Die Überreste des Leichthubschraubers in Buchen, in dem zuvor Wolfgang Haupt, Frank Merkel und dessen Sohn saßen. imago images/Einsatz-Report24

Am Wochenende starb der deutsche IT-Unternehmer Wolfgang Haupt bei einem Hubschrauber-Absturz. Was zunächst nach einem tragischen Unfall aussah, könnte sich allerdings als ein Attentat entpuppen. Denn der 34-Jährige soll zuvor Morddrohungen erhalten haben.

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Haupt erhielt mehrere Wochen vor seinem Tod massive Drohanrufe

Wie das Nachrichtenmagazin Focus unter Berufung auf Angehörige und Mitarbeiter des Geschäftsmannes berichtet, soll der Gründer des umstrittenen IT-Unternehmens Augustus Intelligence nur wenige Wochen vor dem Absturz mehrfach Anrufe eines Mannes mit arabischem Akzent erhalten haben. Dieser habe Haupt dabei massive Gewalt angedroht.

Gibt es Hinweise auf ein mögliches Attentat?

Unternehmer Haupt war am 17. Oktober auf einem Flugplatz bei Herzogenaurach (Bayern) gestartet und daraufhin in einem Waldstück abgestürzt. Mit ihm an Bord befanden sich der Entsorgungsunternehmer Frank Merkel (61) und dessen Sohn (18). Laut Staatsanwaltschaft soll der Hubschrauber Merkel gehört haben. Alle drei Insassen kamen bei dem Absturz ums Leben. Wie Focus berichtet, lieferte die Absturzstelle in der Nähe der Ortschaft Buchen bereits erste Hinweise auf ein mögliches Attentat. Spaziergänger in der Nähe der Ortschaft sollen gegen 13 Uhr gesehen haben, wie der Helikopter in ein Waldstück stürzte – direkt nach einem lauten Knall. 

Weiter wurde bekannt, dass die Leichenteile von Haupt, Merkel und die seines Sohnes in einem Radius von mehr als 200 Metern verstreut lagen. Jetzt wollen Experten der Braunschweiger Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung herausfinden, ob es in der Luft eine vorsätzlich herbeigeführte Detonation gegeben hat. Florian Sommer von der Staatsanwaltschaft Mosbach zu Focus: „Wir ermitteln in alle Richtungen.“

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Skandale in der Vergangenheit

Wolfgang Haupt war in der Vergangenheit wegen mehrerer Skandale in die Schlagzeilen geraten. Unter anderem, weil sich der CDU-Politiker Philipp Amthor (28) und der frühere CSU-Politiker Karl Theodor zu Guttenberg (49) für Haupts Firma Augustus Intelligence im Kanzleramt und im Wirtschaftsministerium aussprachen.


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Philipp Amthor erntete in der Causa Augustus Intelligence harsche öffentliche Kritik. 

Amthor und zu Guttenberg wurden für ihre Fürsprache damals mit Sitzen im Aufsichtsrat und im Vorstand sowie mit Aktien bei Augustus Intelligence belohnt. Amthor bezeichnete seine Beteiligung in dieser Causa nach harscher öffentlicher Kritik später als „Fehler“ und erklärte, die Nebentätigkeit beendet zu haben.