Becker war von einem Gericht in London wegen mehrerer Insolvenzstraftaten zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. AFP/Adrian Dennis

Zweieinhalb Jahre Knast – das war das Knallhart-Urteil von Richterin Deborah Taylor am Southwark Crown Court am Freitag. Boris Becker war bereits mit gepackten Koffern am Gerichtsgebäude in London erschienen. Denn für den 54-Jährigen ging es nach der Strafmaßverkündung direkt ins Gefängnis Wandsworth im Südlondoner Stadtbezirk London Borough of Wandsworth.

Dort saß auch Julian Assange schon ein. „Dort gab es verrückte Pädophile, die die ganze Nacht immerzu lauthals von ihren Verbrechen erzählt haben. Man hörte ihre Rufe die ganze Nacht hindurch“, berichtete der damals. Platz bietet das Gefängnis Wandsworth für 1500 Gefangene.

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Nun verbrachte Becker also seine ersten Nächte hinter Gittern in Wandsworth. imago images/Zuma Wire

Nun verbrachte Becker also seine ersten Nächte hinter Gittern in Wandsworth. Wie geht es dem gefallenen Tennis-Idol? Die Bild-Zeitung zitiert einen Gefängnis-Mitarbeiter mit den Worten: „He is okay.“ Boris Becker soll es gut gehen.

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Im Gefängnis habe der vierfache Vater den Status „High Profile“, heißt es bei Bild weiter. Insassen dieser Kategorie sind in einem besonders gesicherten Gefängnistrakt untergebracht. Dies soll sie etwa vor möglichen Übergriffen anderer Häftling schützen. Zur Einrichtung in Wandsworth gehören zwei Fitnessstudios und eine Sporthalle. Das könnte Boris Becker die mögliche Zeit im Knast ja dann vielleicht doch etwas angenehmer machen.

Becker durfte im Knast noch einen Anruf tätigen

Bevor Becker am Freitag in seine Zelle geführt wurde, soll er nach den gängigen Formalitäten – inklusive einer Abtastung – noch einen Anruf getätigt haben dürfen. Nun wird spekuliert, wen Becker wohl als Letztes angerufen hat? Möglicherweise ging sein Anruf ja an Lebensgefährtin Lilian de Carvalho Monteiro (33). Die hatte ihn an allen Prozesstag, auch dem letzten schicksalhaften, begleitet und liebevoll unterstützt.

Boris Becker gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Lilian de Carvalho Monteiro auf dem Weg zur Strafmaßverkündung in London. dpa/PA Wire/Victoria Jones

Becker war von einem Gericht in London wegen mehrerer Insolvenzstraftaten zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Die Laienrichter am Londoner Gerichtshof Southwark Crown Court waren zu der Ansicht gelangt, dass Becker eine Immobilie in seinem Heimatort Leimen verschleiert, unerlaubterweise hohe Summen auf andere Konten überwiesen und Anteile an einer Firma für Künstliche Intelligenz verschwiegen hatte. Von der Haftstrafe muss der 54-Jährige die Hälfte absitzen, bevor er den Rest auf Bewährung in Freiheit verbringen darf.

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Freunde und Kollegen überrascht von hohem Strafmaß

Neben seiner Ex-Frau Lilly Becker (45), seinen Söhnen sowie seiner Tochter Anna Ermakova (22) zeigten sich auch Freunde und Kollegen über das Strafmaß schockiert. Besonders in Deutschland war die Anteilnahme groß.

„Für den Menschen Boris tut es mir leid“, sagte etwa der frühere Fußballmanager Reiner Calmund in der Bild-Zeitung. „Boris hat die härtesten Matches überstanden. Ich wünsche ihm, dass er auch diese Zeit meistert.“ Der Deutsche Tennis Bund (DTB) will weiter zu dem dreimaligen Wimbledon-Sieger halten: „Wir nehmen das Urteil mit Respekt und Bedauern zur Kenntnis und wünschen ihm alles Gute für die nächste Zeit“, sagte Verbandspräsident Dietloff von Arnim am Freitag in München. „Wir stehen an seiner Seite.“