Teresa Weißbach (38) wurde im Film „Sonnenallee“ bekannt. Nun flimmert sie im „Erzgebirgskrimi“ über die Mattscheiben. Foto: Markus Waechter

Im Erzgebirge gibt es sicher einige schöne Försterinnen, aber die schönste ist bereits vor Jahren nach Berlin ausgewandert: Teresa Weißbach (38) spielt in der ZDF-Reihe „Erzgebirgskrimi“ die Försterin Saskia Bergelt.

Eine Rolle, hinter der eine Mission steckt: Weißbach will im Krimi allen zeigen, wie schön ihre Heimat im Osten ist.  
Die Rolle der Försterin Saskia Bergelt – Teresa Weißbach ist ihr wie auf den Leib geschnitten. Denn: Die Wahl-Berlinerin kommt ursprünglich selbst aus dem schönen Erzgebirge, Spielort der ZDF-Krimireihe. „Das Erzgebirge ist meine Heimat, ich bin auch noch heute oft dort. Und kann ein großes Stück meiner eigenen Heimatverbundenheit in die Rolle legen“, sagt sie dem KURIER.

Noch heute seien ihr die Traditionen wichtig. „Meine Wohnung verwandelt sich im Dezember in ein erzgebirgisches Weihnachtsland“, sagt sie und lacht. Aus dem Erzgebirge kommen ja auch die lustigen Räuchermänner. „Und wir legen in der Familie viel Wert auf Althergebrachtes. Zum Beispiel kaufen wir unser Brot beim Bäcker, unser Fleisch beim Fleischer. Erdbeeren werden nur in der Erdbeerzeit gegessen und der Stollen erst am ersten Advent angeschnitten.“

Mit neuen Jahren auf der Bühne

Vieles sei heute beliebig, aber Rituale seien Werte. „Und diese möchte ich auch an meine Kinder weitergeben.“ Weißbach wuchs in Stollberg auf. Ihre Eltern hatten eine Bäckerei, der Weg schien vorgezeichnet. Doch die Schauspielerei faszinierte sie schon, als sie ein Kind war. „Ich habe im Kuchenschneideraum der Bäckerei auf dem Fensterbrett, meiner Bühne, Lieder wie Lili Marleen zum Besten gegeben.“, sagt sie. Und dann erkannte ihre Lehrerin ihr Talent, wies die Eltern auf die Nachwuchssuche beim Kinder- und Jugendtheater hin.

Teresa Weißbach (M.) mit ihren Kollgen Kai Scheve und Lara Mandoki im neuen „Erzgebirgskrimi“. Foto: ZDF/Uwe Frauendorf

Schon im Alter von neun Jahren stand Weißbach auf der Bühne. Die erste große Rolle folgte mit 17: Eine Casterin entdeckte sie für Leander Haußmanns Streifen „Sonnenallee“, hier schlüpfte sie in die Rolle der Miriam Sommer. Danach ging es auf die Schauspielschule, „Tatort“, „Ein starkes Team“, „SOKO“ folgten. Und nun: Der „Erzgebirgskrimi“.

Botschafterin des Erzgebirges

In der zweiten Folge (heute, 20.15 Uhr, ZDF) geht es um Landschaftsarchitektin Katja Hartmann, die tot im Wald gefunden wird. Die Kommissare Ralf Adam (Stephan Luca) und Karina Szabo (Lara Mandoki) machen Jagd auf den Killer, unterstützt werden sie dabei von Försterin Bergelt – mit sächsischem Zungenschlag! Lernen musste sie den Dialekt nicht, im Gegensatz zu einem anderen Bereich: Bergelt spielt im Film in einer Blaskapelle. „Wenn jemand nur so tut, als würde er spielen, kann das schnell sehr ungeschickt aussehen. Also habe ich Unterricht genommen, damit es glaubhaft rüberkommt.“

Seit 2012 ist Weißbach übrigens Botschafterin des Erzgebirges. „Ich möchte den Leuten nahe bringen, wie schön der Landstrich ist, ihnen Lust darauf machen, die Region anzuschauen und zu entdecken.“ Trotz negativer Schlagzeilen seien die Erzgebirger offen und tolerant. „Ich kann nur dafür plädieren, ihnen in dieser Weise entgegenzutreten, dann wird man mit Wärme und Gastfreundschaft empfangen.“