Prinz Harry und seine Frau, Herzogin Meghan, haben sich aus dem britischen Königshaus zurückgezogen.  Foto: dpa/Dominic Lipinski

Gummihandschuhe statt edler Garderobe: Prinz Harry (35) und Herzogin Meghan (38) gehen ihr Leben in Kalifornien gänzlich unglamourös an. Am Donnerstag ist ihre Loslösung vom britischen Königshaus schon 100 Tage her. Noch immer gibt es aber kaum öffentliche Auftritte des Paares in ihrer neuen Wahlheimat Los Angeles. Und wenn, dann zeigten sich die Royals mit hochgekrempelten Hemdsärmeln bei Wohltätigkeitsorganisationen.

In der Backstube von Homeboy Industries, wo frühere Gangmitglieder und Ex-Häftlinge arbeiten, packte das Paar Ende Juni „völlig engagiert und sehr ungezwungen“ mit an, berichtete Projektgründer Greg Boyle der US-Zeitschrift „People“. Mit Mundschutz, Gummihandschuhen und Haarnetzen, mitten in der Corona-Pandemie, waren die beiden kaum zu erkennen. Schon wenige Wochen nach der Aufgabe ihrer royalen Pflichten Ende März teilten sie bereits in der Metropole Los Angeles Mahlzeiten an Kranke und Bedürftige aus.

Solche Einblicke in ihr Leben sind rar, erst Recht wenn es um den kleinen Archie geht. Zum ersten Geburtstag ihres Sohnes veröffentlichten sie Anfang Mai ein Video, in dem Meghan ihrem Sohn aus einem Kinderbuch vorliest, die kleine Familie wirkte völlig entspannt.

Der 31. März war der letzte Tag als Vollzeit-Royals für Harry und Meghan. Sie einigten sich mit dem Königshaus auf einen klaren Bruch und wollten finanziell unabhängig sein. Im kommenden Jahr will die Königin alle mit dem Paar getroffenen Vereinbarungen auf den Prüfstand stellen. Dazu zählen auch der Verzicht auf die lukrative Marke „Sussex Royal“ sowie auf die Anrede „Königliche Hoheit“.

Traten während der Corona-Krise auch immer wieder via Video-Chat auf: Harry und Meghan. Foto: AP/The Queen's Commonwealth Trust

Wovon leben die beiden nun? Meghan erklärte, wieder unternehmerisch tätig zu sein. Was sie genau macht, ist öffentlich allerdings nicht bekannt. Finanziell haben die beiden ein gutes Polster – allerdings haben sie auch einen aufwendigen Lebensstil.

Im April hatte das Paar Pläne für die Gründung seiner gemeinnützigen Organisation „Archewell“ für soziale Projekte verkündet. Seither hörte man von dem Vorhaben nichts mehr. Es soll aber zwischenzeitlich Probleme mit dem Patent- und Markenamt in den USA gegeben haben.

Eines der seltenen Bilder von Archie: Meghan liest ihrem kleinen Sohn etwas vor. Foto: AFP/Duke and Duchess of Sussex

Je weniger der Prinz und die Herzogin preisgeben, umso mehr müht sich die Presse in den USA und Großbritannien ab. Es gibt wilde Spekulationen über ihren künftigen Wohnort. Malibu oder Beverly Hills seien demnach in der Verlosung. Auch über ein Mehr-Generationen-Haus mit Meghans Mutter Mutter Doria Ragland wird spekuliert.

Die Briten scheinen enttäuscht vom einstigen Traumpaar zu sein. Harry ist in seiner Heimat nicht mehr so beliebt wie früher. Ein Großteil der Briten findet, er sollte nicht mehr finanziell von seinem Vater, Thronfolger Prinz Charles, unterstützt werden. Und  Meghan ist längst zur Zielscheibe gekränkter Royal-Fans geworden. Sie habe sich am Hofe zu viel herausgenommen, komme mit der Queen nicht klar und habe auf der Hochzeit von Prinzessin Eugenie der Braut die Schau gestohlen, lauten nur einige Vorwürfe.

Die Adels-Expertin Penny Junor hatte schon früh vorausgesagt, dass Harry und Meghan „ziemlich irrelevant“ werden könnten. „Es ist sehr traurig“, sagte sie.