Am Freitag gab es eine Massenhochzeit auf einem Taiwanesischen Armee-Stützpunkt. Auch zwei Frauen gaben sich erstmals innerhalb der Armee das Eheversprechen. Von Corona-Angst keine Spur.  Foto: Sam Yeh  AFP

Während die Welt gegen eine zweite Corona-Welle kämpft, hat Taiwan seit 200 Tagen in Folge keine lokal übertragenen Ansteckungen mehr registriert. Schnelle Reaktion der Behörden und akribische Nachverfolgung der Kontakte sind ihre Waffen gegen das Corona-Virus.

Der letzte im Land übertragene Fall einer Corona-Infektion wurde am Ostersonntag gemeldet. Seitdem hat die Insel Taiwan die Corona-Pandemie gut im Griff, es gab lediglich Fälle, die von außerhalb eingetragen wurden. Aber wie machen die Taiwanesen das?

Die Insel mit 23 Millionen Einwohner hat bisher lediglich 553 bestätigte Corona-Fälle. Nur 55 davon sind lokale Übertragungen. Nur sieben Menschen kamen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion ums Leben.

Doch drakonische Einschnitte in den Alltag verhängten die Behörden Taiwans nie. Entscheidend war laut einem Bericht von CNN die Schnelligkeit, mit der man schon Ende Dezember 2019 auf erste Gerüchte aus China über eine Lungenkrankheit reagierten.

Die Behörden aktivierten das zentrale Epidemie-Kommandozentrum der Insel, das nach der Sars-Epidemie eingerichtet worden war, die Produktion von Gesichtsmasken und Schutzausrüstung wurde hochgefahren. Taiwan investierte in Massentests sowie in eine schnelle und effektive Kontaktverfolgung.

Sorgfältiges Nachverfolgen, strenge Quarantäne

Der frühere Taiwanesische Vizepräsident, Chen Chien-jen, ist ein Epidemiologe. Seine Meinung zu Lockdowns: nicht ideal. Auch Massentests wie sie in China durchgeführt werden, seien eigentlich überflüssig.

Sein Schlüssel: "Sehr sorgfältiges Nachverfolgen der Kontakte und eine sehr strenge Quarantäne von engen Kontaktpersonen seien die besten Mittel der Seuche Herr zu werden."

Unterdessen fordern die deutschen Arbeitgeber bessere Strategien für den weiteren Umgang mit dem Virus: Kern müsse eine Grundrechtsabwägung verschiedener Optionen zur Corona-Bekämpfung sein. Wir sollten dabei auch auf die Erfahrungen anderer demokratischer Staaten schauen, die bisher ohne Lockdown erfolgreich durch die Krise gekommen sind, wie beispielsweise Südkorea - oder Taiwan.

Können wir uns beispielsweise auf eine vorübergehende datenschutzrechtliche Einschränkung für eine wirksame App verständigen?, fragen sie in einer Mittelung des Arbeitgeberverbandes.  Sollten wir nicht die Bürgerinnen und Bürger fragen, ob sie nicht lieber mit informationstechnologischen Alltagsinnovationen in der Pandemie ihre alltäglichen Freiheiten bewahren und ihr normales Leben führen wollen? Sollten wir nicht die Empfehlungsvielfalt in der Wissenschaft nutzen, Differenzierung von Maßnahmen durchzuführen die dadurch auch gerichtsfest sind?