Beim Kiffen hat sich der Konsum durch die Corona-Krise in beide Richtungen entwickelt. Einige haben den Konsum eingeschränkt, andere ausgebaut. Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Die Corona-Krise betrifft jeden auch nur erdenklichen Bereich des öffentlichen Lebens. So hat sich in der EU, seit das Virus hier grassiert, auch die Art des Drogenkonsums verändert. In vielen Ländern Europas sind Drogenkonsumenten auf Alkohol oder auch andere, zum Teil sehr gefährliche Substanzen umgestiegen. Die Drogenproduktion sei jedoch in etwa gleich hoch geblieben, so dass Zwischenhändler auf großen Mengen sitzen dürften, berichtete die EU-Drogenbeobachtungsstelle in Lissabon.

Auch habe sich der Handel stärker ins Internet verlagert, und Dealer hätten die Drogen nach Hause geliefert. Am stärksten sei der Konsum von Kokain und synthetischen Drogen wie Ecstasy zurückgegangen, schrieben die Autoren des 24-seitigen Berichts. Wegen der Ausgehbeschränkungen habe es kein Nachtleben mehr gegeben, wo solche Aufputschmittel am ehesten konsumiert werden. Auch sei der Straßenverkauf kaum noch möglich gewesen.

Anders das Bild bei Cannabis: Gelegentliche Nutzer hätten den Konsum eher eingeschränkt, stärker Abhängige hingegen ausgeweitet. Und: Vor allem Cannabis-Nutzer seien auf Alkohol umgestiegen. Es sei aber auch eine Zunahme bei gefährlicheren Drogen wie zum Beispiel dem aus einem Lösungsmittel hergestellten GHB beobachtet worden. Langeweile im Lockdown und Angstzustände seien hier in einer Umfrage genannt worden. In mehreren Ländern sei auch eine Zunahme des privaten Anbaus von Cannabis auf dem heimischen Balkon registriert worden.

Ob die Änderungen dauerhaft seien, könne noch nicht mit Sicherheit gesagt werden. Es sei jedoch dringend geboten, die Entwicklung genau zu beobachten, schrieb die EU-Drogenbeobachtungsstelle. Sie liefert nur Daten und Statistiken - Prävention und Bekämpfung liegen in der Zuständigkeit der EU-Staaten.