Ernst August von Hannover steht mit Prinzessin Caroline von Monaco auf einem Balkon. Foto: Imago stock&people/Hoch2

Um einen Skandal war Prinz Ernst August von Hannover nie verlegen. Nun gibt es die nächste irre Geschichte aus dem Leben des Welfen-Prinzen – und die endete für den 66-Jährigen in der Psychiatrie.

Es ist wohl die erste Assiziation, die jeder mit Prinz Ernst August von Hannover hat: Auf  Weltausstellung „Expo 2000“ in Hannover pinkelte der Urenkel des letzten deutschen Kaisers an den türkischen Pavillon und hatte seither den Beinamen „Pinkelprinz“ gepachtet. Doch in den letzten Jahren wurde es ruhig um den Welfen-Sohn, der gesundheitliche Probleme hat und Anfang 2019 eine Krebserkrankung öffentlich machte.

In den 2000er Jahren zeigte sich Ernst August oftmals pöbelnd in der Öffentlichkeit. Foto: dpa/Jens Kalaene

Doch nun meldete sich der 66-Jährige mit einer Geschichte zurück, die zu seiner skandalträchtigen Vergangenheit passt. Er hatte Stress mit der österreichischen Polizei. Beide Parteien beschuldigen sich brutaler Gewalt.

In der „Kronen“-Zeitung erhebt Ernst August heftige Vorwürfe gegen die Polizei. Er habe auf seinem Grundstück in Grünau den Notruf gewählt, weil er sich unterzuckert gefühlt habe. Als die Beamten eintrafen, hätten die ihm aber nicht geholfen, sondern ihn grundlos attackiert. „Ich glaube, die waren besoffen, die machten zumindest den Eindruck“, sagte er dem Blatt. „Dann haben sie mich in einer Ambulanz angekettet. Fünf Stunden haben sie mich nicht rausgelassen. Sie wollten mich in ein Zimmer bringen und mich niederspritzen. Ich stand die ganze Nacht.“ Er habe so lange geschrien, bis sie ihn gehen ließen.

Die Variante der Polizei klingt da etwas anders. Laut dem Notruf soll der Prinz angegeben haben, dass er in einem Graben liege und ermordet werde. Am Graben trafen die Beamten aber nicht den Prinzen sondern nur zwei andere Personen, mit denen sie zum Anwesen Ernst Augusts fuhren. Nachdem der die beiden Personen, auf die er offenbar nicht gut zu sprechen war, vom Grundstück verwies, sei er auch gegenüber den Polizisten immer aggressiver geworden. Es sei zu einer Rangelei gekommen, in der der Prinz auch zu einem 30 Zentimeter langen Messer gegriffen habe. Als die Polizisten ihm die Klinge abnehmen konnten soll er einem der Beamten ins Gesicht geschlagen haben.

Laut der Polizei sei es den Beamten anschließend gelungen, den Welfen-Royal zu fixieren. Er wurde in eine Psychiatrie gebracht. Hier treffen sich die beiden Erzählungen, die verschiedener nicht sein könnten, wieder. Welche Geschichte wahr ist, müssen möglicherweise bald Gerichte klären: Ernst August hat angekündigt, Polizei und die Klinik zu verklagen.