Der Angeklagte Wilfried Max W. sitzt in einem Saal des Landgerichts Paderborn. Foto: Friso Gentsch/dpa

Rund zwei Jahre nach den Urteilen im Prozess um das sogenannte Horrorhaus von Höxter in Westfalen soll einer der damals Verurteilten aus der Psychiatrie in den regulären Strafvollzug wechseln. Nach einer Entscheidung des Landgerichts Münster ist der zu elf Jahren Haft verurteilte Mann nicht vermindert schuldfähig, wie das Landgericht Paderborn in seinem Urteil 2018 festgestellt hat. Die Strafvollstreckungskammer hatte einen neuen Gutachter beauftragt. Der fand keine psychischen Störungen, die sich auf seine Steuerungsfähigkeit auswirken würden.

In diesem Haus quälten Wilfried W. und seine Frau mehrere Frauen. Foto: Jonas Güttler/dpa

„Der Verurteilte kann Recht und Unrecht unterscheiden“, heißt es in der Begründung des Gerichts. Der 50-Jährige war zuletzt in einer Psychiatrie bei Münster untergebracht. Hier waren bei einer vorgeschriebenen regelmäßigen Überprüfung Zweifel an der verminderten Schuldfähigkeit des Mannes aufgekommen.

Die Entscheidung des Landgerichts Münster ist noch nicht rechtskräftig. Die Anwälte können Beschwerde am Oberlandesgericht in Hamm einlegen. Der heute 50-Jährige wurde im Oktober 2018 zu elf Jahren Freiheitsstrafe und seine Ex-Frau zu 13 Jahren Haft verurteilt. Über Jahre hinweg sollen er und seine Frau mehrere Frauen aus Niedersachsen in ein Haus nach Ostwestfalen gelockt und dort schwer misshandelt haben. Der 48-Jährige und die 49-Jährige sind wegen Mordes durch Unterlassen angeklagt. Zwei Frauen starben infolge der Quälereien.