Beschauliches Eiland: Hiddensee.  Imago

Auf Hiddensee ist im Winter nicht viel los. Ein paar Ruhe suchende Touristen und etwa 1000 Einheimische, die nach der Sommer-Saison Klarschiff oder selber Urlaub machen. Ausgerechnet in diesen Tagen, wo ein kühler Wind über den Sanddorn pfeift, sorgt ein Spenden-Dieb für etwas Abwechslung. Unerwünschte Abwechslung. Die Kripo aus Bergen ist eingeschaltet. 

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Die Diebstahlserie begann mit dem Klau an einem Ort wo der Allmächtige alles sieht. In der Hiddenseer Inselkirche in Kloster brach ein Dieb Anfang Dezember eine alte  hölzerne Spendentruhe im Vorraum der Kirche auf und nahm das Geld an sich. Der Täter versuchte in der Kirche, die im Sommer voller Touristen, im Winter aber  oft verwaist ist,  einen weiteren Spendentopf zu öffnen. Scheiterte aber. 

Immerhin 65 Euro hatte der Täter bei seinem ersten Versuch erbeutet, das Sachschaden an der alten Truhe aber betrug 300 Euro. 

Spendendosen in der Kirche gestohlen 

Zeit ging ins Land, Weihnachten kam und ging, bis es fast genau einen Monat wieder an Geld mangelte und es erneut zu einem Diebstahl in der Hiddenseer Kirche kam. „Am Sonntag, dem 02.01.2022 wurde in der Zeit von 12:00 bis 17:00 Uhr ein Spendenbehälter samt Holzständer gestohlen. Der Wert der erlangen Beute wird auf fast 300 Euro geschätzt“, so einen Polizeimeldung. 

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Doch damit nicht genug: Ein Täter, wenn es denn der oder die gleiche ist, hat zur gleichen Zeit seinen Wirkungskreis erweitert und nun auch eine Spendendose der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffsbrüchiger (DGzRS) zerstört und das Geld darin gestohlen. 

„In der Zeit zwischen dem Silvestertag (31.12.2021) und Sonntag, dem 02.01.2022 wurde das „Spendenboot“ aus einem Schaukasten am Hafen Vitte zerstört und die Geldspenden daraus gestohlen. Der entstandene Schaden wird auf mindestens 30 Euro geschätzt.“

Insel nur per Fähre zu erreichen 

Auch in einer Arztpraxis in Vitte wurde ein  Spendenbehälter der DGzRS aus dem Warteraum angezeigt. In dem Boot befanden sich vermutlich ein dreistelliger Betrag Bargeld.

Die Polizei kann aktuell einen Zusammenhang zwischen den einzelnen Taten nicht mit Sicherheit ausschließen, heißt es. Vor Ort wurden Spuren gesichert und die zuständige Kriminalpolizei in Bergen hat die weiteren Ermittlungen übernommen.

Diebstähle sind auf Hiddensee sonst eher selten. Die etwa 17 Kilometer lange und stellenweise nur mehrere hundert Meter breite Insel hat rund 1000 Einwohner, die in vier Orten leben, und sie ist nur per Fähre zu erreichen.