In die geheime Welt der Spione und Agenten bekommt man nur selten einen Einblick. Fotos: imago/bonn-sequenz

Diese Aktion ist etwas für alle Geheimagenten – und die, die es werden wollen! Wobei: Die Dinge, die bald in Beverly Hills unter den Hammer kommen, sollten eigentlich nicht für jedermanns Hände gedacht sein. Das Auktionshaus „Julien’s Auctions“ versteigert Agenten-Relikte aus dem kalten Krieg.

Im Mittelpunkt der Auktion im Februar stehe die Sammlung des KGB-Spionagemuseums in New York. Über 400 Gegenstände werden hier angeboten, darunter Geheim-Kameras, Spionageabwehrdetektoren und Morsecode-Maschinen. Eines der speziellen Artefakte: Eine Waffe, getarnt als Lippenstift – sie wird laut Auktionshaus für etwa 800 bis 1200 Dollar unter den Hammer kommen. Genutzt wurden solche Exemplare früher von weiblichen KGB-Agentinnen.

In der Handtasche ist eine Spionage-Kamera versteckt. Foto: Julien's Auctions

Ebenfalls versteigert wird eine Replik des Regenschirms, der angeblich für die Ermordung des bulgarischen Autors Georgie Markov benutzt wurde. Am 7. September 1978 wurde dem Autor mithilfe eines solchen Schirms eine Giftkugel injiziert. Die Nachbildung der Waffe könnte nun für rund 3000 Dollar versteigert werden.

Mit diesem Lippenstift wurde scharf geschossen - darin steckt eine Pistole. Foto: Julien's Auctions

Wer es etwas größer mag: Auch eine Steinskulptur von Lenin soll den Besitzer wechseln, sie stand ursprünglich im Hauptquartier des KGB in Kaliningrad, wiegt 1000 Pfund – und soll laut Schätzungen bis zu 7000 Dollar kosten. Reizvoll auch: Eine Handtasche mit einer versteckten Kamera – wie wurde von KGB-Agentinnen benutzt, um heimliche Aufnahmen anzufertigen. Die Fliege auf der Vorderseite des Stückes ist kein Schmuck, sondern birgt die Aussparung für das Objektiv.

Der Regenschirm sieht unscheinbar aus, doch er ist eine Mordwaffe. Foto: Julien's Auctions

Hunderte der angebotenen Relikte stammen zudem aus der Zeit der Kuba-Krise im Oktober 1962, einem wichtigen Kapitel der Geschichte des kalten Krieges – die 13-tägige Konfrontation zwischen den USA und der Sowjetunion barg die Gefahren eines Krieges. Versteigert werden in diesem Zusammenhang nun unter anderem ein Schulzeugnis von Ernesto „Che“ Guevara (Schätzung: rund 1000 Dollar) und ein Brief von Fidel Castro, in dem Pläne zur Infiltration von Havanna diskutiert werden.

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„Juliens Auctions ist stolz darauf, die größte Sammlung seltener und wichtiger Artefakte aus der Geschichte des Kalten Krieges präsentieren zu können, die je auf einer Auktion vorgestellt wurde“, sagte Darren Julian, der Präsident des Auktionshauses. Die Gegenstände aus den Archiven der USA, Russland und Kuba seien für jedes Weltklasse-Museum und jeden Sammler von enormem Wert.