Maddie McCann verschwand im Mai 2007 aus einem Hotelzimmer in Portugal. Foto: dpa

Schon als die deutschen Behörden Anfang Juni öffentlich machten, dass sie im Fall Maddie McCann Mordermittlungen aufgenommen hatten, war der Aufschrei in Großbritannien riesig. War Maddie wirklich tot? Und wieso war sich die deutsche Polizei so sicher? Damals sagte der ermittelnde Staatsanwalt Hans Christian Wolters noch, dass es die „rein theoretische Möglichkeit“ gebe, dass Maddie noch am Leben sei. Diese Möglichkeit sieht er nun wohl nicht mehr. In einem Interview mit dem RTP, dem öffentlich-rechtlichen Sender Portugals, sagte er, es gebe Beweise dafür, dass Maddie tot sei.

Auf die Frage der portugiesischen Reporterin, ob es „materielle Beweise“ für Maddies Tod gebe, antwortete der Staatsanwalt mit einem knappen „Ja“. Als die Reporterin nachhakt und wissen will, welche Beweise es denn gebe, weicht Wolters aus. „Zu den Sachen, die wir haben, kann ich nichts sagen“, teilte er mit. Die Reporterin brachte ein mögliches Video ins Spiel, das Maddie tot zeige, doch Wolters wollte das „weder bestätigen noch dementieren“. Ob diese „materiellen Beweise“ möglicherweise mit der Durchsuchung einer Kleingarten-Parzelle in Hannover im Juli zusammenhängen, wurde in dem Interview nicht thematisiert.

Kate und Gerry McCann zeigen ein Bild ihrer Tochter Maddie. Foto: dpa/Soeren Stache

Als Verdächtigen im Fall Maddie gilt der Deutsche Christian B. Er sitzt aktuell eine Gefängnisstrafe von 21 Monaten wegen Drogenhandels ab, ist aber auch bereits wegen sexuellem Missbrauch strafrechtlich in Erscheinung getreten. Laut der „FAZ“ wurde B. noch vor seinem 18. Geburtstag wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes zu einer Haftstrafe von zwei Jahren verurteilt. Um der Haftstrafe zu entkommen, wanderte er erstmals nach Portugal aus, wurde dort aber geschnappt und nach Deutschland ausgeliefert.

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Später zog es ihn immer wieder nach Portugal. Ermittler gehen davon aus, dass er sich auch im Mai 2007 an der portugiesischen Algarve aufhielt. Damals verschwand Maddie spurlos aus ihrem Hotelzimmer. Ihre Eltern Kate und Gerry McCann waren nur wenige Meter entfernt in einem Restaurant. Seither geben sie die Suche nach ihrer Tochter nicht auf. Die Aussage von Staatsanwalt Hans Christian Wolters könnte diese Suche nun zu einem traurigen Ende bringen.