Ein Modell eines flügellosen Windrads wird aufgebaut. Foto: Instagram/Vortex Bladeless

Die Windenergie ist in Deutschland längst die stärkste Energiequelle. Im ersten Halbjahr 2020 wurden laut dem Fraunhofer-Institut 30,6 Prozent des deutschen Nettostroms mit Windenergie erzeugt. Doch Nörgler und Kritiker der Energiewende werfen den Windrädern immer wieder vor Lärm zu machen, eine Gefahr für Vögel darzustellen – oder einfach hässlich auszusehen. Ein Start-up aus Spanien könnte die Probleme lösen. Denn es entwickelt Windräder ohne die lästigen Räder!

Optisch haben die flügellosen Windräder der Firma Vortex Bladeless nichts mit klassischen Windrädern gemein. Lediglich eine weiße Säule, die aus mehreren Elementen besteht, bleibt übrig. Laut dem Magazin „Tech and Nature“ wird bei dieser Technologie Energie dadurch erzeugt, dass der Windradsockel, der auf dem Fuß aufsitzt, im Wind vor- und zurückschwingt. Schon bei mäßigem Wind soll so Energie erzeugt werden.

Flügellose Windräder kosten weniger Rohstoffe

Die Vorteile liegen auf der Hand. Ohne Räder bleiben Gefahren für Vögel aus, auch können fehlende Rotorblätter nun keinen Lärm mehr verursachen. Zwar schwingt der Windradsockel hin und her. Doch dabei sollen kaum Geräusche entstehen. Außerdem benötigen die flügellosen Windräder laut dem Unternehmen in der Herstellung weniger Rohstoffe und für den Aufbau ein weniger tiefes Fundament.

Geplant ist, diese neue Generation von Windrädern in verschiedenen Größen anzubieten. Zunächst konzentriert sich das Unternehmen aber auf kleinere Modelle, die im städtischen Umfeld zum Einsatz kommen sollen. Die Firma Vortex Bladeless selbst schreibt auf ihrer Homepage: Die Windturbine könnte überall platziert werden – und liefert auf ihrem Instagram-Account auch gleich ein paar Beispiele. So sind Prototypen auf Dächern oder Balkonen, aber auch auf Felsvorsprüngen, angebracht. Dabei gilt laut Vortex Bladeless: Je höher die Windturbine befestigt ist, umso effektiver kann sie Energie produzieren. Turbulente Luftströmungen sollen die Energiegewinnung übrigens nicht beeinträchtigen, sagen die Erfinder, da sich die Turbine schnell an veränderte Windrichtungen anpasst.

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Nachteile hat das flügellose Windrad jedoch auch. Der wohl gravierendste: Es ist noch längst nicht auf dem Markt. Aktuell läuft die Herstellung von 100 Turbinen, die zur Weiterentwicklung der Technik dienen sollen. Und dann wäre da noch was: Die Energieeffizienz ist geringer als bei den herkömmlichen Windrädern. Dafür können aber mehr von ihnen auf einer kleineren Fläche aufgestellt werden – und eben sogar auf fast jedem Dach.