Eine Legende aus den Anfangszeiten der PC-Branche: Steve Wozniak. Foto: imago images

Steve Wozniak erfand und entwickelte den ersten Personal Computer, den Apple I. Heute wird der Tüftler 70 Jahre alt. 

Im kalifornischen Sunnyvale geboren, lötete „Woz“, so sein Spitzname, schon als Teenager an Schaltkreisen und las alles über schrankgroße Rechenanlagen, die für Normalos unbezahlbar waren und über die nur wenige Unternehmen, einige Universitäten und das Militär verfügten. In einer Garage im Silicon Valley sinnierten der Hobbybastler und seine Freunde, Mitglieder des Homebrew Computer Clubs, wie man Computertechnologie erschwinglich machen könnte. Denn Anfang der 70er Jahre gab es noch keine Personal Computer. Doch dank des Genies von Wozniak sollte es kein Traum bleiben.

Auf der High School lernte Woz Steve Jobs kennen. Das erste gemeinsame technische Projekt der beiden war allerdings kriminell. Sie fanden eine Methode, die es ermöglichte, kostenlose Ferngespräche in den USA zu führen. Schon bei diesem „Blue Box Hack“ zeichnete sich die spätere Aufgabenteilung bei Apple ab: Jobs war der weitsichtige Geschäftsmann, der die Box möglichst vielen verkaufen wollte, Woz der geniale Tüftler.

Im Januar 1973 trat Wozniak eine Stelle bei Hewlett-Packard (HP) an, um am Design von Schaltkreisen für Rechenmaschinen und Taschenrechnern zu arbeiten. In seiner Freizeit programmierte er die Spielelektronik für das Atari-Spiel „Breakout“.

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Geld und ökonomischer Erfolg spielten für Wozniak immer eine untergeordnete Rolle

Wozniak wollte „immer nur Ingenieur sein“ und seine Arbeit mit Freunden teilen. Das Design des ersten brauchbaren Personal Computers, des Apple I, wollte Woz ursprünglich für andere Bastler offenlegen. Jobs überredete ihn, daraus eine Firma aufzubauen.

Sein Meisterstück lieferte Wozniak 1977 mit dem Apple II. Jobs ließ dafür ein Plastikgehäuse entwerfen, um auch Anwender außerhalb der Bastlerszene anzusprechen und kümmerte sich um Produktionskapazitäten. Er sorgte dafür, dass Gelder zu Verfügung standen und akquirierte Investoren.

Steve Wozniak (li.) und Steve Jobs im Jahr 1978.  Foto: dpa/Apple

Beim Design der Platine zeigte sich Woz' Genie: Der Apple II konnte Farben und Grafiken darstellen und war vielseitig erweiterbar. Der Rechner wurde ein riesiger kommerzieller Erfolg und machte Apple Computer als Marke weltweit populär. Mit dem Apple-Börsengang wurden Wozniak und Jobs zu Millionären.

Die Zusammenarbeit der beiden Steves endete Mitte der 80er: 1981 verunglückte Hobby-Pilot Wozniak beim Start eines Kleinflugzeugs. Danach nahm er sich eine Auszeit und organisierte Festivals. Nach einer kurzen Rückkehr und dem endgültigen Abschied ist er bis heute formal Apple-Angestellter und erhält ein symbolisches Gehalt.

In den Zeiten vor Corona sprach Wozniak auf Tech-Shows und anderen Events. Er tanzte auch durch die TV-Show „Dancing with the Stars“ im US-Fernsehen und hatte einen Cameo-Auftritt in „Big Bang Theory“.