Der Tornado riss einfach die Wand aus diesem Restaurant in Nashvilles Innenstadt ein. Foto: Alex Carlson/AP

„Das ist ein tragischer Tag in unserem Staat“ sagte der Gouverneur von Tennessee, Bill Lee, am Dienstag. Nur wenige Stunden zuvor waren mehrere Tornados durch den Bundesstaat im Südosten der USA gezogen – einer traf dabei die Hauptstadt Nashville mit voller Wucht. Mindestens 25 Menschen starben, dutzende weitere wurden verletzt. Ob es bei diesen Zahlen bleibt, ist unklar – die Suche nach Vermissten dauert an. Bewohner von Nashville, das als Hauptstadt der Country-Musik gilt, beschrieben dramatische Szenen, als der Sturm in der Nacht zu Dienstag einsetzte. „Suchen Sie sich jetzt Schutz! Dies ist ein sehr gefährlicher Sturm!“, schrieb der nationale Wetterdienst im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Als der Tornado durchgezogen war, zeigte sich das Ausmaß der Zerstörung. Laut der Katastrophenschutzbehörde wurden auch mehrere Stromleitungen beschädigt. 73.000 Haushalte in der Stadt waren ohne Strom. Im Fernsehen waren auch Aufnahmen von beschädigten Brücken und Straßen zu sehen. Der Sender ABC veröffentlichte ein Video, auf dem dutzende kollidierte Flugzeuge am Airport von Nashville zu sehen waren. Nach Angaben des Bürgermeisters von Nashville, John Cooper, wurden allein in der Stadt 150 Menschen in Krankenhäuser gebracht. Viele Häuser und Gebäude waren schwer beschädigt, viele Bäume umgeknickt. Auch Straßen und Brücken seien beschädigt worden, erklärte der Katastrophenschutz. Die Behörde ermahnte Anwohner, beschädigte Gebäude nicht zu betreten.

„Die Zerstörung ist herzzerreißend“, sagte Gouverneur Lee. Rettungskräfte seien in den betroffenen Gebieten in der Stadt Nashville und Umgebung in vollem Einsatz. Der Notstand wurde ausgerufen und vier Notunterkünfte eröffnet. Die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, erklärte, sie danke den Einsatzkräften und bete für jene Menschen, die noch vermisst würden. Tennessee gehörte zu den 14 Staaten, in denen ihre Partei, die Demokraten, am Dienstag ihre Vorwahlen für die Präsidentschaftswahlen abhielten. 15 Wahllokale wurden durch den Sturm beschädigt, die Öffnungszeiten daher verlängert. Kandidaten wie Bernie Sanders bekundeten ihr Beileid: „Unser Herz ist mit den Opfern und ihren Angehörigen“, schrieb er auf Twitter. Der amtierende US-Präsident Donald Trump versprach derweil, dass die Regierung beim Wiederaufbau helfen werde.