Wenn Deichschafe sich auf dem Boden wälzen, kommen sie manchmal nicht wieder eigenständig auf die Beine. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Auf Deichen in Niedersachen sind Schafherden im Einsatz, die die Deiche schützen – sie sorgen dafür, dass das Gras nicht zu hoch wächst, treten mit ihren Füßen außerdem den Boden fest. Aber: Immer wieder geraten die Tiere in Notsituationen. Denn: Wenn sie sich auf dem Boden wälzen, kommen sie oft nicht mehr von selbst hoch. Deshalb gibt es nun einen schrägen Aufruf der Landwirte.

Es klingt lustig, hat aber einen sehr ernsten Hintergrund: Wenn die Tiere schwitzen oder es feucht ist, fängt es unter dem Fell an zu jucken. Dann wälzen sie sich gern auf dem Boden, schaffen sie es aber nicht mehr von selbst auf die Füße. Ohne Hilfe sammeln sich schnell Verdauungsgase im Magen, das Schaf verendet nach kurzer Zeit. Wer ein Tier in Not sieht, sollte deshalb „beherzt ins Fell greifen“ und das Schaf so schubsen, dass es von allein wieder auf die Beine kommt.

Manchmal wollen die Schafe auch einfach nur entspannt in der Sonne liegen

„Das passiert zum Glück nicht oft. Betroffen sind meistens tragende Schafe oder Rassen mit kurzen Beinen", sagte der Schafhalter Dieter Voigt aus der Gemeinde Berne in der Wesermarsch. Grundsätzlich müsse aber genau abgewogen werden, ob ein Schaf wirklich in Not ist, sagt Landvolk-Sprecherin Sonja Markgraf. Denn: Eigentlich wollen die Tiere, die gern auch einfach nur in der Sonne liegen, von Spaziergängern am Deich ungern gestört werden.

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Es gibt Hunderte Deichschafherden – und sie sind wichtig für die Deichverbände in Niedersachsen. „Zum einen halten sie mit ihrem tiefen Biss die Grasnarbe kurz – zum anderen trippeln sie mit ihren kleinen Hufen den Boden fest, wir sprechen deshalb auch vom Goldenen Tritt“, sagte Schäfer Janko Schneider aus dem ostfriesischen Großheide.