Menschen sonnen sich am Strand von Arenal.  Foto: Clara Margais/dpa

Mit großem Optimismus aber auch einem flauen Gefühl im Magen bereiten sich die Spanier auf die Wiedereröffnung des Landes für den Massentourismus am 1. Juli vor. Werden sich die Urlauber nach den Schreckensmeldungen aus dem Corona-Hotspot wieder an die Strände und in die Tapasbars wagen? Fast überall im Lande, vor allem aber auf Mallorca, setzt man auf die Besucher aus Deutschland. „Für einen Deutschen ist eine Reise hierher nach Mallorca wie eine Reise im eigenen Land, man betrachtet das als nicht besonders risikoreich“, meinte der Chef des Interessensverbandes „Palma Beach“, Juan Miguel Ferrer.

Die Vorbereitungen laufen jedenfalls auf Hochtouren, nicht nur auf Mallorca, wo jeder Fünfte im Tourismus beschäftigt ist. Im ganzen Land werden die Ferienanlagen auf Vordermann gebracht, überall wird geschraubt, gemalt und geputzt. Nachdem das von der Pandemie besonders hart getroffene Land monatelang in Schockstarre verharrte, kann sich jetzt niemand Bedenken oder Zögern leisten. Immerhin trägt der Tourismus mehr als 12 Prozent zum Nationaleinkommen bei, in keinem europäischen Land ist der Anteil höher.

Und kaum ein Tag vergeht, an dem die Regierung und die Verbände nicht neue Regeln und Gebote aufstellen. So will der Touristenmagnet Barcelona die Strände künftig per Video überwachen. Eine App soll vor einer Überfüllung am Wasser warnen, viele Strände richten Abgrenzungen, Korridore und Kontrollpunkte für den Zugang ein. An den insgesamt 369 Stränden Mallorcas und der anderen Balearen-Inseln wird es allerdings bis auf Weiteres keine Abgrenzungen und keine besonderen Maßnahmen geben.

Die Strände in Spanien werden durch Polizei oder Videokameras überwacht. Foto: Jaime  Reina / AFP

Wie wird man so die Sicherheit der Badegäste garantieren können?, wurde der balearische Tourismusminister Iago Negueruela gefragt. „Die Anzahl der Touristen, die kommen werden, wird sehr gering sein“, so der sozialistische Politiker. Man sei ja an viel höhere Zahlen gewohnt. In der Tat. Die meisten der 16,5 Millionen Urlauber, die 2019 auf den Inseln waren, werden dieses Jahr mit Sicherheit - noch - nicht wiederkommen.

Ähnlich sieht es Ferrer: „Ich kann mir an den Stränden hier keine Trennwände oder Besucherlimits vorstellen“. An der Playa de Palma habe man immerhin 6,5 Kilometer Sand. „Es gibt viel Platz für Social Distancing“. Wie an vielen anderen Orten werden Bademeister und Strandpolizisten aber auch darauf achten, dass die Grundbestimmungen eingehalten werden, in erster Linie der Sicherheitsabstand von zwei Metern zwischen Handtüchern und Sonnenschirmen. Und Schutzmaske überall dort, wo sich dieser Abstand nicht einhalten lässt. Die Zentralregierung kündigte am Wochenende an, dass das Maskentragen auch nach Ende des Notstands am 20. Juni Pflicht bleiben wird.