Auch diese kleine Ziege wird im Pub aufgepäppelt. Foto: AFP/Paul Faith

In gewöhnlichen Zeiten spielt sich im irischen Pub Tara Na Rí das ab, was jeder von einem irischen Pub erwarten würde: Hier wird Bier gezapft und die Dorfgemeinde versammelt sich zu geselligem Beisammensein. Doch seit dem Lockdown im März 2020 wird in diesem Pub kein Bier mehr ausgeschenkt. Die Eigentümerfamilie um James McCarthy hat sich darauf eingestellt, eine neue Art von Gästen aufzunehmen. Derzeit sind es drei Schwäne, ein Bussard und ein Fuchs.

Auch dieser Fuchs ist im Pub untergekommen. Foto: AFP/Paul Faith

Mit Hilfe der Organisation Wildlife Rehabilitation Ireland (WRI) wurde der Pub im Nordosten nun zur ersten Klinik für Wildtiere in Irland erklärt. Die Betreiber haben schon jetzt, vor Beginn der Phase, in der viele Tierwaisen erwartet werden, alle Hände voll zu tun. Die Ziege Liam muss ihre Flasche bekommen, der Bussard braucht Zuwendung. Unterdessen richten sich die Schwäne in alten Stallungen ein Nest ein.

Dan Donoher ist der Manager des Wildtier-Krankenhauses. Foto: AFP/Paul Faith

Die Familie McCarthy besitzt den Pub seit zehn Jahren. Als ihnen ihr gewohntes Pub-Leben wegen der Pandemie weggenommen worden sei, habe sich eine gewisse Leere eingestellt, sagt McCarthy. „Wir mussten am 13. März letzten Jahres die Türen zu unserem Pub schließen“, sagt er. „Als wir hörten, dass die WRI nach einem Standort für die kommende Frühjahressaison sucht, waren wir von der Energie und dem Einfallsreichtum der Tierschützer beeindruckt.“ Also habe er den Raum zur Verfügung gestellt - mit dem Wissen im Hinterkopf, dass der Pub sowieso für nichts anderes genutzt werden kann. 

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Da habe er aber noch keine Ahnung gehabt, wie sehr sich die Helfer der Tierschutzorganisation einsetzen. „Die Leute kommen durch die Durchfahrt und fragen ständig nach. Wir sehen Freiwillige, die herkommen, die helfen wollen oder Vorräte spenden.“ Derzeit bereiten sich die Betreiber des Wildtier-Krankenhauses auf die anstrengendste Phase des Jahres vor, wie der Mitarbeiter Dan Donoher erklärt. „Wir werden viele kleine Vogel- und Fuchskinder aufnehmen, die uns sechs Monate lang beschäftigen werden.“