Kinderärztin impft Kleinkind. Foto: Imago/Mareen Fischinger

Wenn sich die Eltern nicht einig werden können, ob das gemeinsame Kind geimpft werden soll, kann dasjenige Elternteil entscheiden, das sich an den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) orientiert. Das entschied das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt am Main laut Mitteilung vom Donnerstag und wies damit die Beschwerde eines Vaters zurück. Der Vater wollte das Kind nicht gemäß Stiko-Empfehlungen impfen lassen, die Mutter schon. 

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Da beide gemeinsam das Sorgerecht ausüben und sich nicht einig wurden, musste das Amtsgericht entscheiden. Es übertrug die Entscheidungsbefugnis bei Standardimpfungen der Mutter. Dagegen legte der Vater beim OLG Beschwerde ein, die nun zurückgewiesen wurde.

Gericht: Orientierung an Stiko-Empfehlung ist das Beste fürs Kindeswohl

Wenn sich Eltern mit gemeinsamem Sorgerecht in einer Angelegenheit von erheblicher Bedeutung nicht einigen könnten, könne die Entscheidung einem der beiden übertragen werden, stellte das OLG fest. Impfen sei eine solche wichtige Sache.

Dabei sei die Entscheidungskompetenz dem Elternteil zu übertragen, „dessen Lösungsvorschlag dem Wohl des Kinds besser gerecht wird“. Es könne davon ausgegangen werden, dass eine an den Empfehlungen der Stiko orientierte Entscheidung hier das bessere Konzept sei.