Nach dem Fund des toten Babys suchten Polizisten die Umgebung des Fundortes in Halle (Saale) ab (Archivbild).
Nach dem Fund des toten Babys suchten Polizisten die Umgebung des Fundortes in Halle (Saale) ab (Archivbild). dpa/Heiko Rebsch

Es ist ein schrecklicher Verdacht, den die Polizei in Halle (Saale) gegen eine 38-Jährige hegt. Die Frau soll ihr neugeborenes Kind einfach auf dem Gelände einer Müllfirma abgelegt haben. Der Säugling wurde am 27. Dezember 2021 tot aufgefunden!

Fast ein Jahr nach dem Fund der Babyleiche in Halle an der Saale ist am Montag nun die 38-jährige Frau vorläufig festgenommen worden. Beamte durchsuchten zudem die Wohnung der mutmaßlichen Mutter, wie Polizei und Staatsanwaltschaft gemeinsam mitteilten.

Frau soll Baby an Müllfirma abgelegt haben, als es noch lebte

Die Frau sei dringend verdächtig, im Dezember vergangenen Jahres ihre neugeborene Tochter kurz nach der Entbindung auf dem Gelände einer Entsorgungsfirma schutzlos abgelegt zu haben. Der tote Säugling wurde am 27. Dezember 2021 durch eine Spaziergängerin am Zaun der Müllfirma entdeckt. Eine Obduktion des Babys hatte später ergeben, dass das Kind vermutlich noch lebte, als es abgelegt wurde. Zum Tatzeitpunkt herrschten in Halle Minusgrade. 

Der 38-Jährigen wurde nun eine DNA-Probe entnommen, die mit einer Spur am Tatort übereinstimmte, wie es in der Mitteilung hieß. Seit dem Fund hatte eine Sonderkommission mit dem Namen „Engel“ nach der Mutter gesucht. So soll laut Angaben der Staatsanwaltschaft ein neues Analyseverfahren eingesetzt worden sein. So hatte man bei dem toten Säugling eine Zeitung gefunden, die DNA-Spuren aufwies.

Neues DNA-Verfahren führte zur Verdächtigen

Durch das neue Verfahren habe man Alter, Geschlecht und Haarfarbe ermitteln können. Die Angaben wurden dann mit Zeitungsabonnenten abgeglichen. Nach Befragungen von Zustellern fanden die Ermittler eine Frau, die Gewichtsveränderungen durchgemacht und sich auffällig verhalten hatte.

Auch die Spur zu einem T-Shirt, das in einem Sozialkaufhaus erworben worden war, bestätigte den Verdacht. Die Staatsanwaltschaft prüfe derzeit einen Haftantrag, hieß es. Die Ermittlungen wegen eines Tötungsdelikts dauerten an.

Die Frau äußßert sich derweil nicht zu den Vorwürfen. „Allerdings sind die Beweise gegen sie sehr stichhaltig. Wir sind uns sicher, die richtige Frau zu haben“, so Staatsanwalt Dennis Cernota gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung. Zu den Motiven konnte die Staatsanwaltschaft bisher jedoch nichts sagen. Auch in Halle gibt es eine Babyklappe, in die die Mutter das Kind hätte legen können.