Eine 25 Meter hohe Fichte mit einem Durchmesser von 45 Zentimetern zieht in ihrem Leben etwa 1800 Kilogramm CO2 aus der Luft. Foto: dpa

Bäume gelten gemeinhin als Sinnbild für eine starke Natur. Doch was leisten die grünen Riesen für das Klima? Zum heutigen Tag des Baumes beantwortet der KURIER die wichtigsten Fragen.

Wie viel Kohlendioxid (CO2) nehmen Bäume auf?

Das ist pauschal schwierig zu sagen. Art, Alter, Höhe und Standort beeinflussen die Aufnahme des Treibhausgases. Genau genommen speichern die Bäume auch nur den Kohlenstoff (C). Den Sauerstoff (O2) setzen sie wieder frei. Laut der bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft zieht eine allein stehende Fichte mit einer Höhe von 25 Metern und einem Durchmesser von 45 Zentimetern beispielsweise in ihrem Leben etwa 1800 Kilogramm CO2 aus der Luft. Das wird letztlich aber oft zu einem großen Teil wieder freigesetzt, etwa, wenn der Baum vermodert oder verbrannt wird.

Wälder speichern langfristig gesehen Kohlenstoff, wenn der Zuwachs die Abholzung übersteigt. Zudem wird
Kohlenstoff im Boden gespeichert. Der Umweltstiftung WWF zufolge speichern Wälder etwa die Hälfte des auf der Erde gebundenen Kohlenstoffs.

Leisten Bäume noch mehr fürs Klima?

Ja. Wälder agieren als Klimaregulatoren. Sie filtern Staub aus der Luft, setzen Sauerstoff frei und sorgen für Grundwasser. Zudem geben Bäume über ihre Blätter viel Wasser ab, was die Umgebungsluft feuchter und kühler macht. Als Holzlieferanten sind Bäume auch eine wichtige klimaschonende Ressource und Alternative zu fossilen Stoffen. Und: Je mehr Holz wir etwa für Möbel oder für den Bau von Häusern verwenden werden, desto länger ist auch der darin gebundene Kohlenstoff gespeichert. Zudem können Wälder auch vor Umweltkatastrophen wie Hochwasser, Lawinen oder Erdrutschen schützen.

Nicht nur Bäume, auch Wiesen speichern CO2. Foto: dpa

Wie wirkt sich die Abholzung von Wäldern auf das Klima aus?

Nach Angaben des WWF trägt die Zerstörung der weltweiten Wälder und ihrer Böden zu etwa 15 Prozent zum weltweiten Treibhauseffekt bei. In Deutschland ist dagegen die Waldfläche von 2002 bis 2012 leicht gestiegen, wie
die jüngste Bundeswaldinventur ergab. Demnach lag sie 2012 bei etwa 11,4 Millionen Hektar.

Sollten wir also mehr Bäume pflanzen?

Das kommt darauf an, wo. Denn auch Grasland, Savannen, Torfmoore und Buschland binden CO2 im Boden. Sie mit Bäumen zu bepflanzen, dürfte deshalb nicht den gewünschten Effekt haben und bestehende Ökosysteme gefährden, sagen Forscher. Mancherorts trügen Bäume durch das im Vergleich zu Schnee oder Gras geringere Rückstrahlvermögen gar zur Erderwärmung bei.