Jamie Oliver mit einer Portion der Eton Mess. IMAGO/Martyn Wheatley/i-Images

Dass gerade der Kampf gegen Übergewicht von einem Koch vorangetrieben wird, darauf kommt man wohl auch nicht sofort. Aber genau das spielte sich vor dem Amtssitz des britischen Premierministers Boris Johnson. Der hat jetzt mit seiner Regierung eine geplante Anti-Übergewichts-Strategie verschoben. Das wiederum trieb dem britischen Starkoch Jamie Oliver (46) die Zornesröte ins Gesicht und auf die Straße. Mit einer Portion der Süßspeise Eton Mess tauchte der Küchen-Künstler in der Londoner Downing Street auf, um zu protestieren. Er forderte Premierminister Boris Johnson auf, sein Versprechen zu halten und Werbung für Fast Food zu beenden: „Wir müssen die Gesundheit der Kinder an erste Stelle setzen.“

Starkoch Jamie Oliver protestiert in der Downing Street

Trotz des echt britischen Regenwetters würde der Koch von 100 Menschen bei seinem Protest unterstützt. Auf Schildern forderten sie „Kindergesundheit an erste Stelle“ und kritisierten: „What an Eton Mess“ – wörtlich: Was für ein Eton-Schlamassel. Bei der Süßspeise Eton Mess handelt es sich um eine beliebte Kreation aus Erdbeeren und Sahne. Oliver betonte, das Dessert sei „an dem privilegierten Ort erfunden“ worden, wo der Premier zur Schule gegangen ist – der Elite-Schule Eton.

Die britische Regierung wollte ursprünglich Rabatt-Angebote sowie Fernsehwerbung für ungesunde Lebensmittel von Oktober an verbieten. Mit Blick auf steigende Lebensmittelpreise verschob sie dieses Vorhaben nun jedoch um ein Jahr.

Übergewicht gilt als weit verbreitetes Problem in der britischen Gesellschaft und große Belastung des Gesundheitssystems. Oliver lobte den Einzelhandelsriesen Tesco, der trotz der Kehrtwende der Regierung bereits von Oktober an Rabattaktionen bei Süßigkeiten beenden will.