Bei 1900 Männer sollen in den nächsten Tagen Speichelproben genommen werden. Foto: Roland Weihrauch/dpa (Symbolbild)

Ende Januar 2019 war an einem Bach in Sachsen-Anhalt die Leiche von Wolfhard L. gefunden worden. Der 77 Jahre alte Mann war gewaltsam zu Tode gekommen. Nun soll ein DNA-Massentest den Täter ermitteln. Am Dienstag startete der Test in Zahna-Elster (Landkreis Wittenberg), in den kommenden Tagen sollen 1900 Männer untersucht werden.

Rund 60 Haushalte waren darüber per Post informiert worden, nun werden Polizisten von Haus zu Haus ziehen, um jeden männlichen Bewohner ab 15 Jahren um eine Speichelprobe zu bitten. Die Ermittler beginnen in Zahna-Nord, im unmittelbaren Umfeld des Opfers. Wolfhard L. verließ am Morgen des 27. Januar 2019 gegen 5.50 Uhr mit Mischlingshund „Findus“ das Einfamilienhaus für die übliche Gassirunde.

Zwanzig Minuten ist er dabei gewöhnlich unterwegs. Als er nach einer halben Stunde nicht zurück ist, sorgt sich seine Ehefrau um den 77-Jährigen. Barbara L. geht los, um nach ihm zu schauen. Am Gartenzaun kommt ihr „Findus“ alleine entgegen. Barbara L. geht den Weg ab, sucht erst alleine nach ihrem Mann, später kommen Familie und Freunde dazu. Dann wird die Polizei eingeschaltet, Rettungshunde und Hubschrauber kommen zum Einsatz. Doch keine Spur von Wolfhard L.

Erst am nächsten Morgen wird seine Leiche in einem Flutgraben außerhalb von Zahna gefunden. Zwanzig Minuten von der Gassirunde entfernt. Bei dem Toten liegt ein grünes Transportnetz. Die Obduktion ergibt, dass der 77-Jährige ertrunken ist. Zuvor waren ihm laut Staatsanwaltschaft durch stumpfe Gewalt schwere Verletzungen zugefügt worden. Der Fall wurde auch in der MDR-Sendung „Kripo live“ behandelt. „Ich möchte, dass die Menschen, die damit zu tun haben, sich zu erkennen geben und mir sagen, warum. Warum sie ihn umgebracht haben“, sagte Barbara L., die Witwe des Opfers, dort unter Tränen.  An der Leiche von Wolfhard L. konnten die Ermittler bislang unbekannte DNA-Spuren sichern. Der Massentest soll nun zur Klärung führen.