Es ist grausame Tat, die immer wieder vorkommt, vor allem nach den Festtagen: Ungeliebte Haustiere werden einfach ausgesetzt, weil sie plötzlich zur Belastung werden. Statt den Vierbeiner ins Tierheim zu bringen, hat die Besitzerin oder der Besitzer es sich mit einem Hund in Rostock vermeintlich einfach gemacht: Das Tier wurde angeleint an einem Baum gefunden und von der Tierrettung befreit.

Leine „so knapp angebunden, dass er sich hätte erhängen können“

Hätten allerdings nicht Passanten den Rüden gerade noch rechtzeitig aufgefunden, wäre er vermutlich bereits tot: Die Leine war so eng an einem Baum hinter einem Zaun festgemacht, dass er sich wohl früher oder später erschöpft selbst erdrosselt hätte. Wie die Ostsee-Zeitung berichtet, fanden Anwohner das verstörte Tier am späten Freitagabend, nachdem sie auf dessen Gebell aufmerksam wurden. Schließlich fanden sie den völlig verängstigen Rüden auf einer Grünfläche nahe eines Aldi-Marktes vor.

Wörtlich sagte eine Tierhelferin der Zeitung: „Er war so knapp angebunden, dass er sich hätte erhängen können.“ Das Tier sei durchnässt gewesen und habe am gesamten Körper gezittert! Was sie vorfanden, habe ihnen Tränen in die Augen getrieben, heißt es weiter in dem Bericht. „Ich möchte nicht wissen, wie viele Stunden er dort schon so gesessen hat.“

Aussetzen von Hunden wird als Ordnungswidrigkeit, nicht als Straftat verfolgt

Die von der Polizei verständigten Tierretter brachten ihn dann in ein Tierheim. Nun soll geprüft werden, ob ein Chip vorhanden ist, der Auskunft über den Halter geben könnte. Da Tiere nicht einfach ausgesetzt werden dürfen, müsste der Verantwortliche mit Konsequenzen rechnen. 

Da so eine grausame Tat jedoch bislang nicht als Straftat, sondern als Ordnungswidrigkeit angesehen wird, sind die in vergleichbaren Fällen verhängten Strafen überschaubar. Zuständig ist das Ordnungsamt, das Bußgelder von bis zu 25.000 Euro verhängen kann. Tierquälerei kann nach § 17 des Tierschutzgesetzes mit Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren verfolgt werden, wenn Tiere mutwillig getötet oder gequält werden. Bei Fahrlässigkeit werden die Taten grundsätzlich als Ordnungswidrigkeit eingestuft. Zu einer Haftstrafe werden Tierquäler in Deutschland so gut wie nie verurteilt. Gegen Besitzer kann allerdings ein Hundehaltverbot verhängt werden.