Ein Schild weist Reiserückkehrer auf die Regeln am Flughafen hin. Imago/Eibner

Die Ferienzeit in Deutschland neigt sich in einigen Bundesländern wie Berlin und Hamburg bereits dem Ende zu, unterdessen sind die Corona-Zahlen trotz warmer Temperaturen immer weiter gestiegen. Damit es im Herbst zu keinem bösen Erwachen kommt, sucht die Politik nun Wege, das Risiko durch Reiserückkehrer besser einzudämmen. Gesundheitsminister Jens Spahn plant eine Ausweitung der Testpflicht!

Spahn-Plan: Reiserückkehrer nicht nur am Flughafen kontrollieren

Der CDU-Minister will nach Angaben der Funke Mediengruppe alle Reisenden verpflichten, bei ihrer Einreise nach Deutschland einen negativen Corona-Test vorzulegen – egal, aus welchen Gebieten und mit welchen Verkehrsmitteln sie nach Deutschland kommen. Bisher gilt die Testpflicht für Flugpassagiere und Einreisende aus Hochrisikogebieten, die nicht vollständig gegen das Coronavirus geimpft oder von einer Covid-19-Erkrankung genesen sind.

Ein Vorstoß, der beim Frankfurter Virologen Martin Stürmer auf Zustimmung stößt. „Wir sehen tatsächlich schon, dass Reiserückkehrer gehäuft dazu beitragen, Infektionen nach Deutschland zu bringen“, sagte der Experte im Morgenmagazin des ZDF. Das sei sicher auch darin begründet, dass bei Geimpften und Genesenen auf die Tests verzichtet werde, auch wenn sie aus Hochrisikogebieten kämen. Dieses Vorgehen halte er für fahrlässig, da bereits bekannt sei, dass sich auch Geimpfte mit der Delta-Variante anstecken und das Virus verbreiten könnten.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller wünscht sich neue Bestimmungen

Auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller würde sich von der Bundesregierung schnell neue Bestimmungen zu Reiserückkehrern wünschen, damit es nicht nur bei stichprobenartigen Tests am Flughafen bleibe. „Der Korridor, um der gegenwärtigen Entwicklung noch wirksam entgegenzuwirken, wird enger“, warnte Müller. Die Ministerpräsidenten der Länder wollen sich am 10. August zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie abstimmen. Das teilte Müller in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) mit.

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Die Abstimmung in der Bundesregierung läuft nach Angaben des Gesundheitsministeriums bereits. Dem Bericht zufolge sträubt sich im Kabinett bisher vor allem Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) gegen Spahns Pläne. Sie hält die umfassende Testpflicht demnach für unverhältnismäßig.