Taylor Hawkins, Schlagzeuger der Foo Fighters, ist mit nur 50 Jahren auf Tour gestorben. dpa/Zuma Press

Es ist nach dem Tod von Kurt Cobain das zweite Mal, dass Foo-Fighters-Gründer Dave Grohl den Tod eines Bandkollegen erlebt: Der Schlagzeuger der Foo Fighters, Taylor Hawkins, ist überraschend verstorben. Am frühen Samstagmorgen gab das die Band auf Twitter bekannt. „Die Familie der Foo Fighters ist durch den tragischen und verfrühten Verlust unseres geliebten Taylor Hawkins am Boden zerstört“, teilt die Rockband da mit. Hawkins wurde gerade mal 50 Jahre alt.

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Es gab bisher keine Details darüber, wie Hawkins starb, aber die Band sagte in der Erklärung, dass sein Tod ein „tragischer und vorzeitiger Verlust“ sei. Klar ist: Der US-Musiker sei tot in einem Hotel in Bogotá aufgefunden worden, berichtet das Nachrichtenmagazin Semana online.

Die Foo Fighters waren gerade auf Tournee in Südamerika. Sie spielten am Sonntag auf einem Festival in San Isidro in Argentinien und sollten am Freitagabend beim Musikfestival Estereo Pìcnic in Bogota, Kolumbien, auftreten.

„Sein musikalischer Geist und sein ansteckendes Lachen werden für immer unter uns allen weiterleben“, schreibt die Band weiter. Die Foo Fighters sprachen seiner Frau, seinen Kindern und Angehörigen ihr Mitgefühl aus und baten darum, ihre Privatsphäre in dieser „unglaublich schweren Zeit“ zu respektieren.

Der Schlagzeuger hinterlässt drei Kinder

Hawkins hinterlässt seine Frau Alison und die drei Kinder Oliver, Annabella und Everleigh. Der 50-Jährige war 25 Jahre lang der Schlagzeuger der Foo Fighters. Bevor Dave Grohl ihn bat, bei den Foo Fighters einzusteigen, trommelte er in der Band der kanadischen Sängerin Sass Jordan und als Tour-Schlagzeuger für Alanis Morissette.

Aus diesem Drummer-Job warb ihn Grohl ab, der gerade mit seiner zweiten Band Foo Fighters durchstartete. „Ich und Dave, wir wirkten auf verrückte Weise wie zwei lange getrennte Brüder“, erinnerte sich Hawkins im Vorjahr laut Sender NBC. „Wir hatten einen ähnlichen Vibe.“ Nach dem zweiten Band-Studioalbum „The colour and the shape“ 1997 gehörte Hawkins dazu – und er blieb trotz mancher Drogenprobleme (angeblich aufgrund seines Lampenfiebers) eine Konstante in der wegen ihrer lockeren Unbekümmertheit rasch sehr beliebten Band.

Am 18. November 2021: Taylor Hawkins, Dave Grohl and Nate Mendel von den Foo Fighters bei einer Gala im American Museum of Natural History in New York AFP/Betancour

Im letzten Jahr veröffentlichten die Foo Fighters ihr 10. Studioalbum „Medicine at midnight“. In einem Interview zum Erscheinen des Albums sagte Hawkins, dass er als Schlagzeuger „von den Besten gelernt“ habe, indem er auf die Drummer von Queen (Roger Taylor) und Police (Stewart Copeland) gehört habe. Und das musste er wohl auch, von den besten lernen, wenn er in einer Band bestehen wollte, in der der Frontman einstmals einer der besten Schlagzeuger der Welt war.

Zum zweiten Mal erlebt Dave Grohl den Tod eines Bandkollegen: Erst Kurt Cobain, jetzt Taylor Hawkins

Denn bei den Foo Fighters ist ja Dave Grohl Sänger und Frontman, einst selbst Schlagzeuger bei Nirvana. „Es fühlte sich so an, als ob ich mich irgendwie bei den Foo Fighters als Schlagzeuger einfügen könnte, und es ist eine schwierige Position, weil Dave einer der besten Schlagzeuger aller Zeiten ist“, erklärte Hawkins zu den Anfängen bei den Foo Fighters in einem Interview mit dem The Age and Sydney Morning Herald.

Die Beziehung zwischen den beiden Musikern scheint immer eng gewesen zu sein. Bei Konzerten trugen Hawkins und Grohl manchmal Drummer-Duelle aus, oder sie tauschten die Plätze bei Schlagzeug, Gitarre und Gesang. Die Rolle des Sängers übernahm Hawkins auch bei der Foo-Fighters-Single „Cold Day In The Sun“. Und gerade erst in diesem Februar brachte Grohl seine schräge Horrorkomödie „Studio 666“ in die US-Kinos, in der die Foo Fighters die Hauptrolle spielen – und in der auch Taylor Hawkins prominent auftritt.

Es ist das zweite Mal, dass Dave Grohl den Tod eines engen Bandkollegen erlebt. Grohl war der Schlagzeuger von Nirvana, als Kurt Cobain 1994 starb. Nach dem Tod löste sich die Band auf, Grohl ging eigene Wege.

Dave Grohl, Gründer, Gitarrist und Sänger der Foo Fighters. Links der Schlagzeuger Taylor Hawkins. AFP/Getty Images

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Taylor Hawkins kämpfte wohl lebenslang gegen Drogen an. Darüber berichtete auch die New York Times. Hawkins hat öffentlich über seinen Kampf mit Drogen gesprochen, nachdem er 2001 in London eine Überdosis genommen hatte und zwei Wochen lang im Koma lag. Da war er schon Drummer der Foo Fighters. Doch die band hielt zu ihm und half ihm aus dieser Krise.

Taylor Hawkins sagte in einem Interview: „Es gibt kein Happy End mit harten Drogen“

„Jeder hat seinen eigenen Weg, und ich habe es zu weit getrieben“, sagte Hawkins gegenüber der Musikzeitschrift Kerrang und fügte hinzu, dass er einst an den „Mythos hart und schnell leben, jung sterben“ glaubte. „Ich bin nicht hier, um zu predigen, keine Drogen zu nehmen, denn ich habe es geliebt, Drogen zu nehmen, aber ich bin einfach eine Zeit lang außer Kontrolle geraten und es hat mich fast erwischt.“

In einem Gespräch mit Beats 1 erklärte Hawkins vor vier Jahren: „Es gibt kein Happy End mit harten Drogen“. Er lehnte in dem Interview aber ab zu erklären, wie und ob er ohne auskommt: „Ich diskutiere nicht wirklich darüber, wie ich mein Leben in dieser Hinsicht lebe. Ich habe mein System, das für mich funktioniert.“

Jetzt trauert die Musikwelt. Auch Billy Idol, Nickelback oder Ozzy Osbourne kondolieren via Twitter im Internet. Ozzy Osbourne (73, Black Sabbath) hat Taylor Hawkins als „großartigen Menschen und erstaunlichen Musiker“ gewürdigt. Osbourne sprach Hawkins' Familie, der Band und den Fans bei Twitter sein Beileid aus und fügte hinzu: „Wir sehen uns auf der anderen Seite – Ozzy.“ Der in London geborene 80er-Jahre-Rockstar Billy Idol (66, „Dancing with myself“) zeigte auf Twitter ein Hawkins-Bild und schrieb: „So tragisch. Ruhe in Frieden“.