Hollywood-Star Alec Baldwin soll sich nun wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten. Dem siebenfachen Vater drohen 18 Monate Gefängnis.
Hollywood-Star Alec Baldwin soll sich nun wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten. Dem siebenfachen Vater drohen 18 Monate Gefängnis. AP/Seth Wenig

Das Todesdrama bei den Dreharbeiten zu einem Western im Herbst 2021 hatte Hollywood zutiefst erschüttert. Kamerafrau Halyna Hutchins (42) war durch eine Kugel aus einer Requisitenwaffe getötet worden. Abgegeben hatte den Schuss Hollywood-Star Alec Baldwin. Nun will die Staatsanwaltschaft im US-Staat New Mexico gegen den Schauspieler Anklage erheben. Wegen fahrlässiger Tötung.

Baldwin, der als Hauptdarsteller und Produzent bei dem Low-Budget-Western „Rust“ mitwirkte, hatte bei einer Probe in Santa Fe im Bundesstaat New Mexico für eine Szene eine Waffe bedient, als sich ein Schuss löste. Untersuchungen ergaben, dass in dem Colt eine echte Kugel steckte – statt etwa Platzpatronen. Die Kugel traf Halyna Hutchins, die Mutter eines kleinen Sohnes erlag am selben Tag im Universitätsklinikum in Albuquerque ihren Verletzungen.

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Alec Baldwin hatte vor zwei Monaten die Filmcrew verklagt

Eine Schuld am Tod der Kamerafrau hatte Alec Baldwin stets von sich gewiesen. Im vergangenen November hatte der 64-Jährige die Filmcrew verklagt. Die Klage richtet sich unter anderem gegen die Waffenmeisterin und einen Regieassistenten, der dem Schauspieler die tödliche Waffe gereicht hatte.

„Mehr als jeder andere an dem Set wurde Baldwin zu Unrecht als Verursacher dieser Tragödie angesehen“, heißt es laut Medienberichten in dem in Los Angeles eingereichten Dokument. Baldwin werfe den Beklagten darin Fahrlässigkeit vor. Das Unglück sei geschehen, weil die bei dem Dreh benutzte Waffe mit echten Kugeln geladen worden sei. Dem 64-Jährigen gehe es darum, seinen guten Ruf wiederherzustellen. Er verlange aber auch eine Entschädigung, schrieb die New York Times.

Alec Baldwin drohen 18 Monate Gefängnis

Nicht nur Baldwin wird nun von der Staatsanwaltschaft angeklagt, auch die Waffenmeisterin am Set, Hannah Gutierrez-Reed, wird sich vor Gericht verantworten müssen. Bei einer Verurteilung drohen den beiden bis zu 18 Monate Gefängnis und eine Geldstrafe von jeweils 5000 Dollar (rund 4626 Euro).

Im vergangenen Oktober erzielte Baldwin, der Hauptdarsteller und Produzent des Westerns, in einem Zivilverfahren eine außergerichtliche Einigung mit Hutchins Witwer. Das schützt den 64-Jährigen aber nicht vor strafrechtlichen Konsequenzen.