi Kabel. Am Flügel spielte der international bekannte Hamburger Jazz-Pianist Joja Wendt, unterstützt vom Seemannschor Hamburg. Gemeinsam spielten sie „Hammonia“, die Hymne Hamburgs.

Ein Fan vom Hamburger SV steht am Grab von Uwe Seeler auf dem Ohlsdorfer Friedhof.
Ein Fan vom Hamburger SV steht am Grab von Uwe Seeler auf dem Ohlsdorfer Friedhof. dpa/Markus Tischler

Schon zuvor hatte sich Franz Beckenbauer in im „Hamburger Abendblatt“ von seinem langjährigen Freund Seeler verabschiedet. „Mit Dir, mein Freund, in der deutschen Nationalmannschaft spielen zu dürfen, war mir, dem neun Jahre jüngeren, eine große Ehre“, schrieb der 76 Jahre alte Weltmeister von 1974. Beckenbauer konnte nach eigenen Angaben aus gesundheitlichen Gründen nicht nach Hamburg reisen.

„Lieber Uwe, dieser letzte Gruß kommt aus tiefstem Herzen“

Der langjährige Kapitän und Präsident des FC Bayern München und Seeler spielten unter anderem bei den WM-Turnieren 1966 in England und 1970 in Mexiko zusammen. Er habe schon damals „eine ganz besondere Zuneigung“ gespürt. Der Brief endet mit den Worten: „Lieber Uwe, dieser letzte Gruß kommt aus tiefstem Herzen: Du bleibst für immer unvergessen. Servus und Tschüs.“

Im Stadion endete die Feier mit dem Stück: „In Hamburg sagt man Tschüss.“ Und die Fans sangen: „Uwe Seeler, Uwe Seeler - du bist der beste Mann.“