Der Volkswagen-Konzern muss sich nun mit den Vorwürfen der Sklaverei auseinandersetzen. Imago/Photothek

VW gilt in Deutschland als so etwas wie ein Vorzeige-Konzern, daran konnte auch der groß angelegte Abgasbetrug, der im Jahr 2015 als Diesel-Skandal Schlagzeilen machte, nichts ändern. Doch nun gibt es wieder erhebliche Vorwürfe gegen den Wolfsburger Konzern: Es geht um die Verletzung von Menschenrechten in Brasilien.

Schwere Vorwürfe gegen VW: Es geht um Sklavenarbeit und Menschenhandel

Wie NDR, SWR und „Süddeutsche Zeitung“ am Sonntagabend berichteten, muss sich der Volkswagen-Konzern in Brasilien einem neuen Ermittlungsverfahren stellen. Der dortigen VW-Tochter werden die Ausbeutung von Sklavenarbeit, Menschenhandel und systematische Menschenrechtsverletzungen in hunderten Fällen vorgeworfen. Die Vorwürfe beziehen sich den Angaben zufolge auf den Zeitraum von 1974 bis 1986.

Lesen Sie auch: Ab 1. Juni gilt das 9-Euro-Ticket: Mit DIESER Verbindung kommen Sie für 9 Euro von Berlin nach Sylt >>

In dieser Zeit habe der Autobauer die Farm Companhia Vale do Rio Cristalino am Rande des Amazonasbeckens aufgebaut, hieß es in dem Bericht. Die mutmaßlichen Verbrechen sollen auf dem Farmgelände an Leiharbeitern verübt worden sein, die für Rodungsarbeiten eingesetzt wurden – den Angaben zufolge „wohl mit Wissen des VW-Vorstands in Wolfsburg“. Bereits im Jahr 1986 hatte der Spiegel über „sklavenähnliche Arbeitsbedingungen“ auf der VW-Farm berichtet. Nun wird der Fall also juristisch geklärt.

VW muss vor Arbeitsgericht in Brasilien Stellung nehmen

Die brasilianischen Ermittlungsbehörden hätten Volkswagen Brasilien in einer amtlichen Zustellung vom 19. Mai 2022 offiziell über das Verfahren in Kenntnis gesetzt. Das Unternehmen sei zu einer Anhörung am 14. Juni vor dem Arbeitsgericht in der Hauptstadt Brasília vorgeladen worden.

Jetzt auch lesen: Irrer Vorfall im Pariser Louvre: Mann bewirft Mona Lisa mit Torte! >>

Wie sich das Unternehmen dazu verhält, ist derweil noch unklar. Laut dem Medienbericht, gab es von VW kein offizielles Statement zu den Ermittlungen. Es sei jedoch versichert worden, dass man die Vorwürfe in Wolfsburg sehr ernst nehme. Aktuell unterhält Volkswagen in Brasilien vier Autowerke.