(Archivbild) Ovidio Guzmán bei seiner ersten Verhaftung im Jahre 2019. Um Unruhen zu vermeiden, ließ man ihn damals wieder laufen.
(Archivbild) Ovidio Guzmán bei seiner ersten Verhaftung im Jahre 2019. Um Unruhen zu vermeiden, ließ man ihn damals wieder laufen. AP/CEPROPIE

Drogenkrieg in Mexiko. Am Donnerstag schnappten mexikanische Soldaten Ovidio Guzmán – einen Sohn des inhaftierten Drogenbosses Joaquín „El Chapo“ Guzmán – der inzwischen selbst ein Anführer des berüchtigten Sinaloa-Drogenkartells ist. Nach der Festnahme eskalierte die Lage. Im Nordwesten von Mexiko kommt es am Donnerstag zu Kämpfen zwischen Bandenmitgliedern und Sicherheitskräften. Kriminelle errichteten in der Stadt Culiacán Barrikaden, indem sie Busse und Lastwagen auf den Straßen quer stellten und die Fahrzeuge in Brand steckten.

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Bei den Kämpfen zwischen Bandenmitgliedern und den Sicherheitskräften sind starben 29 Menschen – 19  Kriminelle und zehn Soldaten seien während des Zugriffs und der stundenlangen Schießereien getötet worden, sagte Verteidigungsminister Luis Cresencio Sandoval am Freitag.

Wegen der Gefechte rief Gouverneur Rubén Rocha Moya die Menschen in Sinaloa auf, in ihren Häusern zu bleiben. Schulen, öffentliche Gebäude und der Flughafen von Culiacán wurden geschlossen. Die US-Botschaft in Mexiko riet von Reisen nach Sinaloa ab.

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Brennender Truck in Culiacan.
Brennender Truck in Culiacan. AP/Martin Urista

Ovidio Guzmán hatte nach der Festnahme seines Vaters einen Teil des Sinaloa-Kartells übernommen und galt als einer der wichtigsten Händler der Droge Fentanyl in dem lateinamerikanischen Land. Gemeinsam mit seinen Brüdern lieferte er sich immer wieder Auseinandersetzungen mit anderen Gruppen innerhalb des Sinaloa-Kartells.

Medienberichten zufolge wurde Guzmán in eine Militärbasis in Mexiko-Stadt gebracht. Das US-Außenministerium hatte ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar auf ihn ausgesetzt. Ein Gericht in Washington erhob bereits 2018 Anklage wegen Drogenschmuggels gegen ihn.

Drogenboss Guzmán ordnete mehrere Morde an

Er war 2019 bereits einmal festgenommen, später auf Anordnung von Präsident Andrés Manuel López Obrador aber wieder freigelassen worden, um schwere Kämpfe zwischen Kriminellen und Sicherheitskräften zu stoppen. Nach Einschätzung der US-Behörden betreibt er eine Reihe von Labors zu Herstellung von Methamphetamin und soll dort pro Monat zwischen 1,5 und 2,5 Tonnen der Droge herstellen. Zudem soll er Morde an Informanten, Rivalen und einem Sänger, der nicht auf seiner Hochzeit singen wollte, angeordnet haben.

Sein Vater, „El Chapo“, war einer der mächtigen Drogenhändler der Welt. Der frühere Chef des Sinaloa-Kartells schmuggelte tonnenweise Kokain und Heroin in die USA und verdiente damit Milliarden. Zudem soll er für bis zu 3000 Morde verantwortlich gewesen sein. Zweimal brach er aus Hochsicherheitsgefängnissen in Mexiko aus. Nach seiner letzten Festnahme wurde er in die USA ausgeliefert und dort zu lebenslanger Haft verurteilt.