Die Stierhatz in Pamplona: Über 50 Personen wurden verletzt, fünf aufgespießt.
Die Stierhatz in Pamplona: Über 50 Personen wurden verletzt, fünf aufgespießt. imago

Selbst viele Spanier wollen sie abschaffen, doch Stierhatz und Stierkämpfe sind in dem südeuropäischen Land Tradition – und ein Geschäft, das viele Touristen befeuern. Viele Männer wollen selbst einmal die Aufregung spüren, einem wütenden Stier ins Auge zu blicken, und immer wieder endet der Irrsinn blutig oder sogar tödlich, nicht nur für die Tiere, sondern auch für Möchtegern-Toreros.

Handyvideos vom Festival Bous al carrer in der Nähe von Valencia zeigen das Grauen, das viele Besucher als Spaß missverstehen. Der Stier, offenbar völlig panisch, aufgepeitscht von der grölenden Menge, rennt mit seiner wuchtigen Körpermasse ziellos umher, rammt seine Hörner in einen jungen Mann, der blutüberströmt auf der Straße liegen bleibt.

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Drei Tote innerhalb von nur 24 Stunden, so die schreckliche Bilanz des mehrwöchigen Festivals. Ein bereits am 8. Juli aufgespießter 56-jähriger Mann verstarb gerade an den Folgen seiner schweren Verletzungen, als zwei weitere Personen getötet wurden. Ein Spanier hatte seinen Wagemut mit dem Tod bezahlt, ein französischer Tourist hatte sich überhaupt nicht an der Stierhatz beteiligt, wurde aber vom Stier erfasst und anschließend totgetrampelt.

52 Verletzte beim Stiertreiben in Pamplona – fünf von Stieren aufgespießt

Zuvor waren beim traditionellen Stiertreiben in Pamplona fünf Menschen von Stieren aufgespießt worden. Insgesamt mussten 52 Teilnehmer im Krankenhaus behandelt werden, keiner von ihnen sei jedoch schwer verletzt, teilten die Behörden der spanischen Region Navarra mit. Allein beim letzten Rennen in diesem Jahr, das am Morgen kaum mehr als zwei Minuten dauerte, gab es demnach sechs Verletzte.

Das Fest San Fermín in Pamplona geht auf mittelalterliche Traditionen zurück. Weltweit berühmt wurde es 1926 durch den Roman „Fiesta“ von Ernest Hemingway. Wegen der Corona-Pandemie wurde das Fest 2020 und 2021 abgesagt – zum ersten Mal seit dem Spanischen Bürgerkrieg in den 1930er-Jahren.

Bei dem Stiertreiben laufen sechs wilde Stiere zusammen mit sechs zahmen Ochsen den 850 Meter langen Weg von einem Pferch zur Stierkampfarena, wo sie später beim Stierkampf getötet werden. Hunderte Wagemutige beteiligen sich an den Läufen; dabei gibt es alljährlich Dutzende Verletzte und manchmal auch Tote.

Seit Beginn der Datenerhebung im Jahr 1911 kamen insgesamt 16 Menschen ums Leben. Das letzte Todesopfer war im Jahr 2009 ein 27-jähriger Spanier. Seine Eltern legten an seinem 13. Todestag am Sonntag an der Strecke der Stierhatz Blumen nieder.