Eine Sexarbeiterin aus El Alto trägt einen Ganzkörperanzug, Handschuhe und Mundschutz. Foto: AP/Juan Karita

Seit Beginn der Corona-Pandemie ist Prostitution in Deutschland und vielen anderen Ländern verboten. Die Leidtragen sind die Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter. Sie sehen sich quasi einem Berufsverbot ausgesetzt. So geht es auch ihren Kolleginnen und Kollegen in Bolivien. Nun haben sie Hygienemaßnahmen vorgestellt, die eine Wiedereröffnung ermöglichen sollen.

„Sie können uns unsere Arbeit nicht wegnehmen“, sagte Lili Cortez, die Vorsitzende der Prostituierten-Gemeinschaft von Bolivien, bei einem Pressetermin in einem Bordell in der Stadt El Alto, die direkt an die Hauptstadt La Paz grenzt. „Auch beim Metzger oder im Lebensmittelmarkt gibt es direkten Kontakt.“

Mehrere Sexarbeiterinnen demonstrieren, wie der Corona-Alltag im Bordell aussehen könnte. Foto: AP/Juan Karita

Für die Kameras demonstrierten die Sexarbeiterinnen, wie bei Kunden Fieber gemessen und Matratzen desinfiziert werden. Außerdem zeigten sie sich in Schutzanzügen. Neben einer Mund-Nasen-Abdeckung trugen die Frauen auch einen Plexiglas-Schirm vor dem Gesicht, Handschuhe und einen transparenten Schutzanzug, der lediglich zwischen den Beinen eine Öffnung hat.

Wie auch in Deutschland bedrohen die Verbote die Existenzen der Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter. „Die Mehrheit von uns sind alleinerziehende Mütter“, sagte eine der Frauen aus dem Bordell in El Alto. „Wir müssen Geld verdienen.“ Dass die Behörden diesem Anliegen nachkommen, scheint indes unwahrscheinlich – auch, weil der Höhepunkt der ersten Welle in dem südamerikanischen Land noch nicht erreicht zu sein scheint.