Straßenbahn in Braunschweig (Symbolbild) imago/Zoonar

Da wollten sich wohl zwei junge Männer einen Jungentraum erfüllen und einmal im Leben Straßenbahnfahrer sein. Jedenfalls klauten die beiden 23-Jährigen am Donnerstagmorgen eine Straßenbahn aus einem Depot in Braunschweig und düsten ein wenig durch die niedersächsische Großstadt. Wie ein Polizeisprecher am Freitag sagte, seien die beiden einfach losgefahren – immer der Nase nach den Weichenstellungen folgend. So gelangten sie in die Braunschweiger Weststadt und von da ging es zurück in die Innenstadt.

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Dann ein kleiner Stopp an der Haltestelle des Rathauses. Dort stiegen dann sogar zwei völlig ahnungslose Fahrgäste zu. Schon nach einer Haltestelle war die Irrfahrt dann aber doch vorbei. Die Straßenbahn-Piraten stoppten ihren Zug, weil ihnen ein Wartungsfahrzeug der Verkehrsbetriebe entgegenkam.

Die beiden Männer hätten die Straßenbahn zurückgelassen und seien geflohen, sagte der Sprecher. Zeugen hätten sie aber so gut beschrieben, dass sie später in der Nähe der Haltestelle festgenommen werden konnten – ob sie auf die nächste Bahn warteten, ist nicht überliefert.

Straßenbahn-Entführung: Zum Glück wurde niemand verletzt

Nach Angaben des Sprechers waren weder Alkohol noch Drogen im Spiel. Die Polizei ermittelt nun wegen Störung öffentlicher Betriebe, Fahrens ohne Fahrerlaubnis, gefährlichen Eingriffs in den Schienenverkehr und Hausfriedensbruchs. Die Ermittlungen laufen – verletzt wurde niemand, auch wurde die Bahn nicht beschädigt, wie der Polizeisprecher sagte. Die Schussfahrt könnte aber wohl doch ein ernstes und teures Nachspiel haben.

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Einen ähnlichen Fall von Straßenbahn-Piraterie gab es bereits vor etwa einem Jahr: Im April 2021 hatten in Bremen zwei Jugendliche – ein 18-Jähriger und ein 13-Jähriger – eine Straßenbahn gekapert und waren damit gut zwei Kilometer durch die Stadt gefahren. An einer Endhaltestelle hatten sich die Teenager Zugang zur Bahn verschafft, der Ältere setzte sich ans Steuer. Verletzt wurde auch damals glücklicherweise niemand.